23.02.2021 - 17:26 Uhr
PlößbergOberpfalz

Pfarrhaus-Sanierung in Plößberg startet 2022

Im Februar kam der Bescheid über Mittel aus der Städtebauförderung – damit ist die Sanierung des evangelischen Pfarrhauses finanziell gesichert. Kirchengemeinde, Kommune und Architekten informierten über die Hintergründe der Baumaßnahme.

Das evangelische Pfarrhaus in Plößberg soll für insgesamt 1,4 Millionen Euro saniert werden. Architekt Sebastian Grundler (Zweiter von links) stellte Dekan Thomas Guba, Bürgermeister Lothar Müller (von rechts) und Plößbergs städtebaulichem Berater Klaus Zeitler (links) die Umbaumaßnahme vor.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Schon seit mehreren Jahren ist das evangelische Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Georg in Plößberg nicht mehr bewohnbar. Nach über 10 Jahren mit unterschiedlichsten Plänen für das Pfarrhaus wird nun die Sanierung des historischen Gebäudes konkret. Für insgesamt 1,4 Millionen Euro soll das Anwesen saniert werden. Bezuschusst werden die Baumaßnahmen durch die evangelische Landeskirche und die Kommune im Rahmen der Städtebauförderung. Bauherrin ist die evangelische Kirchengemeinde. Zuwendungsfähig von den 1,4 Millionen Euro Baukosten im Bereich Städtebau sind 1,15 Millionen Euro.

Seit Mitte Februar zugesagt ist ein 90-Prozent-Städtebauzuschuss aus Bundes- und Ländermitteln in Höhe von 1 035 000 Euro. Der Markt beteiligt sich mit einem Anteil von 10 Prozent in Höhe von 115 000 Euro. Offen bleibt dann noch eine Summe von 247 000 Euro, die von der evangelischen Kirchengemeinde zu tragen ist. Da das Gebäude seit langer Zeit unbewohnbar ist und leer steht, erfolgt die Förderung im Zuge der „Förderoffensive Nordostbayern“. Kirchengemeinde, Kommune und Architekten informierten nun über die Details des Sanierungsprojekts.

Anwesen rund 200 Jahre alt

Das Pfarrhaus wurde wahrscheinlich um 1820 gebaut. Denn seit dieser Zeit gibt es einen Pfarrsitz in der Gemeinde, wusste Planer Sebastian Grundler. Die Gebäudesanierung umfasst den Ausbau der Wohn- und Verwaltungsräume und den Bau eines neuen Pfarrsaals im Bestandsgebäude, informierte Ulrike Weich, Architektin in der Verwaltungsstelle des Dekanats Weiden. Vor allem der Dachstuhl des rund 200 Jahre alten Gebäudes weist eine hohe Schadstoffbelastung auf. Im Dachgeschoss seien die Holzbauteile schwer von Schädlingsvernichtungsmittel angegriffen worden, meinte Weich. Dazu kommen Feuchteschäden im Gemäuer, ergänzte Grundler. Ekkehard Teicher, Mitglied des Kirchenvorstandes, berichtete, dass die Heizkosten für den Leerstand enorm seien. Die grundsätzliche Substanz des historischen Gemäuers sei nach Ansicht der Planer in Ordnung. Das Dach wird komplett ersetzt, aber in seiner jetzigen Form wiederhergestellt. Aktuell ist dort eine Photovoltaikanlage installiert, diese soll runter.

Gebäude wird komplett entkernt

Das Pfarrhaus wird komplett entkernt, auch die Zwischendecken sowie der Boden im Erdgeschoss werden erneuert. Dabei wird der Grundriss der Räume offener gestaltet, erklärte Ulrike Weich. Das Sekretariat des Pfarramts bleibt mit seinen Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Die andere Hälfte – derzeit die Garage – wird zum Pfarrsaal ausgebaut und umfunktioniert. Dieser misst 45 Quadratmeter und erhält Richtung Straße und Garten jeweils große Glastüren. An der westlichen Wand ohne Fenster ist ein Einbauschrank geplant, der als Stuhllager dienen soll.

