18.10.2020 - 11:46 Uhr
PlößbergOberpfalz

Marktrat Plößberg diskutiert Standorte für Kinderkrippenerweiterung

Obwohl die Kinderkrippe "Wirbelwind" in Plößberg erst einige Jahre alt ist, reicht der Platz schon nicht mehr aus. Architekt Klaus Stiefler vom Büro RSP stellte den Markträten verschiedene Möglichkeiten für eine Erweiterung vor.

Obwohl die Kinderkrippe Wirbelwind in Plößberg erst einige Jahre alt ist, reicht der Platz schon nicht mehr aus. Architekt Klaus Stiefler vom Büro RSP stellte dem Markträten verschiedene Möglichkeiten für eine Erweiterung vor.
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Bereits sechs Jahre nach der Einweihung der Kinderkrippe "Wirbelwind" in Plößberg ist die Einrichtung an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Dort betreut das Team um Leiterin Stefanie Siegert derzeit 48 Kleinkinder in zwei Gruppen. In der jüngsten Marktratssitzung stand die Standortfrage für eine Erweiterung auf dem Plan.

Klaus Stiefler von Architekturbüro RSP ging in seiner Präsentation zunächst auf die Raumanforderungen ein. Für eine Gruppe mit zwölf Kindern seien 150 Quadratmeter Platz nötig. Dazu kämen noch Gruppen- und Ruheraum, ein Nebenraum, Sanitärräume und Verkehrsflächen. Auch für den Außenspielbereich ist eine Mindestgröße festgesetzt.

Im Pfarrgarten oder in Beidl

Als Standort für eine Erweiterung brachte Stiefler den derzeitigen evangelischen Pfarrsaal in der Alten Schulstraße ins Gespräch. Das Gebäude könnte abgerissen und eine Kinderkrippe für ein oder sogar zwei Gruppen entweder ein- oder zweigeschossig neu gebaut werden. Vorteile bei dieser Variante wäre die attraktive Lage am August-Horn-Park, die gut zum Konzept der "Sozialen Mitte" passen würde. Zwar wäre die Einrichtung dann zweigeteilt, was mehr Organisationsaufwand und weniger personelle Flexibilität für das Team bedeute. Jedoch liege der Neubau in der Nähe der bestehenden Kinderkrippe. Je nach Bauweise für ein oder zwei Gruppen würde mehr oder weniger Platz vom August-Horn-Park für die Einrichtung wegfallen.

Eine weitere Möglichkeit bestehe laut dem Städteplaner auch darin, dass die gesamte Kinderkrippe in den Neubau auf das Gelände des evangelischen Pfarrheims einzieht. Hier stelle sich aber die Frage, wie das Gebäude der aktuellen Krippe genutzt werden soll. Außerdem müsste die Gemeinde einen erheblichen Teil der Zuschüsse und Förderungen zurückzahlen.

Ein weiterer Standort könnte in Beidl bei der Kindertagesstätte "Regenbogen" sein. Dort werden aktuell 100 Kinder betreut. Hier hätte man das Personal gebündelt an einem Standort, allerdings wäre ein Eingriff in das bestehende Gebäude nötig und die Außenspielflächen würden sich verkleinern, gab der Städteplaner zu bedenken. Je nachdem, ob eine oder zwei Gruppen in den Anbau einziehen würden, gebe es in Beidl dann keine zusätzlichen Erweiterungsmöglichkeiten mehr. Bereits im Vorfeld ausgeschlossen wurde die Möglichkeit, das Dachgeschoss der aktuellen Krippe für eine weitere Gruppe auszubauen. Dem Vorteil, dass die gesamte Einrichtung unter einem Dach untergebracht wäre, stünden mehr Nachteile entgegen: Der aktuell gut genutzte Mehrzweckraum würde wegfallen, außerdem könnte man nur eine weitere Gruppe mit zwölf Kindern unterbringen. Als Außenspielfläche müsste die Dachterrasse oder der bestehende Garten genutzt werden, beides sei allerdings zu klein. Eine weitere Alternative, die sich mittlerweile zerschlagen habe, sei eine Kinderkrippe im Erdgeschoss des neuen Generationentreffs gewesen. Das Gebäude direkt vor der Kinderkrippe befindet sich allerdings schon im Umbau.

