25.11.2021 - 15:03 Uhr
PirkOberpfalz

Pirk hebt Friedhofsgebühren an

Die Kalkulationskosten für Grabgebühren liegen weit entfernt von den aktuellen Abgaben. Bürgermeister Dietmar Schaller hält eine Erhöhung von 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung für „vermittelbar“.

Für den Pirker Friedhof gelten ab 1. Januar neue Gebühren.
von Walter BeyerleinProfil

Ab 1. Januar 2022 werden die Friedhofsgebühren bei Inanspruchnahme der gemeindlichen Bestattungseinrichtungen angehoben. Der Gemeinderat sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle für eine „maßvolle“ Erhöhung aus, die nicht den kalkulatorisch ermittelten Gebühren entspricht. Die Turnhalle als Tagungsort war für Dieter Schwab (CSU) Anlass nach dem Warum der Verlegung zu fragen, weil als Folge davon die Blaskapelle ihre Probe nicht abhalten könne. „Wir sind angehalten worden, den größtmöglichen Raum dafür auszusuchen, der auch einen Abstand von 1,50 Meter zwischen den Gemeinderatsmitgliedern ermöglicht“, erklärte dazu Bürgermeister Dietmar Schaller.

Zum Erlass einer neuen Satzung über die öffentlichen Bestattungseinrichtungen erläuterte Geschäftsleiter Dieter Schobert, dass die letzte Anpassung der Satzung 2010 erfolgte. Mittlerweile seien neue Grabarten dazu gekommen, beispielsweise Urnengräber und Urnenstelen. Grundlage für die neue Satzung der Gemeinde sei die Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetages mit den notwendigen Anpassungen. So gibt es laut dem Geschäftsleiter jetzt Kinder-, Einzel- und Doppelgräber. Diese lösen die bisherigen Familiengräber ab. Zusätzlich gibt es Urnengräber, Urnenwände und Urnenstelen, erläuterte Schobert. Er wies daraufhin, dass auch in den Grabstätten Urnenbeisetzungen möglich seien. Einstimmig nahm der Gemeinderat die neue Satzung über die Benutzung des Friedhofes und seiner Einrichtungen an.

Seit 2010 keine Erhöhung

Die Gebühren für die Benutzung des Friedhofs und seiner Einrichtungen sind in einer getrennten Satzung geregelt, die aus dem Jahr 2014 stammt. Bürgermeister Schaller nannte nach der Auflistung der ermittelten Kalkulationskosten für die Grabgebühren, die weit entfernt von den aktuellen Gebühren liegen, eine Erhöhung von 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung für „vermittelbar“. Das war auch die Meinung des Gemeinderats. Schobert machte den Gremiumsmitgliedern deutlich, dass auch die beiden auf den Friedhöfen tätigen Bestatter höhere Gebühren einfordern. „Seit 2010 gab es keine Erhöhung der Gebühren für die Bestatter“, erklärte der Geschäftsleiter. Sollte der Gemeinderat die Vorstellungen der Bestattungsunternehmen nicht akzeptieren, müssten die Friedhofsarbeiten neu ausgeschrieben werden, betonte Schobert.

  • Grabgebühren ab 2022

Die Gebühren pro Grabstätte betragen ab 1. Januar für eine Einzelgrabstätte für Kinder (Laufzeit 20 Jahre) 130 Euro (bisher 108 Euro), für eine Einzelgrabstätte für Erwachsene (Laufzeit 25 Jahre) 420 Euro (350 Euro), für eine Doppelgrabstätte (Laufzeit 25 Jahre) 780 Euro (650 Euro).

  • Gebühren für Bestatter ab 2022

Die Gebühren für die Bestatter werden ab 1. Januar wie folgt festgesetzt: Ausheben und Schließen eines Normalgrabes 300 Euro (bisher 250 Euro), Ausheben und Schließen eines Normalgrabs bei Urnenbestattung 85 Euro (65 Euro), Ausheben und Schließen eines Kindergrabes 120 Euro (120 Euro), Grabarbeiten, einschließlich Vertiefung 370 Euro (320 Euro), Leichenwärterdienste bei Beerdigung/Verabschiedung 35 Euro (25 Euro), Träger für Beerdigung 210 Euro (180 Euro), Träger für Urnenbeisetzung 70 Euro (60 Euro), Exhumierung einer Leiche zuzüglich Grabarbeiten 160 Euro, Gebeinesammlung zuzüglich Grabarbeiten 100 Euro, falls bei Grabarbeiten ein Kompressor notwendig ist, pro Stunde 20 Euro (20 Euro). Der Gemeinderat stimmte der neuen Gebührensatzung einstimmig zu.

  • Nachrücker für Thomas Fritsch

Außerdem gab der Rathauschef den Rücktritt von Gemeinderat Thomas Fritsch bekannt, der dafür berufliche Gründe anführte. Einstimmig bestimmte das Gremium Martin Hastler als Listennachfolger. Schaller erinnerte an das Wirken von Fritsch im Gemeinderat seit 1. Mai 2008. Ausführlich beschrieb der Bürgermeister die bisherigen Funktionen des ausscheidenden Gemeinderates, der seit 1. Mai 2014 auch Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft war. „Ich bedauere das Ausscheiden, gleichwohl gilt es die Entscheidung von Thomas Fritsch zu akzeptieren“, sagte Schaller abschließend.

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