21.01.2021 - 18:04 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Michael Gradl (SPD) will Bürgermeister in Poppenricht werden

Michael Gradl will für die Sozialdemokraten den Bürgermeistersessel der Gemeinde Poppenricht erklimmen. Die Neuwahl am Sonntag, 14. März, wird durch den Rücktritt von Roger Hoffmann zum Jahresende 2020 notwendig.

Michael Gradl (SPD) will Bürgermeister in Poppenricht werden.
von Autor WWLProfil

"Jung, dynamisch, sympathisch" – so charakterisierte stellvertretender SPD-Vorsitzender Markus Zagel den Bürgermeister-Kandidaten seiner Partei, Michael Gradl. In der Turnhalle der Grundschule wurde Gradl einstimmig als SPD-Bürgermeisterkandidat nominiert. Unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und eines Hygienekonzeptes durfte diese verfassungsrechtlich geschützte Versammlung im Sinne des Artikel 8 des Grundgesetzes stattfinden. Eine Mund-Nase-Maske war dabei Pflicht.

Die Vorgeschichte: Roger Hoffmann gibt Bürgermeister-Amt auf

Poppenricht

Zunächst blickte Zagel kurz auf die vergangenen zwei Jahre zurück: „Mit Roger Hoffmann hatte wir wieder einen Bürgermeister für Poppenricht aus unseren Reihen, der für frischen Wind im Rathaus und in der Gemeinde sorgte. Er hat auch Liegengebliebenes aufgearbeitet." Von diesem Wind getragen habe die SPD gemeinsam mit den Freien Wählern die Mehrheit der CSU brechen wollen – "was leider nicht gelang", bedauerte Zagel. Dies habe die Arbeit von Hoffmann erheblich erschwert. „Aber nun blicken wir mit Michael Gradl nach vorne.“

In Traßlberg aufgewachsen

Michael Gradl ist 35 Jahre alt und in Traßlberg aufgewachsen. Derzeit lebt er im Sulzbacher Ortsteil Rabenleite, sozusagen im „Exil“ bei seinen Schwiegereltern. Doch in absehbarer Zeit lassen sich seine Ehefrau Heike und er wieder in Poppenricht nieder, im Baugebiet Auf der Höhe in Witzlhof. Gradl ist technischer Zeichner, Fachrichtung Stahl- und Metallbau, und seit fast sieben Jahren bei den Amberger Stadtwerken im Bereich der Versorgung tätig. Gradl bezeichnet sich als Vereinsmeier. Er fühlt sich stark mit der Gemeinde verbunden, ist in vielen Vereinen aktiv und auch verantwortlich, beispielsweise als Gruppenführer bei der Traßlberger Feuerwehr. Seinen Spitznamen „Effendi“ verdankt er den Poppenrichter Ministranten, deren Gemeinschaft er als einziger Evangelischer angehören durfte. Seit Mai 2020 sitzt er im Gemeinderat. Seine Freizeit verbringt Gradl am liebsten mit seiner Familie und Freunden sowie mit seinen ehrenamtlichen Verpflichtungen. Derzeit bleibt ihm aber wegen des Hausbaus nicht viel Zeit dazu.

SPD-Kreisvorsitzender Uwe Bergmann bedauerte ebenfalls Hoffmanns Rücktritt, freute sich aber, dass mit Gradl ein junger, sympathischer Kandidat gefunden sei, der die Gemeinde zukunftsfähig gestalten werde. In seiner Nominierungsrede zeigt der 35-Jährige auf, warum er Bürgermeister werden will: „Ich möchte mit offener und ehrlicher Politik unsere Gemeinde über Parteigrenzen hinweg offensiv gestalten.“ Da es ist die dritte Wahl innerhalb von zwei Jahren in der Gemeinde ist, "wäre es fadenscheinig und unglaubwürdig, mit einem neuen Programm in diese Bürgermeisterwahl zu gehen". Alle Themen der letzten zwei Wahlkämpfe hätten für ihn Gültigkeit. Wichtig erscheine es ihm, den 2020 ausgearbeiteten Investitionsplan für die nächsten Jahre, der vom Gemeinderat abgesegnet wurde, zu stemmen: „Unser Gemeindehaushalt lässt deswegen keine weiteren großen Spielräume zu.“

Herz für Vereine und Feuerwehr

Gradl möchte diese investiven Vorhaben in den kommenden Jahren gewissenhaft abarbeiten und nicht auf offene Projekte stets neue Aufgaben draufpacken. Als Beispiele hob er die Komplettsanierung von Häringloher Straße und Neuer Heimat hervor, ebenso wie den Bau des Radwegs nach Karmensölden, die Behebung der Verkehrssituation bei der Netto-Kreuzung sowie die Sanierung des Poppenrichter Feuerwehrhauses. Dies liege ihm als aktiver Feuerwehrler sehr am Herzen.Vereine, als Faktor für die Lebensqualität, müssten ebenfalls unterstützt werden, „gerade in diesen schwierigen Coronazeiten". Medizinische- und Nahversorgung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Jugend- und Seniorenarbeit, Klimaschutz, eine bürgernahe Kommunalverwaltung, Senioren- oder Generationenwohnen liegen dem Kandidaten ebenso am Herzen wie das Thema Bildung und Kinderbetreuung.

Reine Formsache war die Wahl eines stellvertretenden Bürgermeisterkandidaten für den Fall, dass Gradl nicht mehr zur Verfügung stünde. Hier wurde Markus Zagel einstimmig gewählt. Dieser bedauerte abschließend, dass dieser Wahlkampf anders ablaufen werde als in der Vergangenheit: "Es wird keine gewohnten Wahlveranstaltungen und Bürgergespräche geben und der geplante Politische Aschermittwoch wird ausfallen müssen. Der Wahlkampf wird somit überwiegend digital stattfinden."

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