14.05.2021 - 10:50 Uhr
PressathOberpfalz

150 Jahre Feuerwehr Pressath: Ein Jubiläum ohne Fest

Die Corona-Pandemie machte dem dreitägigen Fest der Feuerwehr Pressath einen Strich durch die Rechnung. Festausschuss und Festdamen bereiteten sich teilweise seit zwei Jahren vor.

von Jürgen MaschingProfil

1871 ist die Gründung einer Feuerwehr in Pressath beschlossen worden. Eigentlich sollte deshalb ab dem 14. Mai drei Tage lang groß das 150. Jubiläum der Feuerwehr Pressath gefeiert werden, doch die Corona-Pandemie macht den Planungen einen Strich durch die Rechnung. Die Verantwortlichen wollen nun versuchen das 155. Jubiläum vielleicht mit einer größeren Feier stattfinden zu lassen.

Für das 150-jährige Gründungsfest war auf dem Festplatz neben dem Friedhof ein 2000-Mann-Zelt angedacht. Die Schirmherrschaft hatte Ministerpräsident Markus Söder. Bereits seit Mai 2019 plante ein Festausschuss das Jubiläm. Auf dem Programm stand am Freitag eine Party-Nacht mit „Highline“ und „DJ FE“, am Samstag ein Bayrischer Tag mit „Die Oberbayern“, „DJ James“ und den „Schwarzenbacher Schenkelzinterern“ sowie am Sonntag ein Gottesdient, Frühschoppen mit den „Pressather Musikanten“, danach ein Festzug und Festbetrieb mit der „Pirker Blechmusi“.

Am Samstag hätte zudem die Bayrische Jugendleistungsprüfung stattgefunden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde im Januar 2021 bei einem Online-Treffen des Festausschusses die Absage beschlossen. Zum Festhalten des Jubiläums wird gerade von Andreas Anger die Chronik für eine Ausstellung der Feuerwehrgeschichte am Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus durchgearbeitet.

Für das Fest hatten sich auch 13 Festdamenvorbereitet. Das Highlight war ein Schlachtschüsselessen im Januar 2020, als weitere Einnahmequelle gab es einen Kalenderverkauf, Verkauf von Krapfen und Muffins auf Faschingszügen in Pressath und Eschenbach 2020. Von den Einnahmen wurden die Festkleider gekauft. Zudem gab es im Kalender der Festdamen ein Rätsel für die Kinder. Von den eingegangenen Rückmeldungen wurden Nina, Leela und Moritz ausgelost und freuen sich über die gewonnenen Preise. Das vom Ertrag übrig gebliebene Geld wird von den Festdamen aufgeteilt und gespendet. Ein Teil geht dabei an den „Wünschewagen“, ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes zur Erfüllung letzter, meist langgehegter Wünsche von Sterbenskranken. Der andere Teil geht an die Kinderfeuerwehr, welche aktuell noch in der Gründungsphase steckt.

Bedanken wollen sich die Verantwortlichen der Feuerwehr Pressath bei allen Sponsoren für ihre Unterstützung. „Das übrig gebliebene Geld wird nicht aufgehoben, sondern wir werden es ebenfalls spenden“, so Vorsitzender Marius Seitz. Ein Teil wird für den geplanten Festfilm verwendet, weitere 1.500 Euro werden gespendet, zu jeweils 500 Euro an den Pressather Kindergarten, die Kinderkrebshilfe und an „Antenne hilft“ von Antenne Bayern. Ein weiterer Teil wird für die Nachwuchsarbeit der aktiven Feuerwehr zur Verwendung für Kinder- und Jugendfeuerwehr eingesetzt. “Somit soll das Geld für gute Zwecke verwendet werden und zum Teil zur Unterstützung direkt in Pressath dienen“, so Seitz weiter.

In früheren Zeiten wurde die Bevölkerung des Öfteren mit den Schrecken eines Brandes konfrontiert. Und so blieb auch der damalige Markt Pressath nicht vor solchen Feuersbrünsten verschont. Es gab Großbrände in den Jahren 1693, 1759, 1781 und 1782. Dann kam Anfang des 19. Jahrhunderts eine Feuerordnung durch den Magistrat, die besagte, dass bestimmte Männer ausrückten, die im Brandfall für die Brandbekämpfung verantwortlich waren. Die Pressather waren damals aber schon weiter. Bereits im Jahre 1795 waren Gerätschaften wie drei große Fässer, neun Eimer, sieben kleinere Fässer und acht Leitern sowie Feuerhaken und Stangen in einem separaten Raum im Rathaus untergebracht worden.

1805 sollte die Altöttingkapelle (heutige evangelische Kirche) abgerissen werden. Dies konnte nur verhindert werden, indem die Kapelle als Requisitenhaus für Feuerwehr-Gerätschaften ausgeschrieben wurde. 1807 wurde ein neues „Feuerhäusl“ vor dem Kirchturm (heutige Ölbergkapelle) errichtet. Dies war das erste urkundlich erwähnte Gerätehaus des Marktes.

Durch den Zusammenschluss pflichtbewusster Bürger kam es 1852 zu einer Turnfeuerwehr. Durch größer werdenden Zulauf wurde am 29. Juni 1871 beschlossen, offiziell eine „Freiwillige Feuerwehr Pressath“ zu gründen. Der erste Kommandant war der damalige Stadtschreiber Angerer. Gründungsmitglieder waren: Georg Bauer, Georg Schwärzer, Georg Keilbert, Johann Keilbert, Josef Plößner, Baptist Gmehling, Thomas Haustein, Georg und Johann Girisch. Zur Gründung wurde von der Firma Braun aus Nürnberg eine Saug- und Druckspritze gekauft.

Aus Platzgründen wurde 1875 das erste Gerätehaus in der Erbendorfer Straße am Oberen Tor in der Nähe des heutigen Erzbischof-Schwemmer-Platzes erbaut. 1953 zog die Wiehr in das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus neben dem Kindergarten um. Seit 1963 gibt es auch den Spielmannszug. Das heutige Gerätehaus wurde im Jahr des 120-jährigen Bestehens 1991 eingeweiht.

Derzeit gibt es bei der Feuerwehr Pressath 320 Vereinsmitglieder, darunter 45 aktive Floriansjünger. Weiterhin sind noch vier Jugendfeuerwehrler aktiv. Der Fuhrpark setzt sich aus einem LF 20, Bj. 2019, einem LF 16/12 (2002), einem Versorgungs-LkW, (2010), MTW, (2013), MZF, (2005) sowie einem Lichtmastanhänger, (1996) und einem Schaumwasserwerfer, (2000) zusammen.

Bedanken möchte sich der Vorsitzende aber auch bei allen Mitgliedern des Festausschusses für die tolle Zusammenarbeit über die vergangenen zwei Jahre. Als Dank für ihre Hilfe soll es für den Festausschuss und die Festdamen ein Helferfest geben, sobald dies erlaubt ist. „Eine Feuerwehr lebt von der Gemeinschaft und dem familiären Umgang untereinander. Wer sich dieser Gemeinschaft anschließen möchte mit dem Ziel, anderen Menschen zu helfen, kann sich jederzeit bei uns melden“, sagt Seitz.

Jubiläumsfest der Feuerwehr Pressath abgesagt

Pressath

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.