16.08.2019 - 11:56 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Was kann das Polo-SUV T-Cross von VW?

Die Farbe des Testwagens heißt Pale Copper, blasses Kupfer. Wir stellten ihn zum Fotografieren ins Feld (Field) und fühlten uns wie Copperfield. Das Auto verschwand fast vor unseren Augen.

Der VW T-Cross kann im Test überzeugen.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Sie haben keinen Sinn für solche Gags, und die Farbe ist Ihnen eh' wurscht? Dann lassen Sie uns über den VW T-Cross reden. Und schon sind wir wieder bei der Zauberei: Das kleinste SUV der Wolfsburger wirkt für sich betrachtet groß wie ein Tiguan, entpuppt sich im tatsächlichen Größenvergleich dann aber schnell als das was es ist: ein hochbeiniger Polo. Klein? Nein. Und: Verstecken muss sich der T-Cross beileibe nicht, weder vor den Modellen anderer Hersteller noch vor dem hauseigenen etwas größeren Bruder T-Roc.

Mit einer Außenlänge von 4,10 Metern bleibt der T-Cross gerade noch so ein Kleinwagen, innen aber trumpft er mächtig auf. Auch große Menschen sitzen vorne auf vollwertigen Sitzen bequem, und dahinter bleibt genug Raum für drei Mitreisende. An der Stelle ist es freilich vorbei mit der Zauberei: Wer nun meint, den Kofferraum durch die serienmäßig verschiebbare Rückbank vergrößern zu müssen, muss sich entscheiden: Platz vorne, in der Mitte oder hinten. Alles zusammen geht nicht. Wenn der Fahrersitz zum Beispiel auf eine 1,85-Meter-Person eingestellt ist und die Rückbank ganz noch vorne geschoben wird, dann passt auf letztere kein Mensch mehr, der seine Beine abstellen möchte. Eine Babyschale aber doch. Die Lehne ist zudem klappbar, und auch der Beifahrersitz legt sich auf Wunsch flach. Schade, dass es keine mittlere Durchreiche - zum Beispiel für Skier - gibt. Verwirrend ist auch, dass sich der an sich höhenverstellbare Ladeboden nicht verstellen lässt, weil der Subwoofer im Kofferraum im Weg ist. Also: Aufpassen, wo man sein Kreuzchen in der Optionenliste setzt! Bei der Materialqualität lässt der T-Cross Luft nach oben. Stört aber nicht weiter.

Zauberhaftes Zusammenspiel

Eher schon fällt ins Gewicht, wie er fährt, nämlich wie ein Großer. Der T-Cross federt bei grundsätzlich straffer Abstimmung sehr geschmeidig ein, bleibt in Kurven lange neutral, ehe er beherrschbar ins Untersteuern kommt. Beinahe hätten wir das Wort Fahrspaß hingeschrieben. Und den mindert weder der quirlige Dreizylinder mit Otto-Partikelfilter noch das im Testwagen verbaute 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Mit seinen 115 PS marschiert der Kleine forsch voran, während die Fahrstufen sanft und treffsicher durchgewunken werden. Sparfüchse werden den T-Cross mit einem Durchnittsverbrauch von Fünfkommairgendwas bewegen können; bei uns waren es sechseinhalb. Super.

Assistenten helfen mit

Beim Thema Assistenz lässt sich der T-Cross nicht lumpen. Er reguliert das Tempo dank Abstandsradar, hält selbstständig die Spur, parkt ohne großes Zutun des Fahrers ein (150 €). Handys koppelt und lädt er induktiv. Inklusive des DSG kostet der Testwagen etwas mehr als 25 000 Euro. Mit all den Goodies überspringt er locker die 32 000-Euro-Marke. Und spielt auch in dieser Wertung eine gute Klasse höher.

Fazit: Der T-Cross ist ein pfiffiges Kleinwagen-SUV für alle Generationen, völlig ausreichend für Paare, dann dank Variabilität auch für die große Reise. Volle Beladung durch Passagiere und Gepäck - das geht nicht. Schließlich kann der Wagen nicht zaubern.

Im Testmittel genehmigte sich der T-Cross mit 115 PS und DSG 6,5 Liter Super.

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