29.06.2020 - 10:27 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

First Responder bald auch in der Gemeinde Poppenricht

Eine First-Responder-Gruppe soll ab Mitte des Jahres 2021 in der Gemeinde Poppenricht die Rettungskette unterstützen. Das beschließt der Gemeinderat einstimmig.

Die erste Spende in Höhe von 1600 Euro für die First Responder in der Gemeinde Poppenricht überreichen die FW-Gemeinderäte Bertram Gebhard (rechts) und Michael Reimelt (Zweiter von rechts) zusammen mit dem Notfallmediziner Dr. Michael Körber (Dritter von links) und Silke Kunz (Zweite von links) an Bürgermeister Roger Hoffmann.
von Autor GFRProfil

Über den Sinn und Zweck der First Responder informierten das Gremium der Internist und Notfallmediziner Dr. Michael Körber sowie Silke Kunz, die sich für First Responder in Poppenricht stark macht. Vorrangig geht es demnach darum, dass qualifizierte Ersthelfer möglichst schnell am Ort des Geschehens eintreffen und lebensrettende Erstmaßnahmen einleiten. Denn etwa bei einem Herz- und Kreislaufstillstand sinkt mit jeder verstrichenen Minute die Überlebenschance um zehn Prozent. Während Rettungsdienst. Notarzt oder Feuerwehr teilweise längere Anfahrtswege haben, können die First Responder binnen weniger Minuten am Einsatzort eintreffen.

Erste First Responder gab es in den USA bereits in den 80er-Jahren, 1993/94 wurden erstmals auch in Deutschland diese Rettungskräfte bei der Münchner Feuerwehr aufgestellt. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sind in den Gemeinden Freudenberg, Kastl, Königstein und Edelsfeld bereits First Responder im Einsatz. Grundsätzlich arbeiten First Responder ehrenamtlich und ohne Entlohnung. First Responder haben eine fundierte Erste-Hilfe-Ausbildung, versorgen den Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes und informieren weitere Einsatzkräfte über die Lage. Soweit es die Finanzen erlauben, werden First Responder mit Einsatzfahrzeugen, die über Sondersignale verfügen, ausgestattet, ansonsten fahren First Responder mit ihren Privat-Autos, wobei sie dann keine Sonderrechte im Straßenverkehr haben.

Coronavirus stoppt die Helfer

Amberg

Laut Dr. Michael Körber wurde in Vorgesprächen mit den Feuerwehren Poppenricht und Traßlberg vereinbart, dass First Responder Mitglieder der Feuerwehr sein müssten, um entsprechend abgesichert zu sein. Auch sollten sie über eine Feuerwehrgrundausbildung verfügen. Ihr "Vorgesetzter" sei jedoch nicht der jeweilige Feuerwehrkommandant,“ sondern der örtliche Leiter der First-Responder-Gruppe, der auch den Dienstplan aufstellt. Die Alarmierung erfolge über die Rettungsleitstelle. Da First Responder sofort anfahren könnten, träfen sie grundsätzlich auch erhebliche Zeit vor Rettungsdienst und Feuerwehr am Einsatzort ein.

Für die CSU stellte Andreas Kopf klar, dass seine Fraktion die First Responder begrüße, die endgültige Entscheidung aber den beiden Feuerwehren vorbehalten bleiben solle. Auch SPD und Freie Wähler stehen den First Respondern positiv gegenüber. Wer für eventuelle Fehler beim Einsatz der First Responder hafte, wollte Johannes Hauer wissen. "Muß eventuell der Feuerwehrkommandant gerade stehen?“, fragte er. Dr. Körber informierte, dass First Responder wie aktive Feuerwehrdienstleistende versichert seien und der Kommandant keine Verantwortung für den Einsatz der First Responder trage.

Der Notfallmediziner schätzte die Kosten für die Erstausrüstung eines First Responders auf mindestens 12 000 Euro, die eventuell die Gemeinde vorfinanzieren sollte, bis bei entsprechendem Spendenaufkommen an eine Refinanzierung zu denken sei. Beispiele im Landkreis hätten großes Spendenbereitschaft gezeigt, da das Geld in der Gemeinde bleibe.

Ohne Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat für die Einführung der First Responder aus, wobei Bürgermeister Roger Hoffmann als frühesten Termin den Sommer 2021 nannte. Eine erste Anschubfinanzierung hatten die Freien Wähler parat. In Coronazeiten hatten sie auf Initiative des FW-Vorsitzenden Michael Reimelt rund 1000 Mund-Nase-Masken genäht und verkauft und waren dabei auch mit vielen freiwilligen Spenden bedacht worden. Den Gesamterlös von 1600 Euro überreichten Reimelt und Bertram Gebhard der Gemeinde Poppenricht.

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