22.04.2019 - 18:00 Uhr
PressathOberpfalz

Krebskranke Theresa Baudler ist gestorben

Viele Menschen hat die Geschichte von Theresa Baudler bewegt. Die junge Frau war unheilbar an Krebs erkrankt. Am frühen Karfreitag um 3.33 Uhr hat Theresa den Kampf gegen die Krankheit verloren.

Myriam von M., die sich für Krebskranke engagiert, besucht Theresa Baudler im Krankenhaus – einer ihrer letzten Wünsche, bevor sie stirbt.
von Stefan NeidlProfil

Für ihre letzten Monate hatte sie eine „Bucket-List“ aufgestellt. Darauf standen Dinge, die Theresa vor ihrem Tod noch erleben wollte. Oliver Müller von ihrem „Bucket-List“-Team berichtet von Theresas letzten Tagen.

Theresa kam zwei Wochen vor ihrem Tod mit Rippen- und Lungenschmerzen ins Klinikum Weiden. Die Diagnose war fatal: Lungenentzündung. Die Lunge war durch den Krebs ohnehin vorgeschädigt. Es gab immer wieder Höhen und Tiefen im Krankenhaus. Müller stand ihr die letzten Monate sehr nahe: „Ich war in Weiden fast die ganze Zeit bei ihr. Manchmal war sie nicht ansprechbar. Ein anderes Mal schmiss sie mit ihrem Stofftier nach mir, wenn ich Blödsinn geredet habe.“

Müller war der Vermieter von Theresa und ihrem Mann gewesen, als diese noch verheiratet waren. Damals waren er und ihr damaliger Mann gute Freunde. „Oft tranken wir abends ein Weizen bei uns im Garten.“ Nach der Trennung brach der Kontakt zwischen Müller und Theresas ehemaligem Lebenspartner ab. „Theresa hat mir oft erzählt, dass sie dies vermisst: Gerne hätte sie uns noch einmal zusammen anstoßen sehen“, erzählt Müller. Am Sterbebett fragte der Ex-Mann Müller, ob er ihm etwas vom Kiosk mitbringen könne. Müllers spontane Idee: „Bring mir doch ein Weizen mit.“ Gemeinsam tranken sie dann ein Weißbier an Theresas Bett. „Zwar nicht im Garten, aber selbst das hat Theresa noch hinbekommen.“

Am Gründonnerstags wurde Theresa immer schwächer. Tragisch: Genau an diesem Tag hat ihre Tochter Pia den 14. Geburtstag. Dass Theresas Leben enden würde, war erkennbar. Nur ein letztes Ziel hatte sie noch: Sie wollte nicht am Geburtstag ihrer Tochter sterben. Der Tag sollte nicht beides sein – Geburtstag und Sterbetag. Mit letzter Kraft überstand Theresa die Datumsgrenze. „Mehr oder weniger im Spaß sagte ein Angehöriger, sie wird bestimmt um 1.11 Uhr sterben. Eine besondere Zahl, das würde zu ihr passen.“ Müller erwiderte dann: „Nein, eher um 3.33 Uhr. Das wäre eher Theresas Zahl.“ Als die Schwester den Tod feststellte, fragte sie nach der Uhrzeit. Müller sah auf die Uhr, und es war 3.33 Uhr.

An den Tagen vor Theresas Tod war ihre Tochter Pia unermüdlich: „Sie hat die letzten Tage kaum geschlafen, Theresa gewaschen, ihr zu trinken gegeben, ihr die Atemmaske gehalten.“ In Pias Geburtstag hatten sie noch hineingefeiert. Für den Anlass hatte Theresa für ihre Tochter extra ein Lied aufgenommen. „Dieses haben wir Pia dann vorgespielt. Theresa hat sogar einzelne Passagen mitgesungen“, sagt Müller.

Viele Punkte ihrer „Bucket-List“ konnte Theresa nicht mehr abhaken. Für Ostern war bereits ein Grillfest mit der gesamten Familie organisiert. Für die Zeit nach Ostern war ein Trip ins Disneyland in Paris mit dem „Wünschewagen“ geplant. Ballonflug, Paragliding, Paintball und vieles mehr konnte Theresa nicht mehr erleben.

Zwei Tage vor ihrem Tod erfüllte sie sich aber noch einen letzten Wunsch: Myriam von M. besuchte sie im Krankenhaus und unterhielt sich einige Stunden mit ihr. „Dies war Theresa besonders wichtig. Während Myriams Besuch strahlte sie über das gesamte Gesicht.“ Myriam von M. kämpft seit 16 Jahren gegen Krebs und ist bekannt für ihre Kampagne „Fuck Cancer“. Über ihre Facebook-Seite erreicht sie 19 Millionen Menschen.

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