07.09.2020 - 18:19 Uhr
PirkOberpfalz

Herausforderung angenommen: Dietmar Schaller 100 Tage Bürgermeister

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Gut 100 Tage sind vergangen seit Dietmar Schaller als Erster Bürgermeisters die Nachfolge von Michael Bauer angetreten hat. Dem Brauch nach ist damit die „Schonfrist“ eines Politikers, im Amt anzukommen, vorbei.

Der Pirker Bürgermeister in seinem kleinen Garten, ein Ort, an dem er Ruhe findet.
von Redaktion ONETZProfil

Für Dietmar Schaller war es als Newcomer in der Kommunalpolitik angesichts laufender Vorhaben gleich eine Herausforderung, wie er während seiner ersten Urlaubswoche im Interview mit „Oberpfalz-Medien“ betonte, der er sich aber gerne stellte.

Natürlich sei fast alles Neuland gewesen und der frischgebackene Pirker Bürgermeister habe sich möglichst schnell einarbeiten müssen. Ihm kam aber zugute, dass er vom Beruf her etwas Verwaltungserfahrung hat und ihm die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft hilfreich zur Seite standen. Seine erste Amtshandlung war eher unspektakulär: ein Gespräch mit einem Bürger über einen zu pflanzenden Ersatzbaum, den diesem sein Vorgänger zugestanden hatte.

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Gleich in den ersten Sitzungen des Gemeinderates mussten weitere Entscheidungen zur Fertigstellung des Sportfunktionsgebäudes, der Außenanlagen und eines behindertengerechten Kinderspielpatzes, über die Gestaltungsmöglichkeiten der Kinderkrippe und zum Bebauungsplan „Schloßpaint I“ und dessen Satzung getroffen werden. Aber Schaller macht es viel Freude, sich für die Einwohner Pirks und seiner Ortsteile einzusetzen und für sie etwas erreichen zu können.

Politisch ist er, obwohl er vorher nicht im Gemeinderat saß, vorbelastet: Sein Vater ist ein Cousin des ehemaligen Weidener Oberbürgermeisters Hans Bauer, den Schaller als Vorbild hat. Er habe ein schönes Gefühl als Gemeindeoberhaupt, sei gerne jeden Tag, vor- oder nachmittags, im Rathaus oder bei der Verwaltung in Schirmitz und will jederzeit auch auf der Straße für jeden Bürger ansprechbar sein, was dieser auch wahrnehme. Der Bürgermeister bedauert, dass es wegen der Coronakrise mangels Veranstaltungen weniger Gelegenheiten gibt, den Menschen zu begegnen. So fehlen ihm auch die wöchentlichen Singstunden. Er hofft, dass das Bayerische Selbstverwaltungskolleg für neue Bürgermeister im Herbst stattfindet und freut sich als Standesbeamter auch auf die ersten drei Trauungen, wofür er einen Schnellkurs durch den Kämmerer absolvierte. Freizeit ist rarer geworden, leider auch als Trompeter in der „Pirker Blechmusi“, doch als Ausgleich will er verstärkt joggen und wann immer es geht, etwas mit seiner Familie unternehmen.

Zur Person:

Dietmar Schaller

Dietmar Schaller, 51 Jahre alt, Oberkommissar bei der Polizeiinspektion Weiden. Seinen Beruf übt er in Teilzeit aus und kann ihn dank flexibler Arbeitszeiten mit seiner politischen Aufgabe als ehrenamtlicher Bürgermeister vereinbaren. Vor 21 Jahren hat er mit seiner Familie in Pirk ein Haus gebaut und fühlt sich hier sehr wohl. Er wurde mit 53,3 Prozent gewählt und gehört den Freien Wählern an. Sie verfügen aber zusammen mit ihren fünf Gemeinderatsmitgliedern und dem Bürgermeister gegenüber der CSU (5 Sitze) und der SPD (2) nicht über die absolute Mehrheit. Schaller ist als Vorsitzender des Männergesangverein und als stellvertretender Pfarrgemeinderatssprecher im Ort engagiert.

Wünsche, Vorstellungen, Anträge:

* Das habe ich mir anders vorgestellt: Ich habe nicht erwartet, dass man als Bürgermeister für jede kleine Sache, die angeschafft wird, unterschreiben muss und dass viele Formalitäten zu erledigen sind, bis ein Projekt gestartet werden kann.

* Meine größte Aufgabe wird sein ... die bereits begonnenen Projekte erfolgreich zu vollenden. Es wäre auch toll, in dieser Amtsperiode ein weiteres Neubaugebiet erschließen zu können. Persönlich will ich ein Bürgermeister für alle sein und so bleiben, wie ich bin.

* Viel Zeit investiere ich in ... eine Fülle notwendiger Termine für die eben genannten und für weitere Projekte. Zudem bin ich stets telefonisch erreichbar und werde auch nach Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder in Sprechstunden zur Verfügung stehen.

* Im Gemeinderat würde ich mir manchmal wünschen ... dass nicht zu oft aus kleinen Problemen große gemacht werden. Aber es lief hier in den ersten Monaten super.

* Meine Familie schimpft manchmal, weil ... ich mich nach dem sonntäglichen Kirchgang wieder einmal verratscht habe und zu spät zum Mittagessen komme.

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