Im Ober- und Dachgeschoss entsteht eine Wohnung mit einer Wohnfläche von knapp 190 Quadratmetern. Auch diese soll eine zeitgemäße Aufteilung erhalten und möglichst helle und lichtdurchflutete Räume bekommen.

Das Gebäude wollen die Planer möglichst in seinen Urzustand zurückversetzen. Das gilt auch für die Fenster- und Türöffnungen. Von außen betrachtet bleibt das Anwesen größtenteils seiner derzeitigen Struktur erhalten. Die Fassade wird nur aufgehübscht. Nur der Anbau Richtung Garten wird abgebrochen. Dafür ist oberhalb der Glastür vom Pfarrsaal in den Garten ein kleiner Balkon geplant, eine Treppe ermöglicht einen Zugang von der Pfarrerwohnung in den Garten. Die grobe Planung für die Umbaumaßnahmen sind bereits abgeschlossen, hieß es vonseiten der Dekanats-Architektin und des Architekturbüros 2G in Weiden. Nun folgen die Detailplanungen. Im Frühjahr 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Neue Nutzung für Leerstand

„Ziel der Förderungen ist es, die Ortsmitte aufzuwerten, Leerstände neuen Nutzungen zuzuführen und das Gemeinschaftsleben zu stärken“, teilte Regierungsbaudirektorin Regina Harrer in einem Schreiben mit. „Durch die Sanierung kann das städtebaulich wichtige Gebäude langfristig erhalten und wieder genutzt werden.“ Eine besondere Bedeutung für das Zusammenleben werde der neue Pfarrsaal im Erdgeschoss haben, ist sich Harrer sicher.

Über die Zusammenarbeit von Kommune und evangelischer Kirche bei dem Projekt freute sich Bürgermeister Lothar Müller. Das Pfarrhaus sei zwar nicht denkmalgeschützt, aber dennoch ein ortsprägendes Gebäude. Die Maßnahme passe zudem zum Projekt „Soziale Mitte“ in Plößberg. Im Ortskern finde man rund um den August-Horn-Park eine Verdichtung vielfältiger Einrichtungen mit Kinderkrippe, Arzt, Apotheke, Bank, Friseur, Gastronomie und bald auch dem Mehrgenerationentreff.

Gemeinde profitiert vom Projekt

Dekan Thomas Guba, der die Sanierung des Plößberger Pfarrhauses betreut, seit Pfarrerin Katharina Bach-Fischer nach Fürth wechselte, freute sich. „Ohne Unterstützung wäre dieses Projekt für uns nicht umsetzbar gewesen.“ Der neu entstehende Pfarrhof und der Pfarrsaal sollen natürlich für alle Plößberger offen sein, betonte er. Ein jahrelanges Ringen nehme nun gutes Ende, meinte die ehemalige Plößberger Pfarrerin erleichtert. „Alle haben sich sehr ins Zeug gelegt.“ Sie sei sich sicher, dass die ganze Gemeinde von der Sanierung profitieren werde.

Das sah auch Klaus Zeitler, städtebaulicher Berater der Marktgemeinde, so. „Die Vielfalt im Dorfkern spielt eine große Rolle für die Lebensqualität. Die Sanierung des Pfarrsaals ist ein wichtiger Baustein für die gesamte Entwicklung des Bereichs ,soziale Mitte‘“.

Ekkehard Teicher hofft, dass mit der Sanierung des Gebäudes die Pfarrstelle in Plößberg bald wieder besetzt wird und ins Pfarrhaus Leben einkehrt. „Ein funktionsfähiges Pfarrhaus gehört zu einer Pfarrgemeinde dazu.“

Der Pfarrhof werde komplett entkernt, erläuterte Planer Sebastian Grundler vom Architekturbüro 2G in Weiden.
Die Planungen für die Sanierung übernehmen die Architekten des Büros 2G aus Weiden. Dieser in den Garten hineinragende Anbau wird abgerissen.

Das Finanzierungskonzept für die Pfarrhaussanierung steht

Plößberg

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