30.06.2020 - 12:17 Uhr
PlößbergOberpfalz

Keine große Krippenschau in Plößberg

Schweren Herzens muss auch der OWV Plößberg auf die Corona-Pandemie reagieren. Er teilt mit, dass die große Krippenschau zum Jahreswechsel gecancelt ist. Neue Termine für 2021 stehen aber bereits fest.

König Herodes bringt eine junge Frau auf seinem Kamel in sein Herodium. Hubert Haubner hat für die Krippenschau 2021/22 fünf Turmhügelfestungen des Königs nach historischen Vorbildern nachgeschnitzt. Die Figuren sind erst grundiert und deshalb weiß. Für die Fassungen hat der Sprecher der Krippenschnitzer ja noch viel Zeit.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Die große Krippenschau ist abgesagt. Zwei Hauptgründe für den Entschluss nennt der Sprecher der Krippenfreunde im OWV, Hubert Haubner. So sage derzeit ein Busunternehmen nach dem anderen ab, weil sich einfach viel zu wenige Leute anmelden.

Zudem könne man im Kultursaal, wenn die Ausstellung dann so stünde wie geplant, niemals das geforderte Hygienekonzept umsetzen. Denn es könnten niemals die geforderten Sicherheitsabstände eingehalten werden: Bedenkt man, dass in den vergangenen Schauen an Spitzentagen bis zu 1500 Leute kamen, um die Plößberger Krippenkunst zu bestaunen. Rund 80 000 Euro hätte der OWV diesmal in die Schau gesteckt. "Wie sollten die wieder reinkommen, wenn keine Besucher kommen?", fragt Haubner.

Die Schnitzer haben schon früh auf die Corona-Pandemie reagiert:

Plößberg

Auch wenn man Brauchtum und Kultur auch in einer Krise aufrechterhalten müsse, sei derzeit das Risiko einer zweiten Coronawelle viel zu hoch. Es gehe schließlich um die Gesundheit der Menschen und da habe jeder Verantwortung zu übernehmen. "Hielten wir an den Plänen fest, müssten wir jetzt mit dem Bauen beginnen.

Für den 28. November war die Eröffnung geplant. Die Ausstellung sollte danach sechs Wochen zu bestaunen sein. Es sei bereits viel Vorarbeit geleistet worden, die aber nicht verloren sei. Und auch der neue Termin für die große Krippenausstellung 2021/22 stehe bereits. Falls sich die Lage bis dahin normalisiert habe, soll die Schau am 26. November 2021 eröffnet werden und bis zum 16. Januar 2022 zu besichtigen sein. Am Konzept werde sich nichts ändern, außer dass in der großen Krippenlandschaft noch weitere Teile hinzukommen und an den Details gefeilt werde.

Die Turmhügelfestungen des Herodes, an denen Haubner gerade arbeitet, würde es ohne Corona nicht geben. Das nachgebildete Herodium und weitere nachgebaute historische Orte entstehen dabei. Deshalb werde es zusätzlich zu den allgemeinen Führungen auch spezielle zu diesen Orten geben.

Trotz Corona können wir Brauchtum und Kultur nicht gänzlich einschlafen lassen.

Hubert Haubner, Sprecher der Krippenschnitzer im OWV

Dabei erfahre man vieles über das ursprüngliche Herodium, über Masada in Israel, wo sich Herodes auf einem Gipfelplateau am Rand der Judäischen Wüste, hoch über dem Toten Meer eine Palastfestung hatte bauen lassen, oder über Machaerus im heutigen Jordanien, wo Johannes der Täufer enthauptet wurde. Etwa fünf Hügelburgen die Herodes über sein rund 6000 Quadratkilometer großes Reich bauen ließ, würden zu sehen sein.

"Das einzige, was wir für die Papiertonne produziert haben, sind die Flyer. Bei den Materialbestellungen sind uns die meisten Firmen äußerst kulant entgegengekommen. Niemand hat uns da das Messer auf die Brust gesetzt", so Haubner. Der Kultursaal ist für kommendes Jahr bereits reserviert.

Sehr gut werde die Idee, "Corona-Schafe" zu schnitzen, angenommen (wir berichteten). Vor allem auswärtige Schnitzer seien dabei besonders fleißig. Neben den Plößberger Schnitzern beteiligten sich Kollegen aus Amberg, Passau und Tschechien mit Eifer, um die Herde zu vergrößern. Rund 55 Schafe sind schon fertig. Die Anfrage nach Rohlingen steige stetig. Die Schafe werden nach der Krippenschau versteigert. Gleich nachdem am Sonntagabend des 16. Januar 2022 die Krippenschau zu Ende ist, geht die Versteigerung an Ort und Stelle über die Bühne. Der Erlös soll der Aktion Lichtblicke zugute kommen.

Hubert Haubner ist sich aber sicher, dass heuer zur Weihnachtszeit die Hauskrippen der Plößberger Krippen angeschaut werden können. Dort könne man sich schon einmal, wenn auch nur ein kleines Bild davon machen, in welche Richtung die Schau im kommenden Jahr gehen könnte.

Eigentlich war ein Weltrekord geplant:

Plößberg

Der Text zur Krippenschau 2018/19

Plößberg
Hubert Haubner steht kurz vor der Vollendung des Herodiums. Am Originalschauplatz wurde erst 2007 der Sarkophag des Königs gefunden.

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