21.05.2021 - 14:23 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Mittagsbetreuung an Poppenrichter Grundschule erhält neue Möbel und Spielgeräte

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Die Nerven liegen nicht mehr blank. Der Poppenrichter Gemeinderat fällt nach den Turbulenzen der letzten Zeit fast alle Beschlüsse einstimmig. Das weitere Vorgehen um den Amberger Hochwasserschutz will man juristisch absichern lassen.

Das Mobiliar der Mittagsbetreuung hat schon bessere Zeiten gesehen und soll mit Zuschüssen aus einem Förderprogramm des Bundes erneuert werden.
von Autor GFProfil

Das Förderprogramm zum beschleunigten Infrastrukturaufbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder will die Gemeinde Poppenricht nutzen, um Fördermittel für eine Erneuerung des Mobiliars und eine Ergänzung der Spielgeräte der Mittagsbetreuung zu erhalten. Zur Sachlage führte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik bei der Sitzung des Poppenrichter Gemeinderats aus, dass der Bund Finanzhilfen beschlossen habe, um ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder auszubauen. Gefördert werden demnach Baumaßnahmen und die Ausstattung mit Mobiliar sowie Spiel- und Sportgeräte. Zuwendungsempfänger sind auch kommunale Träger der Mittagsbetreuung, deren Aufwendungen mit bis zu 70 Prozent bezuschusst werden, soweit die Kosten der Maßnahmen 10 000 Euro überschreiten. "Unsere Mittagsbetreuung sieht Handlungsbedarf beim veralteten Mobiliar und bei den in die Jahre gekommenen Spielgeräten", sagte Gawlik. Dieses Förderprogramm komme zum richtigen Zeitpunkt, unterstrich Jugendbeauftragte Lisa Grünbauer (CSU), denn das Mobiliar in den Räumen der Mittagsbetreuung sei schon lange nicht mehr zumutbar. Einstimmig fiel daher der Gemeinderatsbeschluss, dass Poppenricht einen entsprechenden Förderantrag stellt.

Der Gemeinderat nahm das Rücktrittsgesuch des SPD-Gemeinderats Wolfgang Schmidt zur Kenntnis und stimmte diesem ohne weitere Aussprache zu. Schmidt verabschiedete sich mit dem Hinweis, der Gemeinderat möge fortan ein „glückliches Händchen“ zu Wohle der Gemeinde Poppenricht haben, und überreichte seinen Rathausschlüssel seinem Nachfolger als Fraktionssprecher, Michael Gradl.

Gradl beantragte, die für den nichtöffentlichen Teil geplante Aussprache zum Hochwasserschutz der Stadt Amberg öffentlich zu diskutieren – seinem Antrag wurde nicht widersprochen. CSU-Gemeinderat Andreas Meyer meinte: "Von den derzeit geplanten Hochwasserschutz-Maßnahmen profitiert ausschließlich die Stadt Amberg. Poppenricht hat keinen Vorteil, eigentlich nur Nachteile." Markus Weiß (CSU) rechnete damit, dass mit dem geplanten Damm zwischen Neumühle und Witzlhof großflächig Poppenrichter Gemeindegebiet überflutet werde, etwa der Bauhof mit seinen Diesel- und Streusalzvorräten.

Böhm hob hervor, dass sich Poppenricht nicht gegen einen Hochwasserschutz für Amberg ausspreche, sondern vielmehr anprangere, dass das Wasserwirtschaftsamt keine Alternativen zur Prüfung in Auftrag gegeben habe. Mit mehreren dezentralen Lösungen könnten neben Amberg auch kleiner Ortschaften im oberen Vilstal vor großen Hochwasserereignissen geschützt werden. "Ich habe bei normalem Hochwasser schon Probleme auf meinem Anwesen in Altmannshof. Staut der Damm das Wasser noch weiter auf, dann saufe ich ab", erklärte Gastwirt Andreas Kopf (CSU). Bedenken äußerte Konrad Scharl (CSU), weil nicht geprüft werde, welche Wassermengen die Eisenbahnbrücke über die Vils zwischen Gnandörfl und der Luitpoldhütte verkraftet.

