Installateur, Heizungsbauer und Spengler sind vom Grund her eigentlich nah aneinanderliegende Berufe. Dafür einen Meisterbrief oder mehrere Meisterbriefe zu haben, ist deshalb nicht abwegig. Mit 66 Jahren fängt für Voit, um mit Udo Jürgens zu sprechen, das Leben erst richtig an. Als ältester Teilnehmer bereitete er sich beim 439. Meistervorbereitungslehrgang der ersten Bayerischen Fleischerschule Landshut auf die Meisterprüfung vor, um anschließend erfolgreich vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz die Teilprüfungen von Fachpraxis bis Fachtheorie abzulegen. Auf die Noten 3 in seinen beiden Prüfungsfächern ist Voit stolz, konkurrierte er schließlich mit jungen Berufskollegen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren.
Im Jahr 1973 legte er die Meisterprüfung als Gas/Wasserinstallateur ab, vier Jahre später folgte die Meisterprüfung zum Heizungs- und Lüftungsbauer, 1978 kam der Meisterbrief für das Spenglerhandwerk dazu. Jetzt im Alter von 66 Jahren erfüllt sich der Senior mit dem Metzgerberuf und dem dazugehörigen Meisterbrief einen Jugendtraum. "Ich wollte immer Metzger werden, dann eine Kochlehre absolvieren und als Koch zur See fahren", erzählt Voit in seiner Zoigl-Stube. Doch das Elternhaus gab einen anderen Berufsweg vor: "Du wirst Spengler", sagte der Vater und machte damit den Wunschtraum des damals recht jungen Josef zunichte.
In seinem Haus mit Zoiglstube in der Neuenhammer Straße hat Voit bereits eine komplett eingerichtete Wurstküche, bislang für den Eigenbedarf und für die Brotzeiten der Gäste in seiner Zoigl-Stube. Jetzt aber möchte er, wenn auch nicht allzu groß, ins Metzgergeschäft einsteigen. Mit seinem unternehmerischen Weitblick hat er schon ausgesuchte zertifizierte Bio-Bauern im Würzburger Raum entdeckt, die ihm Schweinefleisch und Rindfleisch liefern.
Die Herstellung von Wurstdosen steht auf seiner Agenda, aber auch die "Braunschweiger Mettwurst" und der "Rinderbierschinken", seine "Prüfungswürste". Damit hat er auch Barbara Zinkl, Geschäftsführerin der Bayerischen Fleischerschule, überzeugt. Den theoretischen Teil beschreibt Voit als "heftig", dafür hat er sieben Wochen lang nachts bis um ein Uhr gelernt. "Klein und gut" so will Voit nach der positiven Entscheidung der Lebensmittelkontrolleure sein Geschäft aufziehen und hegt keine Konkurrenzgedanken gegenüber bestehenden Geschäften. Vor allem möchte er eng mit der Bio-Bäckerei Forster in Windischeschenbach zusammenarbeiten, in die Tochter Elisabeth eingeheiratet hat.













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