12.07.2020 - 18:02 Uhr
PlößbergOberpfalz

"Soziale Mitte" soll aus mehreren Bausteinen wachsen

Planer stellen bei Gemeinderatssitzung in Plößberg Überlegung vor. Der Umbau des evangelischen Pfarrhofes etwa eröffnet neue Möglichkeiten.

Der August-Horn-Park soll einmal das Zentrum der sozialen Mitte sein. Das Haus der Gemeinde mit Arztpraxis und Apotheke (links), der evangelische Pfarrhof mit dem Gemeindesaal (rechts daneben im Hintergrund) und der neue Bürgertreff in der Blumenstraße 22 werden in die Ideenfindung mit eingeschlossen.
von Florian TrißlProfil

Schon seit 2014 befindet sich Plößberg auf dem Weg, Leerstand im Ort zu beseitigen, den Ortskern zu verschönern und Leben in die Ortsmitte zu bringen. Klaus Stiefler vom Ingenieurbüro RSP Bayreuth und Dr. Klaus Zeitler vom Institut Sireg bringen seitdem Ideen ein und entwickeln Konzepte im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzepts ISEK.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten sie das Projekt "Soziale Mitte" vor. Es gehe dabei zum einen um die kulturelle Mitte mit dem Bereich Rathaus-Kultursaal-Grundschule, aber aktuell vor allem um die soziale Mitte im Bereich vom Kriegerdenkmal über den August-Horn-Park hin zur Senioreneinrichtung des BRK. Darum scharen sich weitere Einrichtungen wie die Kinderkrippe, das evangelische Pfarrhaus, die Arztpraxis mit anschließender Apotheke und auch Bäckereien und Physiotherapien.

Kauf des "Schwarzen Adlers"

In diesem Zusammenhang erwähnte Bürgermeister Lothar Müller auch den Kauf des "Schwarzen Adlers" und des angrenzenden "Steierers" durch die Gemeinde. Stiefler nannte diesen Kauf auch hinsichtlich der Neugestaltung der Hauptstraße nach Fertigstellung der Umgehung im Zusammenhang mit der sozialen Mitte als wichtigen Schritt. Das Projekt "Soziale Mitte" besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Bausteinen. "Die Auftakt mit dem Bau der Kinderkrippe ist bereits umgesetzt und die Einrichtung des Bürgertreffs in der Blumenstraße 22 ist durch die Vergabe einiger Arbeiten nun in die Wege geleitet," freute sich Stiefler über erste Umsetzungen. Ein nächster Schritt könnte der barrierefreie Ausbau des gemeindlichen Gebäudes sein, in dem sich Arztpraxis und Apotheke befinden.

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Gebäude für Kinderkrippe

"Neue Möglichkeiten eröffnen sich auch durch den geplanten Umbau des evangelischen Pfarrhofes", so Stiefler. Erfolgreich verlaufen seien Gespräche über eine Beteiligung durch die Städtebauförderung, um die Struktur des Ortskerns zu erhalten Der Architekt stellte ein Konzept vor, bei dem der jetzige Pfarrsaal in das Pfarrhaus integriert würde und im hinteren Bereich ein Freibereich zum Saal anschließen würde. Als letzten Baustein regte er an, das Grundstück mit dem jetzigen Pfarrsaal durch die Gemeinde anzukaufen, das Gebäude abzubrechen und hier die nötige Erweiterung der Kinderkrippe in einem separaten Gebäude umzusetzen.

Dem Großteil der Ideen für die soziale Mitte mit barrierefreiem Ausbau und dem Konzept für den evangelischen Pfarrhof stimmten alle Fraktionen einstimmig. Hans Klupp, Fraktionssprecher der Freien Wähler, machte aber deutlich, dass seine Fraktion gegen die Zweihäusigkeit der Kinderkrippe sei. Eine Trennung durch die Blumenstraße und getrennte Gebäude seien eine schlechte Lösung für die Erweiterung. Er wolle, dass auf jeden Fall eine Erweiterung hinter dem neuen Bürgertreff verfolgt werde.

Katrin Hüttner, stellvertretende Familienbeauftragte, von der SPD brachte als mögliche Alternative einen Umzug der Kinderkrippe nach Beidl in die Diskussion ein, um damit Kindergarten und Kinderkrippe langfristig in einem gemeinsamen Gebäude zu haben. Ein zweites Gebäude auf der anderen Straßenseite der Blumenstraße werden auch sie nicht befürworten. Fraktionssprecherin Tina Zeitler von der CSU stimmte zu, dass ein Erweiterungsbau an der Stelle des evangelischen Pfarrhofs sicher nicht optimal sei, aber dadurch dass die bestehende Krippe und der mögliche neue Standort nur von der Blumenstraße getrennt werden, hätten die Erzieherinnen und die Kinder immer noch kurze Wege. Sie schlug vor, eine Erweiterung an das bestehende Gebäude und hinter dem neuen Bürgertreff nochmals zu prüfen. Das Gremium fasste einstimmig den Beschluss, die Sanierung des evangelischen Pfarrhauses mit Unterstützung durch die Städtebauförderung voranzutreiben und Gespräche über das Grundstück mit dem Pfarrsaal zu führen mit dem Ziel, dieses Gelände für die soziale Mitte in Plößberg zu verwenden.

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