"Wir sollten uns nicht generell gegen einen Hochwasserschutz für Amberg aussprechen. Einfach nur ablehnen und abseits stellen, das nützt nichts", meinte Markus Zagel (SPD). Auftraggeber sei der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Zagel erinnerte daran, dass der Poppenrichter Gemeinderat vor Jahrzehnten schon einmal einen Damm nördlich von Traßlberg abgelehnt habe. Ausdrücklich betonte Michael Gradl (SPD), dass niemand gegen Hochwasserschutzmaßnahmen für Amberg sei, aber die Belange der Gemeinde Poppenricht müssten berücksichtigt werden. "Wir dürfen uns ein Mitspracherecht für diese Maßnahmen nicht nehmen lassen", betonte Bertram Gebhard (FW), notfalls müsse Poppenricht seine Interessen juristisch überprüfen lassen. "Einer rechtlichen Überprüfung sollten auch andere Varianten des Hochwasserschutzes unterzogen werden", sagte Hermann Böhm unter allgemeiner Zustimmung des gesamten Gemeinderates. So einigte sich das Gremium schließlich auf Antrag von Markus Weiß, juristischen Rat einzuholen, wie sich Poppenricht rechtssicher verhalten soll.

Seinen Antrittsbesuch beim Amberger Oberbürgermeister habe er genutzt, um die Themen Hochwasser und Radwege zwischen Amberg und der Gemeinde Poppenricht anzusprechen, sagte Böhm. Der Bürgermeister wies auf eine Mitteilung der Regierung der Oberpfalz hin, nach der der Freistaat Bayern Zuwendungen von rund 45 Prozent für den Ausbau der Häringloher Straße gewähre. Da aber der Ausbau in diesem Jahr kaum noch erfolgen könne, werde die Gemeinde um Aufschub der Förderung nachsuchen. Die Corona-Teststation in der Turnhalle werde gut angenommen, sagte Böhm. Aus einer nichtöffentlichen Sitzung gab Böhm bekannt, dass der Ausbau der Kanuanlegestelle in Altmannshof an die Firma Raum und Philipp aus Kastl vergeben wurde.

Bei der Sitzung wies Bürgermeister Hermann Böhm in seinem Bericht auf eine Besprechung mit dem Kommandanten Max Rösch und Vereinsvorsitzenden Christian Beck von der Feuerwehr Traßlberg hin. Deren für Anfang Mai geplante 125-Jahr-Feier sei Corona-bedingt abgesagt worden. Neue Löschanzüge müssten für die Wehren Traßlberg und Poppenricht angeschafft werden. Mit der Bayernwerk AG habe er besprochen, dass die Trafostation am Höhenweg erhalten bleiben müsse, denn das Stromnetz werde durch E-Mobilität und Photovoltaik immer stärker beansprucht. Bayernwerk werde den Gebäude neu verputzen lassen, außerdem sei eine künstlerische Außengestaltung angedacht. Soweit es Corona-Regeln zulassen, soll laut Böhm im Sommer ein Förderverein für die First Responder gegründet werden, so die Vorstellung der Initiatorin Silke Kunz.

Einstimmig erteilten die Gemeinderäte das gemeindliche Einvernehmen zu zwei Bauanträgen (Einfamilienhaus mit Doppelgarage im Baugebiet auf der Höhe, Einfamilienhau in Altmannshof). Dem Neubau von zwei Doppelhäusern und acht Garagen in Traßlberg stimmte die CSU-Fraktion zu, SPD und FW waren gegen dieses Vorhaben. Nachdem das Bauvolumen reduziert wurde, könne man zustimmen, sagte Bernd Lang (CSU). Anderer Ansicht waren Michael Gradl und Markus Zagel (beide SPD), denn das Bauvorhaben überschreite die Vorgaben des Bebauungsplans, und Nachbarunterschriften lägen nicht vor.

FW-Gemeinderat Bertram Gebhard und sein Kollege Markus Weiß (CSU) stellten übereinstimmend fest, dass die Anzahl illegaler Müllablagerungen im Gemeindebereich mittlerweile bedenkliche Ausmaße annehme. Soweit ein Verursacher festgestellt werden könne, erwiderte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik, werde der aufgefordert, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Aber derartiges anzuordnen, sei der Landkreis zuständig, nicht die Gemeinde. „Wenn uns eine wilde Müllablagerung gemeldet wird, geben war das an das Landratsamt weiter.“ Vielleicht sollten die Anlieferzeiten beim Wertstoffhof ausgeweitet werden, meinte Zweiter Bürgermeister Konrad Scharl.

Poppenrichter Gemeinderat bestimmt die Bürgermeister-Stellvertreter

Poppenricht

"Von den derzeit geplanten Hochwasserschutz-Maßnahmen profitiert ausschließlich die Stadt Amberg. Poppenricht hat keinen Vorteil, eigentlich nur Nachteile."

Andreas Meyer, CSU-Gemeinderat

Das Mobiliar der Mittagsbetreuung hat schon bessere Zeiten gesehen und soll mit Zuschüssen aus einem Förderprogramm des Bundes erneuert werden.

 

 

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