02.05.2021 - 16:12 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Wegen Video vom Wahlabend: Poppenrichter SPD-Sprecher Wolfgang Schmidt hört auf

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Ein Video vom Abend der Bürgermeisterwahl erregt im Poppenrichter Gemeinderat immer noch die Gemüter. Eine Entschuldigung von CSU-Sprecher Andreas Kopf ist für Wolfgang Schmidt von der SPD nicht genug. Er kündigt seinen Rückzug an.

Wolfgang Schmidt (SPD) will nicht mehr Gemeinderat sein. Als Grund nennt er das Video vom Wahlabend, das CSU-Sprecher Andreas Kopf gemacht hat.
von Autor GFProfil

Diese Nachricht schlug wie eine Bombe im Poppenrichter Gemeinderat ein: SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt bestand in der Sitzung noch einmal darauf, dass der CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf sein Gemeinderatsmandat aufgeben soll. Das hatte Schmidt bereits in der Gemeinderatssitzung vom 23. März gefordert.

Wörtlich sagte Schmidt: "Wenn Kopf nicht geht, gehe ich." Zuvor hatte sich Kopf für sein am Abend der Bürgermeisterwahl ins Netz gestelltes Video entschuldigt. Es sei nicht seine Absicht gewesen, andere zu diffamieren oder zu beleidigen. Er entschuldige sich bei allen, die sich trotzdem beleidigt gefühlt hätten, und damit auch bei dem gescheiterten SPD-Kandidaten Michael Gradl, auf den Kopf in seinem Video anspielte. Eine formelle Entschuldigung reichte Schmidt nicht aus. Das Vertrauensverhältnis für eine weitere Zusammenarbeit sei gestört, daher müsse Andreas Kopf zurücktreten. Diesem fehle "die Moral für ein Gemeinderatsmandat", außerdem habe sich Kopf in der Vergangenheit "schon mehrfach" negativ hervorgetan.

Bürgermeister soll einwirken

Wolfgang Schmidt sah auch Bürgermeister Hermann Böhm (CSU) in der Verantwortung. Selbst wenn es für den Bürgermeister keine rechtliche Möglichkeit gebe, Andreas Kopf aus dem Gemeinderat auszuschließen, könne er als Einziger auf ihn einwirken, dass er aus dem Gemeinderat ausscheidet, um weiteren Schaden von seiner Fraktion und der CSU als Partei abzuwenden. Böhm betonte, dass er diesen Vorgang der Verwaltung zur Prüfung vorgelegt habe. Diese sei zu dem Ergebnis gekommen, dass er nach der Gemeindeordnung keine rechtliche Möglichkeit habe, Andreas Kopf aus dem Gremium zu entfernen oder ihn zum Rücktritt zu zwingen. Schmidt betonte, dass für ihn die Basis für eine vernünftige Zusammenarbeit mit Andreas Kopf verlorengegangen sei und kündigte an, sein Amt niederzulegen.

Rücktritt schriftlich einreichen

"So einfach geht das nicht", sagte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik. Schmidt müsse seinen Rücktritt schriftlich einreichen. Der Gemeinderat entscheide, ob er dem Gesuch stattgebe. Schmidt kündigte an, das zu tun: "Ich habe hier neben Andreas Kopf keinen Platz mehr."

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Poppenricht

"Wenn Kopf nicht geht, gehe ich."

SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt über CSU-Sprecher Andreas Kopf

 

 

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