02.02.2021 - 12:24 Uhr
PirkOberpfalz

In der Pfarrei Pirk Blasiussegen per Knopfdruck

Die Pirker Pfarrei geht ungewöhnliche Wege, um in Coronazeiten besonders gefährdeten Menschen den Blasiussegen zukommen zu lassen. Den gibt es noch bis zum 7. Februar zum Mitnehmen, digital und völlig ohne Ansteckungsrisiko.

Die siebenjährige Paula interessiert sich mit ihrer Oma an einer der Stationen für das Leben des Heiligen Blasius.
von fsbProfil

Zunächst lief es an Lichtmess aber auch in Pirk eher traditionell. Pfarrer Jaison Thomas spendete in der Pfarrkirche Auferstehung Christi nach der Messe an Mariä Lichtmess den Blasiussegen. Gemäß den Vorschriften des Bischöflichen Ordinariats sprach er den Segenstext einmal laut für alle. Daran schloss sich der Einzelsegen ohne Begleitwort an, wobei die Kerzen in 1,5 Metern Abstand vom Segensempfänger gehalten wurden.

Da in der Pfarrei wegen der Corona-Pandemie der Gottesdienstbesuch gerade von älteren Leuten und Risikopatienten rückläufig ist, überlegte sich das Mitmachgottesdienst-Team um Chorleiterin Kerstin Kiener eine zusätzlich Möglichkeit, wie auch diese Menschen den Blasiussegen erlangen können. Ganz ohne Ansteckungsrisiko. Das Ergebnis der Überlegungen ist ungewöhnlich. Noch bis zum Sonntag, 7. Februar, sind alle Gläubigen täglich in der Zeit von 12 bis 16 Uhr in das Gotteshaus eingeladen, sich den Blasiussegen digital abzuholen.

Und das geht so: Durch die Kirche verläuft zwischen dem Hauptschiff und der Nebenkirche ein Weg mit sieben Besinnungsstationen. An fünf davon wird aus dem Leben des heiligen Blasius erzählt und es werden einige seiner Legenden vorgestellt, bebildert unter anderem mit Gemälden aus dem 18. Jahrhundert von den Altären der Wallfahrtskirche St. Blasius in Adlwang (Oberösterreich).

An der sechsten Station am Seitenaltar sind die Besucher zu einem kurzen Gebet eingeladen, an der letzten Station wird der Blasiussegen gespendet. Dabei werden die beiden gekreuzten Kerzen entzündet. Dann drückt man auf den rotmarkierten Knopf eines CD-Players und schon hört man die Segensworte von Pfarrer Jaison Thomas. Man antwortet mit "Amen", macht das Kreuzzeichen und bläst die Kerzen wieder aus. Natürlich müssen auch bei dieser Aktion die in der Kirche üblichen Corona-Vorschriften befolgt werden: Desinfizieren der Hände, Tragen einer FFP2-Maske und Einhalten des vorgeschriebenen Abstandes zu anderen Besuchern.

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An Station sieben wird per CD-Player für Oma und ihre Enkelin der Blasiussegen gespndet. Einfach Kerzen anzünden, Knöpfchen drücken und den Worten des Pfarrers lauschen.
Hintergrund:

Der heilige Blasius

  • Der Heilige Blasius (um 316) war Arzt und Bischof von Sebaste, der Hauptstadt der römischen Provinz Kleinarmenien (heute Nordtürkei)
  • Er starb als Märtyrer und zählt zu den 14 Nothelfern.
  • Eine der vielen Legenden erzählt, dass Blasius während seiner Gefangenschaft einem Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen.
  • Früher trafen Scharlach, Keuchhusten und Diphterie viele Kinder und Erwachsene. Heute haben diese Lungenkrankheiten zwar ihren Schrecken verloren, doch der Brauch des Blasiussegens hat sich erhalten
  • Der Segen wird seit dem 16. Jahrhundert am Gedenktag des Heiligen, dem Blasl-Tag (3. Februar), erteilt, traditionell oft auch schon tags zuvor am Fest Mariä Lichtmess.
  • Der Priester hält zwei gekreuzte brennende Kerzen an die Halsgegend des Empfängers und spricht die Worte: "Auf die Fürsprache des Heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen."

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