29.05.2020 - 13:29 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Gemeinderat diskutiert über neue Mobilfunk-Masten

Fast eineinhalb Stunden verwandte der Poppenrichter Gemeinderat auf ein Thema. Im Blickpunkt stand der Bau zweier Funkmasten in Traßlberg und Altmannshof und die mögliche Einführung der 5G-Frequenzen. Dazu informierte die Räte die Telekom.

Hauptpunkt der Gemeinderatssitzung war das Vorhaben der Telekom im Gemeindegebiet zwei Mobilfunksender auch für das 5G-Netz zu errichten.
von uscProfil

Die Telekom ist per Vertrag verpflichtet, entlang der Bundesbahnstrecken für ordentlichen Handybetrieb zu sorgen. Aus diesem Grund steht das Unternehmen vor der Aufgabe, im Bereich der Gemeinde Poppenricht zwei neue Mobilfunksender zu errichten. Zum Thema 5G-Netz wird Bürgermeister Roger Hoffmann noch Informationen vom Landesamt für Umwelt einholen.

Vor dem öffentlichen Teil hatte der neue Gemeinderat bereits in der Schulturnhalle sechs Stunden in Klausur getagt. Hauptpunkt im öffentlichen Teil war das Vorhaben der Telekom, im Gemeindegebiet zwei Mobilfunksender zu errichten. Bis zu einer Realisierung wird noch einige Zeit vergehen, schätzungsweise zwei bis drei Jahre, doch die Kommunalbeauftragte der Telekom, Jennifer Pohl, wollte dem Gemeinderat schon frühzeitig über die Vorhaben unterrichten.

Die Telekom ist demnach vertraglich durch die Bundesregierung beauftragt worden, entlang der Bahnstrecken das Funknetz für Handybetrieb auszubauen. Dazu sucht die Telekom in der Gemeinde Poppenricht zwei Standorte, die zusammenwirken müssen und sich nicht stören dürfen, so Pohl. Deshalb seien die Masten nicht beliebig platzierbar, betonte Pohl.

Messungen hätten gezeigt, dass in Traßlberg und Altmannshof der Handyempfang im Freien gut, in Gebäuden weniger zufriedenstellend sei. Für Altmannshof ist nach Angaben von Pohl ein Mast geplant, der 40 Meter hoch sein muss, um den Bereich der Bahnstrecke gut versorgen zu können. Neben GSM, UMTS, LTE und NGN komme in ein paar Jahren wohl auch das 5G-Netz hinzu. Dieses Netz könne im Nachhinein schnell auf den Masten installiert werden. Pohl ergänzte, dass diesen neuen Sendemast auch andere Anbieter nutzen dürfen.

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Die Masthöhe von 40 Meter für Altmannshof rief CSU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Kopf auf den Plan. „Das ist für unseren kleinen Ort ein Monsterbau“, warf er ein, zumal man bisher von 30 Meter Höhe ausgegangen sei. 40 Meter seien unabdingbar, um die Bahntrasse durch den Wald versorgen zu können, entgegnete Pohl. Man habe im Vorfeld auch einen vorhandenen Mast der Bahn untersucht. Dieser sei aber statisch ausgelastet. Pohl: „Wir dürfen da nicht drauf“. Die Techniker der Telekom hätten auch alternative Standorte für die Antennen, etwa Scheunendächer, untersucht. Diese würden sich nicht eignen.

Eventuell käme die Telekom am Standort Traßlberg mit 30 Meter Höhe aus, wie Pohl weiter berichtete. Eventuell benötige man auch hier 40 Meter Höhe. Auch auf diesen Funkmast müsste die Telekom Antennen von Mitbewerbern mit aufnehmen. Noch nicht entschieden sei, ob die Zuführung zu den Masten über Glasfaser oder Richtfunk erfolgen werde. Pohl betonte, dass es sich bei den Mobilfunkanlagen um privilegierte Bauvorhaben handle, die Gemeinde und das Landratsamt aber im Genehmigungsverfahren gehört werden.

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Im Vortrag war die Rede davon, dass auch das 5G-Netz wohl kommen werde. Darüber zeigte sich Bürgermeister Roger Hoffmann etwas überrascht. „Da störe ich mich dran“, sagte er unmissverständlich. Die Vertreterin der Telekom verwies auf entsprechende Richtlinien des Bundes zum Schutz der Gesundheit. Sie empfahl überdies beim Landesamt für Umwelt nähere Details abzurufen. Der Gemeinderat kam schließlich überein, zu diesem Thema einen Vertreter des Landesamts zu hören. Aus diesem Grund vertagte das Gremium seine Entscheidung über einen Antrag von Helga Malitzke auf Beschluss des Gemeinderats „Vorrang des Vorsorgeprinzips zum Schutz der Gesundheit vor dem Ausbau des 5G-Netzes“.

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