10.03.2021 - 18:03 Uhr
PleysteinOberpfalz

Stadtrat verärgert: Impfdrängler im Pleysteiner Pflegeheim sollen sich entschuldigen

Für CSU-Fraktionschef Josef Windirsch ist der Vorfall mit den Impfdränglern im Pflegeheim ein Unding. Im Stadtrat spricht er Tacheles und wünscht sich Aufklärung durch die Heimleitung.

CSU-Sprecher Josef Windirsch fordert eine öffentliche Entschuldigung der Impfdrängler.
von Walter BeyerleinProfil

Impfdrängler haben im Pflegeheim „Wohnen am Kreuzberg“ für einen Aufschrei weit über die Pleysteiner Stadtgrenzen hinaus gesorgt. Eine Reaktion seitens der Leitung des Pflegeheimes ist bisher ausgeblieben. CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Windirsch fand in der Stadtratssitzung am Dienstag deutliche Worte in Richtung der Impfdrängler, aber auch der Verantwortlichen in der Pflegeeinrichtung. Wie berichtet hatten sich in dem Pflegeheim Personen als „Kurzzeitpflegekräfte“ ausgegeben, um sich eine Corona-Impfung zu erschleichen.

„Die CSU-Fraktion distanziert sich von der Impfdrängelei in aller Schärfe und Deutlichkeit“, sagte Windirsch. Es habe sich gezeigt, dass die Impfdrängelei ein „riesiges Thema“ im Ort und darüber hinaus gewesen sei. Immer wieder sei die Frage gestellt worden, warum sich Personen, die nicht zur „Priorität 1“-Gruppe gehören, Impfstoff erschleichen und damit andere Menschen bewusst in Gefahr brächten. Es sei unbestritten, dass ein gewisser Personenkreis, beispielsweise zur medizinischen Versorgung, zur Sterbebegleitung oder zur Verabreichung von Medikamenten geimpft werden müsse. Der richtige Weg wäre aber hier gewesen, sich legal bei der Behörde anzumelden und nicht illegal auf eine Liste als Kurzzeitpflegekraft setzen zu lassen.

Die Öffentlichkeit habe aber auch ein Interesse zu erfahren, ob durch die illegalen Impfungen Heimbewohner oder Mitarbeiter deshalb keine Impfung erhalten haben oder im schlimmsten Fall sogar an Covid erkrankt seien.

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Heimleitung schweigt

Windirsch würde erwarten, dass sich die Impfdrängler öffentlich entschuldigen, aber auch die Heimleitung ganz klar Stellung bezieht. Damit sei der bisher sehr gute Ruf der Einrichtung und der Stadt Pleystein erheblich geschädigt worden.

Viele Mitbürger machten sich, laut Windirsch, bereits jetzt Gedanken, wer bei Wiederholung einer Impfung auf der Wunschliste der Einrichtung steht. Bedauerlich sei, so der CSU-Sprecher, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine juristische Handhabe gegenüber einem derart unmoralischen und unwürdigen Verhalten gebe.

Nach einem betretenen Schweigen und kurzer Behandlung anderer Themen sagte Uli Weig (SPD/FWG), dass für ihn das Thema eigentlich erledigt gewesen sei.

Bürgermeister Rainer Rewitzer berichtete, wegen der Impfungen von einer Gemeinschaftspraxis im Altlandkreis Vohenstrauß gefragt worden zu sein, was die Kommune unternehmen wolle. Seine Antwort sei klar gewesen: „Die Zuständigkeit dafür liegt nicht bei der Stadt, sondern bei anderen Behörden“. Es sei für ihn auch schwierig gewesen, immer wieder gestellte Fragen zu beantworten, weil es schlicht dafür keine Antworten gegeben habe.

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