Ideallösung nicht machbar

Bei einem Vorgespräch mit Bürgermeister, Städtebauplanern, Kinderkrippenleitung und Verwaltung tauschten die Beteiligten ihre Wünsche aus. Idealzustand wäre demnach, die Einrichtung unter einem Dach unterzubringen. Dies sei allerdings unter den gegebenen Umständen nicht machbar. Die Nachteile einer Zweihäusigkeit ließen sich nur durch eine Neuorganisation des Ablaufs ausgleichen - so müsste also ein eigenes Team für das zweite Haus eingestellt werden. Auf krankheitsbedingte Ausfälle des Personals könnte man weniger leicht reagieren. Zumal vor allem die Krippenkinder feste Bezugspersonen bräuchten.

"Eine optimale Lösung wird es nicht geben", erklärte Bürgermeister Lothar Müller. Für ihn ist die Aufgabe des jetzigen Standorts keine Option. "Die Kinderkrippe hat 1,3 Millionen Euro gekostet und ist erst sechs Jahre alt." Mit der evangelischen Pfarrei habe er schon wegen des Grundstücks und des Pfarrsaals gesprochen. Diese seien sehr positiv verlaufen. "Wir könnten es zu einem akzeptablen Preis erwerben", sagte Müller. Allerdings müsste das Grundstück vor dem Neubau neu erschlossen werden.

Müller plädierte für die Lösung mit dem wenigsten Konfliktpotenzial. Sein Favorit sei ein eingeschossiger Neubau für zwei Gruppen im Pfarrgarten. Auch die anderen Markträte sprachen sich dagegen aus, den aktuellen Standort aufzugeben. Einzig SPD-Fraktionssprecher Marcus Fritsch bevorzugte den Gesamtumzug der Kinderkrippe nach Beidl. "Ich bin eine Freund der Kompaktheit." Vor allem Familien mit unterschiedlich alten Kleinkindern müssten morgens so nicht verschiedene Standorte anfahren und würden entlastet. Allerdings müsste man ein schlüssiges Konzept für die Nachnutzung der aktuellen Krippe finden.

Vernünftiges Verkehrskonzept

"Für mich ist am aussagekräftigsten, was das Personal sagt", meldete sich Familienbeauftragte Katrin Hüttner (SPD) zu Wort. Sie warf dem Gremium Versäumnisse bei der Entscheidung zum Bau der Kinderkrippe "Wirbelwind" vor. Man hätte von Anfang an für mehr Kinder planen müssen. CSU-Fraktionsvorsitzende Tina Zeitler, gab zu bedenken, dass man sich bei einem Neubau die Option freihalten sollte, noch ein weiteres Mal zu erweitern. Drittem Bürgermeister Hans Klupp (Freie Wähler) bereitete die Lösung Zweihäusigkeit große Bauchschmerzen. Im Fall eines Neubaus an der Alten Schulstraße müsste ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept erarbeitet werden, denn vor allem zu den Bring- und Abholzeiten gebe es sonst ein Verkehrschaos.

Eltern werden gehört

Krippenleiterin Stephanie Siegert wünschte sich, wenn schon eine Einhäusigkeit nicht umsetzbar sei, zumindest einen eingeschossigen Bau. Treppen seien oft eine Hürde für kleine Kinderfüße. Sie freute sich, in den Entscheidungsprozess mit eingebunden zu sein. Die Markträte wollen auch noch die Meinungen der Eltern hören. Eine Beschluss stand zu diesem Thema nicht an.

Die Kinderkrippe Wirbelwind ist an der Kapazitätsgrenze

Plößberg
Eine Möglichkeit wäre, das Evangelische Pfarrhaus in der Alten Schulstraße zu erwerben, abzureißen und dort ein neues Gebäude für zwei oder vier Kinderkrippen-Gruppen zu bauen.

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