16.06.2019 - 11:32 Uhr
PressathOberpfalz

Begegnungsort der Generationen

„Stolz und würdig und mit frischer Farbe“ verschöne das Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinsheim als „dominantes Gebäude mit Geschichte“ nun wieder das Pressather Stadtbild.

Stadtpfarrer Edmund Prechtl und Pfarrer André Fischer (von rechts) erbitten Gottes Segen für das renovierte Haus der Vereine und den Generationenspielplatz. Mit im Bild sind (von links) Bürgermeister Werner Walberer und die Architekten Günther Lenk und Klaus Stiefler. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Mit Freude und Erleichterung blickte Architekt Günther Lenk bei der Einweihungsfeier am Freitag auf vier Jahre Arbeit zurück, an deren Ende das alte Knabenschulhaus nicht nur in puncto Brandschutz zeitgemäßen Anforderungen genüge. Auch Bürgermeister und Hausherr Werner Walberer, der dort von 1963 bis 1967 die Schulbank drückte, freute sich über die gelungene „bauliche Ertüchtigung“ von Vereinshaus und Spielplatz: „Beide Werke sprechen und werben für sich und loben alle, die daran mitgebaut und mitgeholfen haben.“ Ein „Platz der Begegnung“ sei hier neu erstanden: „Elf Vereine können noch besser als bisher ihren gesellschaftlichen Aufgaben und der Pflege von Vereinsleben und -kameradschaft gerecht werden, der Mehrgenerationenspielplatz soll dazu beitragen, dass die Generationen neu und anders aufeinander zugehen.“

Letzteres sei als „Antwort auf den demographischen Wandel“ zu verstehen, erläuterte Walberer: „Mehrere Generationen auf einem Spielplatz – ist das nicht ganz normal? Schließlich kommen oft Eltern oder Großeltern mit, um auf die Kleinen aufzupassen. Doch dieser Spielplatz will mehr: Er will auch der reiferen Generation ein eigenes Angebot machen. Statt getrennte Freizeitanlagen für die Jüngeren und die Reiferen zu errichten, haben wir sie im Mehrgenerationenspielplatz zusammengefügt.“

Worauf es ankomme, sei dies: „Jung und Alt an einem Ort für Spiel und Spaß, Bewegung und Kommunikation zusammenzubringen; Jung und Alt gleichsam spielerisch zu ermutigen, miteinander zu reden, gemeinsam aktiv zu werden und so auch mehr Verständnis füreinander zu gewinnen.“ Walberers besonderes Dankeschön ging an die Pressather SPD, die ihre langjährige Spielplatzpatenschaft fortführen will. Mit Blick auf das Bürgermeister-Hans-Ficker-Haus bat er die Vereine nochmals um Verständnis für die Verzögerungen beim Umbau: „Ein altes Sprichwort, an das man sich manchmal erinnert fühlte, besagt: ,Bauen bringt Grauen'.“

Der Bürgermeister erinnerte an das Verdikt des Landratsamts im Mai 2015, das die Stadt gezwungen habe, wegen unzulänglicher Brandschutzvorkehrungen das Gebäude unverzüglich zu sperren. Nach eingehenden Beratungen, Behördengesprächen und Planungen sei man im April 2017 an die Sanierung gegangen: „Und wie es bei einem Altbau, zumal von dieser Dimension, so ist, traten vielerlei unvorhersehbare Schwierigkeiten auf, die es zu meistern galt.“ Ab Ende August 2018 hätten die Vereine ihre Domizile wieder beziehen können und mit viel Fleiß und Liebe auf Vordermann gebracht: „Ihr könnt stolz auf diese Leistungen sein.“

Auf Einzelheiten der Gebäudeneugestaltung ging Architekt Lenk in seinem Grußwort ein. So sei das Erdgeschoss nun barrierefrei und verfüge über eine rollstuhlgerechte WC-Anlage. Der von der Kreisverwaltung eingeforderte zweite Rettungsweg in Gestalt einer Edelstahl-Außentreppe sei unauffällig an die rückseitige Fassade angebaut worden: „Aus städtebaulich-ästhetischen Gründen ist man vom ursprünglichen Gedanken, an den Giebeln je eine Fluchttreppe anzubringen, abgerückt.“ Auch die Elektroinstallation in dem 80 Jahre alten Haus habe man komplett erneuert. Einen Sonderapplaus erbat Lenk für „unsere fleißige Bauleiterin Erna Schilling, die nahezu jeden Tag vor Ort war“.

Info:

Ökumenische Segensbitte

Als identitätsstiftendes Element der Altstadtsanierung und Aufwertung eines „Schwerpunkt“-Angebots im Stadtzentrum würdigte der vorrangig für die Gestaltung des Generationenspielplatzes verantwortliche Architekt Klaus Stiefler die Modernisierung des Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinsheims und seines Umfelds. Um die Zukunft des Spielplatzes sei ihm nicht bange, denn schon vor der offiziellen Einweihung sei er rege frequentiert worden: „Das war eine Abstimmung mit den Füßen.“

Alle Festredner dankten den an Planung und Realisierung beteiligten Personen, Institutionen und Firmen und insbesondere der Regierung der Oberpfalz, die nicht nur großzügige Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ bewilligt, sondern auch viele Ideen und Ratschläge gegeben habe. Den Segen Gottes für Vereinshaus und Spielplatz erbaten Stadtpfarrer Edmund Prechtl und sein evangelischer Amtskollege André Fischer. Mit von der Partie waren die Kinder des Kindergartens Sankt Michael. Für alle Festbesucher hatte die Stadt ein gut bestücktes Imbissbuffet vorbereitet. (bjp)

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