08.04.2021 - 16:03 Uhr
PlößbergOberpfalz

Markt Plößberg: Kleine Investitionen nicht aus dem Auge verlieren

Erneut verabschiedete die Marktgemeinde Plößberg einen Rekordhaushalt. Trotz vieler großer Maßnahmen will die Kommune gleichzeitig den Schuldenstand reduzieren.

Die Ortsverbindungsstraße Ödschönlind-Dürnkonreuth-Stein mitsamt der Stauseebrücke ist der größten Posten des Haushalts 2021. Rund 2 Millionen Euro gibt der Markt heuer dafür aus. Insgesamt kostet das Vorhaben 11,3 Millionen Euro.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Das Volumen des Haushalts der Marktgemeinde Plößberg ist ein weiteres Mal in Folge gewachsen. Doch die Pandemie habe finanzielle Auswirkungen, betonte Bürgermeister Lothar Müller, als er den Haushaltsplan der Gemeinde für 2021 in der Marktratssitzung am Dienstagabend vorstellte. "Es wurde Geld investiert, das andernorts fehlen wird." In der Kommune seien finanzielle Auswirkungen dank der guten Einnahmesituation allerdings kaum spürbar. Dann präsentierte er das Zahlenwerk, das Kämmerer Hubert Götz ausarbeitete.

Haushalt steigt auf 23,2 Millionen

Der Gesamthaushalt der Kommune beträgt 2021 mehr als 23,2 Millionen Euro. Im Vorjahr lag dieser bei 20,1 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt liegt bei 12,5 Millionen Euro. Die Rücklagen betrugen 2020 knapp 8,93 Millionen Euro, über 1 Million mehr als im Vorjahr. Allerdings wird ein Großteil der Rücklagen - 6,3 Millionen Euro - heuer entnommen. Die Schulden sanken vergangenes Jahr leicht um rund 400 000 Euro und betrugen Ende 2020 4,8 Millionen Euro. Die Marktgemeinde plant, die Schulden weiter um 655 000 Euro zu reduzieren, damit man Ende 2021 einen Schuldenstand von rund 4,1 Millionen Euro erreicht. Schuldenaufnahmen seien nicht geplant.

7,4 Millionen Gewerbesteuer

Die wichtigsten Einnahmen der Gemeinde seien die Grund- und Gewerbesteuer. Heuer rechnet der Markt mit rund 443 200 Euro an Grundsteuern, geringfügig mehr als im Vorjahr. Auch die Einnahmen durch Gewerbesteuern mit 5,5 Millionen Euro steigen leicht. "Im Vorjahr haben wir mit 5 Millionen gerechnet, aber mit 7,4 Millionen Euro abgeschlossen", kommentierte Müller. Daraus schließt er, dass Corona keine gravierenden Einbrüche bei örtlichen Unternehmen verursachte. Der Rathauschef erwartet für 2021 einen ähnlichen Betrag. Beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer verzeichnet der Markt mit 1,6 Millionen Euro ein leichtes Minus von 72 000 Euro. Schlüsselzuweisungen erhielt die Kommune wie im Vorjahr keine.

Stauseebrücke der größte Posten

Den Einnahmen von insgesamt 8,1 Millionen Euro stehen Ausgaben (Gewerbesteuerumlage und Kreisumlage) von 2,9 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Überschuss von knapp 5,2 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Überschuss leicht um mehr fast 300 000 Euro gestiegen.

Im Vermögenshaushalt sind 2021 mehrere größere Posten für insgesamt mehr als 7,8 Millionen enthalten. Größte Investition ist mit 2 Millionen Euro die Ortsverbindungsstraße Ödschönlind-Dürnkonreuth-Stein inklusive Stauseebrücke. Die Gesamtmaßnahme kostet über 11 Millionen Euro und ist damit eines der teuersten Projekte der Kommune überhaupt. Die Kosten werden zu rund 80 Prozent bezuschusst. Mit einem Restbetrag von 1,3 Millionen Euro ist der Neubau der Kläranlage die zweitgrößte Investition. Die Baumaßnahme sollte demnächst abgeschlossen sein.

Die Sanierung des Generationenhauses in der Blumenstraße ist voll im Gange. Dafür gibt die Kommune heuer 832 000 Euro aus. Insgesamt kostet die Maßnahme 1,3 Millionen Euro und wird im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern zu 90 Prozent gefördert. Für das Kooperatorhaus in Beidl sind in diesem Jahr 500 000 Euro eingeplant. Die Revitalisierung des ortsprägenden Gebäudes schlägt mit insgesamt 1,6 Millionen Euro zu Buche. Für die Weiterentwicklung der Leerstände in der Hauptstraße 11 und 9 zahlt die Kommune 200 000 Euro.

Kleine, aber wichtige Investitionen

Für die Baugebiete Kapellenweg in Plößberg und Schloßleite in Wildenau sind jeweils 575 000 Euro für Straßenbau sowie den Bau von Wasser- und Abwasserleitungen vorgesehen. Für die Feuerwehren werden teils neue Fahrzeuge angeschafft oder es stehen Umbauten an der Gerätehäusern an. Dafür sind 300 000 Euro eingeplant. 216 000 Euro investiert die Marktgemeinde in neue Bauhoffahrzeuge. Eine eher kleine, aber dringend notwendige Investition seien die 53 000 Euro, die für die Urnengrabanlage auf dem Friedhof vorgesehen sind. Vergangenes Jahr kaufte die Gemeinde Grundstücke für rund 1 Million Euro, die für den Wohnungsbau gedacht sind. Diese Kosten werden heuer kostenwirksam. Weitere Ausgaben, die im Haushalt eingeplant sind, sind etwa die EDV-Ausstattung der Grundschule, die Umgestaltung des alten Grundschulpausenhofs, den Breitbandausbau oder die Wasserversorgung. "Jeden von uns gehen wünschenswerte Projekte durch den Kopf", sagte Müller. Die Liste mit Projekten in der Pipeline sei lang. "Doch wir müssen realistisch bleiben." Nur Schritt für Schritt könne alles abgearbeitet werden.

Lebensverhältnisse verbessern

"Trotz hohem Schuldenstand versuchen wir mit einer Vielzahl an Maßnahmen unsere Gemeinde für Jung und Alt attraktiv zu machen", betonte CSU-Fraktionsvorsitzende Tina Zeitler. Sie begrüßte dass die Haushaltsstelle für Kinderspielplätze erhöht wurde. Sie plädierte dafür die Straßensanierungen und das Freizeit- und Erholungsgebiet am Großen Weiher nicht aus den Augen zu verlieren. Zur Wirtschaftskraft in der Gemeinde bemerkte Zeitler: "Wir sind eine der wenigen Gemeinden mit Einpendler-Überschuss." SPD-Fraktionssprecher Marcus Fritsch mahnte, dass bei der Fülle an Projekten die Qualität der Umsetzung nicht leiden sollte. Er regte eine Prioritätenliste an. Bei allen Entscheidungen sollte der Marktrat Transparenz zeigen. Besonders die Modernisierung des Campingplatzes liegt dem Fraktionssprecher am Herzen.

Neben vielen Pflichtaufgaben gelte es mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde nachhaltig zu wirtschaften und die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern, erklärte Dritter Bürgermeister Hans Klupp. Seiner Meinung nach müsse besonders in "Soft-Faktoren", wie Freizeit, medizinische Versorgung, Kultur, Wohnen, gesellschaftliches Leben, intakte Natur und digitale Infrastruktur, entschieden investiert werden. Doch auch Klupp hielt es für wichtig Prioritäten zu setzen.

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