15.03.2020 - 21:05 Uhr
PlößbergOberpfalz

Lothar Müller tritt vierte Amtsperiode in Plößberg an

Der amtierende Bürgermeister verteidigt seinen Rathaussessel mit 58 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis fiel weniger eindeutig aus, als bei der Kommunalwahl 2014. SPD-Herausforderin Susanne Bittner holte mächtig auf.

von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Als erstes gratulierte Ehefrau Manuela mit einem Küsschen: Lothar Müller (CSU) bleibt weiterhin Bürgermeister in der Marktgemeinde Plößberg. Der 53-Jährige gewann die Wahl mit 58 Prozent (1119) der Stimmen.

CSU verliert Stimmen

Das Ergebnis fiel nicht ganz so eindeutig aus wie bei der vergangenen Kommunalwahl 2014. Bereits vor sechs Jahren bewarb sich Susanne Bittner gegen den amtierenden Bürgermeister Lothar Müller für den Rathaussessel. Die 52-jährige Wildenauerin holte einiges an Stimmen auf. 42 Prozent (810) der Wähler gaben der SPD-Frau ihre Stimme.

Bittner verfolgte die Auszählung diesmal auch im Kultursaal, gemeinsam mit der CSU - nicht wie traditionsgemäß im Gasthaus "Bayerischer Hof". Damit reagierte die Partei auf die Coronaviruskrise. "Wir wollen zeigen, dass wir zusammenstehen, auch wenn wir Gegner sind." Viele Marktgemeinderäte und -kandidaten verfolgten mit ihren Familien die Wahl.

Wahllokale gut frequentiert

Trotz des Coronavirus waren die sechs Wahllokale gut frequentiert, berichten die Wahlhelfer. Von den 2683 Wahlberechtigten nutzten über die Hälfte die Möglichkeit der Briefwahl. Insgesamt gaben 1194 Personen ihre Stimme ab, darunter 65 ungültige Stimmzettel. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 76 Prozent. Der kleinste Stimmbezirk Liebenstein war um 18.20 Uhr ausgezählt. Innerhalb einer viertel Stunde folgten die weiteren Urnenstimmbezirke. Über eine halbe Stunde tat sich nichts mehr auf der Tabelle. Die beiden Bürgermeisterkandidaten warteten umringt von ihrer Familie - Müller stehend, Bittner sitzend - auf die Auszählung der zwei Briefwahlbezirke.

Um etwa 19.15 Uhr stand das Ergebnis fest. Bittner seufzte, klatschte mit den Händen auf die Oberschenkel. Auf Müllers Gesicht breitete sich ein zufriedenes Grinsen aus, seine Frau Manuela beglückwünschte ihn mit einem Kuss. "Wir haben alle zwei eine gute Arbeit gemacht", war Bittner trotz der Niederlage sehr zufrieden. "Ein Bombenergebnis. Besonders vor dem Hintergrund: SPD, eine Frau und aus Wildenau." Im "Bayerischen Hof" steigt trotzdem eine Feier, "auch, wenns nicht ganz gereicht hat." Eigentlich wollte die 52-Jährige, wenn sie dieses Mal nicht Bürgermeisterin wird, kein weiteres Mal gegen Müller antreten. "Aber bei 42 Prozent, da muss ich das nochmal überdenken."

Müller ist nun die vierte Amtsperiode für weitere sechs Jahre als Bürgermeister gewählt. Für ihn war bereits im Vorfeld klar, dass er Stimmen verliert, meinte der Plößberger. "Aber dass es dann doch 58 Prozent geworden sind", freute den 53-Jährigen umso mehr.

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