11.10.2019 - 10:55 Uhr
PressathOberpfalz

Dippel-Tag: Theologisches Gesamtwerk als Überraschung

Pünktlich zum diesjährigen Dippel-Tag am Samstag, 12. Oktober, wartet der Chronist der Dippel-Familien mit einer kleinen Sensation auf.

Es ist etwas Besonderes, was Harald Dippel, Chronist der Dippel-Familien, beim diesjährigen Familientreffen präsentiert: das theologische Gesamtwerk von Johann Conrad Dippel (J. C. D.). So sieht der Buchrücken des Exemplares aus.
von Autor ISProfil

Der Chronist – Pressather Harald Dippel – hat das theologische Gesamtwerks von Johann Conrad Dippel (J. C. D.) erwerben können. Das in Schweinsleder gebundene Gesamtwerk des Dippel-Urvetters umfasst 1231 Seiten und wurde noch zu Lebzeiten von J. C. D. im Jahre 1709 in Amsterdam verlegt. Der älteste Sohn von Harald Dippel, Dr. Hartmut Dippel, konnte bei einer Auktion in Berlin wertvolle Bücher in diesen Folianten ersteigern. Aufgelöst wurde bei besagter Versteigerung unter anderem auch der Nachlass von Dr. Hans Jürgen Gabler (1944–2015), Lehrer am Lindengymnasium in Gummersbach, der sich wissenschaftlich mit Pietismus und Katholizismus als Exponenten der Frühaufklärung und dem daraus resultierenden Spannungsverhältnis beschäftigte.

Im vergangenen Jahr erhielt Dr. Hartmut Dippel den Zuschlag für das Apothekenglas "Elix Acid Dippel und über die Bedeutung von Johann Conrad Dippel für die Pressather Dippel-Familien – einschließlich Dippl, Dippel und Düppel. Angesichts des Vorliegens des Gesamtwerks von J. C. D. stellte sich Harald Dippel die Frage, ob J. C. D. heute noch für uns eine Bedeutung hat? Diese Frage ist für Nichttheologen hinsichtlich der über 1200 Seiten kaum zu beantworten, auch wenn der Titel „Eröffneter Weg zum Frieden mit Gott und allen Kreaturen“ zunächst einfach klingt.

Helfen bei der Beantwortung dieser Frage konnte aber Oberkirchenrat Dr. Stephan Goldschmidt, Geschäftsführer der Liturgischen Konferenz im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Goldschmidt schrieb im Jahr 2001 im Auftrag der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus die Dissertation „Johann Konrad Dippel (1673–1734). Seine radikalpietistische Theologie und ihre Entstehung“.

Goldschmidt gab Harald Dippel auf die Frage nach der Bedeutung von J. C. D. für den heutigen Menschen folgende Antwort: „Dippel gehört zu den Wegbereitern der modernen Theologie. Er verfasste als einer der ersten Theologen seine Schriften in deutscher Sprache. Dahinter stand die Überzeugung, dass auch unstudierte Leute an theologischen Fragen interessiert sind. Wegweisend ist Dippels Gottesbild: Gott ist für ihn allein der liebende Gott und muss nicht erst mit den Menschen versöhnt werden. Die Rede von Gottes Zorn oder eine sühnetheologische Deutung des Kreuzestodes Jesu lehnt er ab. Der ‚Weg zum Frieden mit Gott und allen Kreaturen‘ steht allen offen. Dass Dippel die Gesamtausgabe seiner Schriften unter diesem Titel herausgab, zeigt, wie wichtig ihm dieser Gedanke war.“

Der "Weg zum Frieden mit Gott und allen Kreaturen" steht allen offen: Ist das nicht jenseits aller theologischer Spannungsfelder und Deutungen eine Botschaft, nach der wir uns sehnen? „Extinction Rebellion“, „Friday for future“, die Flüchtlingsströme, das Ringen um Frieden in den Krisenregionen der Welt, von Afrika über die Ukraine bis Afghanistan zeigen uns doch wie er fehlt, der Friede des Menschen mit sich, mit Gott und seiner Umwelt. In der unruhigen und beladenen Welt von heute ist die Umsetzung der die Schöpfung umfassenden, zuversichtlichen Botschaft von J.C.D. aktueller und nötiger denn je.

Diesen original Kupferstich hat Dr. Hartmut Dippel bei einer Bücher- und Autografenauktion ersteigert. Die Druckplatte hat eine Grööße von 15,5 mal 10,3 Zentimeter.
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