17.07.2020 - 14:43 Uhr
PlößbergOberpfalz

Machbarkeitsstudie für Waldstrandbad bei Plößberg

Die Überschwemmungen nach dem Starkregen im Juni, die Einstellung eines weiteren Bauhof-Mitarbeiters und der Große Weiher: Über einige größere Themen diskutierte sich der Marktrat Plößberg in seiner vergangenen Sitzung.

Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, wie das Waldstrandbad beim Großen Weiher in Plößberg aufgewertet werden kann. Weil auch einige Reparaturen anstehen, sollen insbesondere Lösungsvorschläge her, wie man die Liegewiesen attraktiver gestalten kann.
von Florian TrißlProfil

Schon viele Jahre begleiten der Campingplatz und das Waldstrandbad den Marktgmeinderat Plößberg. Auch in der Juli-Sitzung kam das Thema wieder auf. Zuletzt wurde viel Geld in Renovierungsarbeiten am Kiosk an der Liegewiese gesteckt, der Campingplatz bleibt heuer allerdings den Dauercampern vorbehalten, hieß es von Bürgermeister Lothar Müller. In Zusammenarbeit mit dem städtebaulichen Berater solle nach Meinung der CSU-Fraktion eine Machbarkeitsstudie für beide Einrichtungen erstellt werden, vorwiegend aber für den Badeweiher. Diese soll aufzeigen, wie man das Areal aufwerten kann. Die SPD-Räte unterstützten diesen Plan.

Die Freien Wähler hielten aufgrund der Vielzahl von Projekten in der Gemeinde eine Machbarkeitsstudie nicht für zielführend. Sie stimmten dem Vorschlag jedoch unter der Bedingung zu, dass man schrittweise herangeht und die Priorität auf den Bereich der Liegewiese setzt, da dieser für die Bewohner des Ortes und der näheren Region wichtig sei.

Multitalent für Bauhof gesucht

Zu einer längeren Debatte führte der Antrag auf Einstellung einer weiteren Kraft für den Bauhof. CSU-Fraktionssprecherin Tina Zeitler erläuterte, dass der Antrag auf eine Fachkraft im "grünen Bereich" abziele, die eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau haben sollte. Bei der wachsenden Anzahl an gemeindlichen Gebäuden und öffentlichen Anlagen sei dies eine sinnvolle Ergänzung zum aktuellen Personal.

Susanne Bittner schloss sich für die SPD dem Antrag an, sie wollte allerdings das Aufgabengebiet nicht so stark eingrenzen. Bittner bat darum, einen Handwerker, der vielseitig talentiert sei, zu suchen. Hans Klupp (Freien Wähler) sprach sich derweil dafür aus, Grünanlagen oder die Friedhofspflege an externe Firmen zu vergeben.

Laut Freie-Wähler-Marktrat Franz Wittmann, der Vorarbeiter im Bauhof ist, sei eine Einstellung eines Elektrikers, der eventuell den Bademeisterdienst mit übernehmen könne und im Winterdienst einsetzbar sei, wertvoller. Die Diskussion wurde mit Verweis auf einen Punkt im nichtöffentlichen Teil auf später verschoben und ohne Beschluss belassen.

Weiteres Thema war der Starkregen am 14. Juni - in mehreren Ortsteilen wurden immense Probleme wegen Überschwemmungen gemeldet. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass für den Schutz gegen Rückstau aus dem Kanal die Eigentümer selbst verantwortlich seien. Beim Oberflächenwasser, das über öffentliche Verkehrsflächen in Gärten und Gebäude eindringt, verhalte es sich anders. Deswegen müsse sich das Gremium Gedanken über die Dimensionierung des Kanals mit Hinblick auf die zunehmende Anzahl von unwetterartigem Regen machen. Weiter auf der Tagesordnung stand der Bauantrag für den Neubau einer Mehrzweckhalle mit Klärschlammtrocknung in Schönficht. Dieser wurde mit positiver Stellungnahme und Hinweis auf Berücksichtigung der Belange anliegender Gehöfte an das Landratsamt weitergegeben.

