22.02.2019 - 19:28 Uhr
PirkOberpfalz

Abwasser von Pirk und Schirmitz ab nach Weiden: Idee von Alexander Radlbeck vor seinem Rücktritt

Es ist wohl der letzte politische Akt von Alexander Radlbeck vor seinem Rücktritt: Der CSU-Gemeinderat regt an, das Abwasser aus Pirk und Schirmitz in die Kläranlage Weiden zu leiten. Für die Folgenutzung des Geländes hat er auch eine Idee.

Anfang der 1970er wurde die Kläranlage in Pirk errichtet. Sie ist immer wieder sanierungsbedürftig. Zweiter Bürgermeister Alexander Radlbeck hat vor seinem Abtritt eine Vision dazu.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Derzeit sind die Gemeinden in einem Abwasserzweckverband zusammengeschlossen und leiten ihre Abwässer zu einer eigenen Kläranlage an der Rothenstädter Straße in Pirk, direkt neben dem Erweiterungsbau der Constantia. Anlass für die Idee von Alexander Radlbeck ist die Sanierung der kleinen Anlage, die 1972 erbaut wurde. Das sogenannte Rechenhaus muss erneuert werden, es ist Teil der mechanischen Vorreinigung in der Kläranlage und scheidet aus dem Abwasser die Grobstoffe ab. 620 000 Euro setzt Kämmerer Sven Lederer für die Sanierung der Anlage an. Auf die Gemeinde Pirk fallen knapp 65 Prozent der Kosten, also 401 140 Euro ab.

"Die Bauwerke sind in die Jahre gekommen", heißt es im Bericht des Kämmerers. Hier setzt Radlbecks Überlegung an. "Wenn eine so große Investition ansteht, ist der richtige Zeitpunkt für eine Kostenvergleichsstudie." Seine Idee: Pirk und Schirmitz leiten ihre Abwässer in die große Kläranlage in Weiden ein. Dazu habe er sich bereits bei den Stadtwerken und auch im Wasserwirtschaftsamt erkundigt.

Die Abwässer nach Weiden zu leiten hätte nach Meinung Radlbecks einige Vorteile. Erstens funktioniere eine große Anlage immer effektiver und wirtschaftlicher als eine kleine. Das gehe von Wartung- über Betriebs- bis hin zu Personalkosten. Zweitens sei die Anlage in Weiden noch nicht ganz ausgelastet. Drittens bekomme ein Abwasserzweckverband generell keine Förderung. Bei einer Leitung nach Weiden könne man Förderungen bekommen, etwa aus dem Topf interkommunale Zusammenarbeit. Theisseil habe das vorgemacht. Die Gemeinde leite ihre Abwässer jetzt auch nach Weiden.

Ob sich das alles nun wirklich rechne, könne Radlbeck natürlich nicht beurteilen. "Aber man muss es sich vorher anschauen und das durchrechnen." Entscheidend sei, dass die Abwassergebühren für die Bürger so sinken könnten. "Wir zahlen jetzt schon mehr als Weidener."

Voraussetzung sei dann natürlich, dass man eine Abwasserleitung zur Kläranlage nach Weiden baut. "Die hydraulischen Berechnungen dafür kosten auch etwas. Aber das mal zu betrachten, lohnt sich." Gerne hätte er den Vorschlag schon früher eingebracht, aber der Gemeinderat habe erst mit dem Haushaltsplan von der Sanierung erfahren.

Für die Folgenutzung der Kläranlage in Pirk hat er auch schon eine Idee: "Hier könnte der Pirker Bauhof hinziehen. Am jetzigen Standort ist die Situation schon sehr beengt." "Die neu gebauten Hallen auf dem Gelände der Kläranlage könne man weiter nutzen, die Klärgruben müssten natürlich weg.

Bemerkenswert ist, dass Radlbeck den Vorschlag in der Sitzung brachte, in der er auch den Rücktritt erklärte. Bürgermeister Michael Bauer sagte, er werde Radlbecks Idee prüfen.

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