31.07.2020 - 11:28 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleysteiner feiern Gedenkgottesdienst für Pater Albrecht Herrmann

Die Gläubigen hätten auch gerne an der Beerdigung des Geistlichen teilgenommen. Wegen der Corona-Pandemie ist das aber nicht möglich.

Stadtpfarrer Hans Ring erinnert im Gedenkgottesdienst an Pater Albrecht.
von Autor TUProfil

"Es wäre sicher gern eine große Abordnung aus Pleystein zum Begräbnis und zum Requiem für Pater Albrecht Herrmann nach Würzburg gefahren. Leider hat das die Coronapandemie verhindert. So feiern wir nun an seinem Begräbnistag in der Pfarrkirche seiner Heimat Eucharistie–Danksagung und erinnern uns gerne an die Begegnungen, die wir mit ihm haben durften, an den Humor und an die Verkündigung der Frohen Botschaft, die er wirklich als eine Botschaft der Freude unter die Menschen gebracht hat", sagte Stadtpfarrer Pater Hans Ring am Donnerstag im Gedenkgottesdienst für Pater Albrecht Herrmann in der Stadtpfarrkirche St. Sigismund. Vor dem Altarraum stand ein kleiner Tisch mit einem großem Foto, das Pater Albrecht zeigte.

Tief im Glauben verwurzelt

Weiden in der Oberpfalz

Unter die zahlreichen Gläubigen mischten sich einige Verwandte des Verstorbenen, Ex-Landtagsabgeordneter Georg Stahl aus Pirk, Pater Reinhold Schmitt, Bürgermeister Rainer Rewitzer sowie die Altbürgermeister Willi Reil und Johann Walbrunn. "Hier in Pleystein ist er geboren und aufgewachsen, hier hat er vor 65 Jahren seine Primiz gefeiert, und hierher ist er immer wieder gekommen, um mit uns Gottesdienst zu feiern. Diese Feier des Dankes, des Dankes an ihn für seinen Dienst und des Dankes an Gott, dass er ihn den Menschen geschenkt hat, wollen auch wir nun feiern. Ich denke, es hat hier in Pleystein wohl kaum jemanden gegeben, der nicht traurig war, als am Samstagmorgen die Zeitung aufgeschlagen hat und dort die Schlagzeile gefunden hat: Pater Albrecht still entschlafen. Ich durfte mit ihm noch am 24. Juni telefonieren. Er hat mir zu meinem Namenstag gratuliert," informierte Ring.

Kontakt mit Menschen immer wichtig

"Besonders belastet hat ihn in den letzten Wochen auch die Tatsache, dass er wegen der Corona-Pandemie auf der Pflegestation seines Klosters in Würzburg von der Umwelt mehr oder weniger abgeschnitten war. Er war zwar keine Pflegefall, aber sein Zimmer lag eben in diesem Bereich. Dabei war ihm der Kontakt mit den Menschen immer so wichtig. Er hat mir bei diesem Gespräch erzählt, wie er sich freute, in den kommenden Tagen heraus zu können, weil er einen Arztbesuch vor sich hatte. Nun hat er sein irdisches Leben so in die Hände Gottes zurückgegeben, wie er es sich immer gewünscht hat, still und ohne Aufsehen. Es war sein großer Wunsch, niemanden zur Last zu fallen und geistig und körperlich, wenn auch mit Einschränkungen sein Leben eigenständig gestalten zu können. Diesen Wunsch hat ihm Gott erfüllt", erklärte der Seelsorger.

Wir erinnern uns gerne an die Begegnungen, die wir mit ihm haben durften.

Stadtpfarrer Hans Ring

Im September hatte er mit einigen Verwandten und besonderen Freunden 90. Geburtstag gefeiert. Auch Pater Reinhold Schmitt durfte dabei sein. Hier in Pleystein hat sein Leben als Otto Herrmann begonnen. Die Grundlagen für sein späteres Ordensleben wurden sicher in seiner Familie gelegt. In der Kreuzbergkirche hat er ministriert und sich von den dortigen Patres und Brüdern für diesen Orden begeistern lassen.

Liebende Fürsorge

Das seltene Fest des 65. Priesterjubiläums feierte er coronabedingt nur im Kreis seiner Mitbrüder. Sein ganzer weiterer aktiver Weg als Priester und Ordenschrist war geprägt vom Dienst an den jungen Menschen. Zunächst war er vier Jahre Präfekt an der Klosterschule in Münnerstadt, bis er dann 1959 an den Ort wechselte, der die nächsten Jahrzehnte für ihn zum Lebens- und Arbeitsmittelpunkt werden sollte: das Studienseminar St. Augustin in Weiden. Hier hat er als Präfekt und langjähriger Prior unzählige junge Menschen auf ihrem Weg zu verantwortungsbewussten Christen begleitet. Auch viele aus Pleystein durften in den 51 Jahren, in denen P. Albrecht sowohl die Hausgemeinschaft wie auch die Seminargemeinschaft prägte, seine liebende Fürsorge erfahren.

Schiedsrichter auf dem Fußballplatz

Ein wichtiges Anliegen war es ihm auch, christliche Grundeinstellung im Sport einen Platz zu geben. Deshalb engagierte er sich über Jahrzehnte bei der DJK und war auch Diözesanpräses. Als Schiedsrichter lud er auf dem Fußballplatz immer wieder zu Fairness und Gemeinschaft ein. Es fiel ihm sehr schwer, vor zehn Jahren sein geliebtes Weiden Richtung Würzburg zu verlassen. Mit vielen Mitmenschen blieb er bis zuletzt freundschaftlich verbunden. Aber auch in Würzburg fand er schnell Zugang zu den Menschen. Nie hat er seine Heimatstadt Pleystein vergessen: Er ist immer wieder gern hierher gekommen, hat mit den Menschen gefeiert, hat auch bei vielen Gelegenheiten das Wort Gottes verkündet.

In den letzten Jahren ließen seine Kräfte immer mehr nach. "Wer ihn am Telefon hörte, meinte immer noch, einen agilen, robusten Kämpfer für den Herrn vor sich zu haben; aber seine zunehmenden körperlichen Einschränkungen machten ihm zu schaffen. Das hat er mir bei unserem letzten Telefongespräch noch einmal gesagt", schloss Pater Ring. Organist David Kirschsieper begleitete die Messe.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.