Andere Projekt nicht aufschieben

Das bereits in der letzten Sitzung angesprochene Gutachten zur Brücke über den Liebensteinspeicher zeigt auf, dass die Brücke irreparable Schäden aufweise und eine Sanierung nicht sinnvoll sei. Dies macht einen Neubau zwingend notwendig. Susanne Bittner sprach von "einer neuen Sichtweise und anderen Voraussetzungen" und befürwortete den Neubau. Hans Klupp sieht zwar viele Projekte und Baustellen mit höherer Priorität, allerdings sei die Zusicherung einer 80-prozentigen Förderung ein Grund, dem Neubau zuzustimmen - wenn andere Zukunftsprojekte dadurch nicht aufgeschoben werden.

Keine Anbindung

Zur angrenzenden Straße diskutierten die Räte, dass bei einem Vollausbau, den man bisher plante, möglicherweise Leitplanken eine geringere Breite zulassen als aktuell. Dies solle in die Planungen noch mit einfließen. Laut Lothar Müller wird die Anbindung der Floßer Straße an die Ortsumgehung weiterhin nicht vom Freistaat übernommen. Dies habe er im Gespräch mit Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek in Waldsassen erfahren.

Auch das Thema Mobilfunkmast in Wildenau kochte in der Marktgemeinderatssitzung wieder hoch:

Wildenau bei Plößberg
Info:

Grund- und Gewerbesteuer gesenkt

Eine Vielzahl von Themen behandelte der Marktgemeinderat in seiner Juli-Sitzung. Jugendbeauftragter Philipp Böckl (SPD) trug den gemeinsamen Antrag von SPD und Freien Wählern auf Bildung eines Jugendrats und Einführung des Wettbewerbs „Das beste Jugendprojekt“ vor. Ziel dieses Jugendrats sei es, Jugendliche aller Gemeindeteile so in politische Entscheidungen mit einzubeziehen. Das Jugendprojekt soll eine Belohnung für nachhaltige Jugendarbeit von Vereinen und Gruppen sein. „Der Jugendrat sollte aus zwölf Mitgliedern im Alter zwischen 14 und 25 Jahren bestehen, die über Presse, Mitteilungsblatt, Social Media und persönliche Ansprache durch die Jugendbeauftragten gefunden werden sollen,“ lauten die Vorstellungen der Antragsteller. Details zu einem eigenen Budget oder über die Vergabe des Wettbewerbs „Das beste Jugendprojekt“ müssen nach dem Beschluss, der einstimmig getroffen wurde, noch ausgearbeitet werden.

Zum Antrag auf Senkung der Hebesätze für die Grundsteuern und Gewerbesteuern rückwirkend zum 1. Januar 2020 führte Bürgermeister Lothar Müller aus, dass diese vor vielen Jahren erhöht wurden, um Stabilisierungshilfe erlangen zu können. Anspruch darauf habe die Gemeinde zur Zeit sowieso keine und in der aktuellen Lage solle damit ein Zeichen des Entgegenkommens von der Kommune gesetzt werden. Einstimmig wurden die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer auf 300 von Hundert festgesetzt. Bislang lagen die Sätze bei 350 (Grundsteuer) und 340 (Gewerbesteuer) von Hundert. Die Umsetzung per Bescheid soll in den nächsten Wochen erfolgen.

Dem Antrag der CSU zur Förderung von Solaranlagen und Regenwasserzisternen stimmte das Gremium einstimmig zu. Die Verwaltung erarbeitet eine Richtlinie, die für die gesamte Kommune gelten solle. Mit einer Gegenstimme wurde der Haushaltsansatz für Straßenunterhalt für die Folgejahre auf 350 000 Euro festgelegt.

Ebenfalls von der CSU initiiert wurde der Antrag für die Gestaltung des Kreisverkehrs am Ortsausgang von Plößberg. Es soll ein Wettbewerb ausgeschrieben werden, um Anwohner der Gemeinde und auch Künstler mit ins Boot zu holen. Beraten lassen will man sich von Klaus Zeitler vom Institut Sireg. Das kommunale Förderprogramm, das schon des öfteren im Mitteilungsblatt beworben wurde. soll noch stärker an die Hausbesitzer herangetragen werden. Dafür soll, soweit es die Corona-Beschränkungen zulassen, im Herbst eine Informationsveranstaltung stattfinden.

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