Bis 1968 war der Josefstag noch ein gesetzlicher Feiertag in Bayern. Heute ist es deutlich ruhiger geworden. "Früher ist der Namenstag intensiver gefeiert worden, als der Geburtstag." Der Neustädter Sparkassenvorstand Josef Pflaum weiß wovon er spricht. Er war früher auf vielen Feiern anlässlich des Josefstags. Heute lässt er es ruhiger angehen: "Ich bin ganz normal in der Arbeit. Vielleicht gönne ich mir Abends ein Pils."
Ähnlich handhaben es viele Namensvettern im Landkreis. Der Ehrentag des Heiligen Josef wird nicht mehr als Grund zur Freude gesehen. So auch Josef Neubauer aus Gmünd: "Ich werde morgen wie jeden Tag in meiner Werkstatt für die Nachbarn an etwas herumschrauben, schließlich ist der heilige Josef der Schutzpatron der Arbeiter. In der Pause wird mir vermutlich ein Nachbar gratulieren und wir trinken ein Bier zusammen." Der Pensionär und Stadtrat von Grafenwöhr fastet eigentlich. Aber zum Namenstag wird er sich Kuchen von seiner Frau gönnen.
Die Fastenzeit macht auch Josef Beimler, Bürgermeister von Waldthurn, einen Strich durch die Rechnung. Am Vormittag ist er im Büro, nachmittags will er vielleicht den Josefiumzug in Vohenstrauß besuchen. "Aber von Feiern kann keine Rede sein" - er verzichtet auf Alkohol in der Fastenzeit.
Ähnlich still wie die Feier des Namenstages ist die Josefs Stellung in der Bibel. Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath kennt das Werk: "Josef ist der Mann Marias und einer der großen Heiligen der Kirche. In der heiligen Schrift wird er aber still und schweigsam dargestellt und kommt kaum vor." In seiner Gemeinde wird es dennoch eine Abendmesse geben um ihn anzubeten. Warum gerade der 19. März der Josefstag ist, kann er einfach erklären: "Es hat sich halt so eingebürgert."
Als Ziehvater Jesu ist Josef Bestandteil einer jeden Weihnachtskrippe. Josef Hierold aus Pirk handelt mit den Figuren. Er weiß, worauf er bei einer Josefsfigur achtet: "Die Gesichtsform sollte ausgeprägt sein. Die Heiligen werde üblicherweise mit Bart dargestellt." Wie es sich für einen Zimmermann gehört, sollte er Schreinerwerkzeug in den Händen halten.
Hierold ist Mitglied im Gesangsverein. Die Sänger versuchen die Tradition zum Josefstag wieder aufleben zu lassen: Ab dem Nachmittag sitzen sie in einem Lokal. Ludwig Kagerer ist dafür bekannt, seit jeher das Geschehen in Pirk auf Video festzuhalten. Er wird mit einem Video einer Josefsfeier aus den 80er Jahren aus Pirk für Unterhaltung sorgen.
In der Stadt Weiden gibt es 363 Josefs und 21 Josefines. Der Älteste ist 96 Jahre alt, die Älteste 90 Jahre. Die beiden jüngsten Namensvetter erblickten jeweils vor zwei Wochen das Licht der Welt.
Wurde 2016 kein Kind nach dem heiligen Josef benannt, erhielten sowohl 2017, wie auch 2018 jeweils drei Jungen und vier Mädchen den Namen.















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