Insgesamt 25 Jahre lang war Albert Schneider Kanonier der Stadt Pleystein. Er schoss mit seiner Böllerkanone Typ „Sirius“ zu fröhlichen und traurigen Anlässen. Bei der Eröffnung des Bürgerfestes hatte Albert Schneider seinen letzten Auftritt und übergab zugleich seine Aufgabe an Florian Forster.
Die Böllerkanone Typ Sirius hat drei kleine Rohre, die zunächst zeitgleich mit dem Schwarzpulver gefüllt und hintereinander gezündet werden. „In ausreichendem Abstand zu den Menschen, damit Verletzungsgefahren ausgeschlossen werden“, erklärt Albert Schneider.
Um die Böllerkanone überhaupt bedienen zu dürfen, musste Albert Schneider vor über 25 Jahren eine Prüfung ablegen. Das geschah vor einem privaten Unternehmen, das in Bayern seine Runden dreht und an wechselnden Prüfungsorten künftigen Böllerschützen aus den dann umliegenden Gebieten die Prüfungen über den Nachweis zur Fähigkeit einen Böller zu bedienen, abnimmt. „Es ist wie eine Führerscheinprüfung“, verdeutlicht Albert Schneider den Umfang der Prüfung, bei der zum Abschluss ein „Zeugnis über die Teilnahme des staatlich anerkannten Lehrgangs zum Schießen von Standböllern“ ausgehändigt wird. „Das ist der Führerschein für die Böllerkanone“. Dann gibt´s noch eine auf jeweils fünf Jahre befristete Erlaubnis zum Erwerb von Böllerpulver, im Volksmund auch „Schwarzpulverschein“ genannt. Diese Berechtigung stellt das Landratsamt Neustadt/WN aus.
Sein Einsatzgebiet mit der Böllerkanone war groß. Das waren nach den Worten Albert Schneiders zunächst alljährlich das Anschießen des Bürgerfestes, aber auch nachdenklichere Ereignisse wie die Feiern zum Volkstrauertag oder Beisetzungen von Kameraden der Feuerwehren, Militärvereinen oder Reservistenkameradschaften. Sollten die Kanoniere aus Nachbarorten bei ihren örtlichen Ereignissen verhindert gewesen sein, hat Albert Schneider auch dort die Böllerschüsse abgegeben.
Bürgermeister Rainer Rewitzer dankte Albert Schneider für seinen Einsatz für die Stadt und die örtlichen Vereine und überreichte ein Präsent.













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