Neujahrsempfang des Gewerberings Pressath: Zusammenrücken, zusammenhalten, zusammenarbeiten

Pressath
24.01.2023 - 16:16 Uhr

Die Bedeutung des Ehrenamts als Kitt einer vom auseinander Bröckeln bedrohten Gesellschaft, betonte Der Vorsitzende des Gewerberings Pressath beim Neujahrsempfang. Zugleich forderte er, konkrete Perspektiven in der Krise zu nutzen.

„Gemeinsam sind wir stärker – gemeinsam können wir mehr erreichen“: Unter dieser Devise schmiedeten mittelständische Gewerbebetriebe und Freiberufler in der Verwaltungsgemeinschaft Pressath 1991 eine Allianz. Dem neu gegründeten „Gewerbering Pressath“ sei es nicht allein um die wirtschaftliche Existenz- und Einflusssicherung seiner Mitglieder gegangen, führte Martin Pepiuk beim Neujahrsempfang in der Stadthalle aus, mit dem der Gewerbeverein zugleich seinen 30. Gründungstag nachfeierte.

Vielmehr, so der Gewerberingvorsitzende, sehe sich diese Gemeinschaft des Zusammenhalts, der Stärke und der positiven Zukunftsgestaltung auch in der Pflicht, das „Bröckeln und Auseinanderdriften von Gesellschaft und Gemeinschaft“ verhindern zu helfen. Deshalb müsse der Staat dem Ehrenamt schnellstmöglich mehr Entlastung und Förderung angedeihen lassen. Man brauche die Ehrenamtlichen in Vereinen und Institutionen mehr denn je, um die Gesellschaft zusammenzuhalten, und man brauchen den Ansporn, ein Ehrenamt zu übernehmen. "Was Ehrenamtliche für die Gesellschaft mit Herzblut leisten, ist unglaublich wichtig, aller Ehren wert und nicht hoch genug zu würdigen.“

Chancen erkennen

Gegenwärtig, so der Vorsitzende weiter, werde oft über Krise und Zukunftsangst geklagt, die Energiekrise und der Arbeits- und Fachkräftemangel bedrückten viele Unternehmen. Auch hier seien unterstützende und entlastende politische Veränderungen und Entscheidungen geboten. „Krisen bergen auch Chancen, die wir uns ebenso zunutze machen sollten wie die Perspektiven, die die informations- und energietechnologischen Entwicklungen der Zukunft eröffnen." Vieles werde anders, aber gewiss nicht alles so viel schlechter werden, und die Zukunft werde trotz mancher Unwägbarkeit viel Gutes und Positives bringen. „Ich wünsche mir, dass wir uns Mut zur Veränderung, Dankbarkeit und Zuversicht bewahren, uns auf Neues einlassen und dass wir zusammenrücken, zusammenhalten und zusammenarbeiten, denn darin liegen die größten Möglichkeiten.“

Im Interesse der Gewerbetreibenden

Mit einem Aufruf an die Medien, bewusster mit dem Einfluss, den sie ausüben, umzugehen, und an die Gesellschaft, den Medienkonsum bewusster zu gestalten, schloss Pepiuk seine Ausführung. An die bis 1772 zurückreichende Tradition der bayerischen Gewerbevereine als Interessenvertreter der Gewerbetreibenden auf politischen und wirtschaftlichen Ebenen erinnerte Bürgermeister und Hausherr Bernhard Stangl. „Hinter ihrer Gründung stand die Befürchtung von Klein- und Familienbetrieben, im aufkommenden Großkapitalismus zwischen den entstehenden Industriekonzernen aufgerieben zu werden und unter die Räder zu kommen.“

Eine weitere Triebfeder sei der Argwohn gegen Arbeiterbewegung und sozialdemokratische Vereinigungen gewesen. „Man fürchtete, im Kampf um die Arbeitnehmerrechte unterzugehen.“ Heute, so Stangl, trieben andere Ängste die kleineren Unternehmen um. „Die Energiekrise und die zunehmende Bedeutung internetgestützter Versandgiganten verschärfen deren Bedrängung, Kundengruppen brechen weg, den Gewerbetreibenden wird die Lebensgrundlage entzogen, und es entstehen innerstädtische Leerstände.“

Bürger in der Pflicht

Um der wirtschaftlichen Verödung der Städte gegenzusteuern, bedürfe es des Zusammenwirkens der politischen Institutionen aller kommunalen und staatlichen Ebenen sowie einfacher staatlicher Fördermöglichkeiten anstelle bürokratischer Fördermonster, wandte sich Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl an die politischen Entscheider. Für den Fortbestand der städtischen Strukturen müsse die Städtebauförderung uneingeschränkt fortgeführt und eine wirksame fachliche Beratung über Förderoptionen für Kommunen und Unternehmen gewährleistet werden.

Den Besuch des Finanzministers Albert Füracker, der Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und Stephan Oetzinger und des Landrats Andreas Meier deutete Stangl als Zeichen der Wertschätzung für Gewerbering und Mittelstand sowie als Zeichen, dass die Unterstützung unserer Städte und ländlichen Gebiete sowie der Gewerbetreibenden als ernstes und wichtiges Anliegen wahrgenommen werde. Freilich komme es zur Wahrung und Weiterentwicklung städtischen Lebens nicht nur auf die Unterstützung durch die große Politik, die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Gewerbe und die Arbeit der Gewerbevereine als strategische Instrumente an. Vielmehr seien auch alle Bürger gefordert, regionaler und nachhaltiger zu kaufen, zu leben und zu wirtschaften.

 
 

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