Pressath
17.06.2018 - 17:29 Uhr

Von Pennsylvania nach Pressath

Gäbe es einen Pressather Preis für gelungene Integration: Donald Cannon hätte gute Aussichten, ihn zu gewinnen. In seinem Haus in der Steinbühlsiedlung feiert der „bayerische Ami“ die „runde Acht“ – sprich: seinen 80. Geburtstag.

Wahl-Pressather mit Leib und Seele: Donald Cannon (Dritter von rechts neben Gattin Elsa) feiert seinen 80. Geburtstag. Mit unter den Gratulanten sind Bürgermeister Werner Walberer, Schwiegertochter Tanja (von links), Seniorenbeauftragter Albert Butscher und der evangelische Pfarrer André Fischer (von rechts). bjp
Wahl-Pressather mit Leib und Seele: Donald Cannon (Dritter von rechts neben Gattin Elsa) feiert seinen 80. Geburtstag. Mit unter den Gratulanten sind Bürgermeister Werner Walberer, Schwiegertochter Tanja (von links), Seniorenbeauftragter Albert Butscher und der evangelische Pfarrer André Fischer (von rechts).

(bjp) Mag sein, dass ihm die Deutschland-Affinität in die Wiege gelegt wurde: Geboren wurde Donald Cannon am 11. Juni 1938 im 2500-Einwohner-Städtchen Weatherly in Pennsylvania – dem Bundesstaat, der einst als besonders deutsch-amerikanisch galt. 1956 trat er in die U.S. Army ein, wo er zunächst als Militärpolizist, später in der Munitionsverwaltung und als Logistiker diente. Seine 22-jährige Militärzeit führte ihn erst ins pfälzische Miesau und dann von 1959 bis 1964 nach Hohenfels und Vilseck.

Während dieser ersten Oberpfälzer Jahre lernte Donald Cannon seine spätere Gattin Elsa kennen. 1964 wurde geheiratet. Kurz darauf wurde der frischgebackene Ehemann nach Vietnam abberufen, kehrte aber 1966 nach Deutschland zurück, wo er bis 1972 in Fürth stationiert war. Nach einem vierjährigen USA-Intermezzo führte ihn sein Weg 1976 in die Grafenwöhrer Garnison. Zwei Jahre später schied der mittlerweile in Riggau wohnende Don Cannon aus dem Militärdienst aus und wurde Verkäufer bei einem Kemnather Autohaus. Zehn Jahre später wechselte er zu einem Weidener Kraftfahrzeug-Fachbetrieb.

1985 baute sich die zwischenzeitlich um Sohn Peter „abgerundete“ Familie in der Haidenaabstadt ein Haus. Dank seines humorvollen und lebensbejahenden Wesens fand Cannon schnell Anschluss: Er engagierte sich bei den Riggauer Schützen, im Pressather Gartenbauverein, im Siedlerbund und bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft, die er 1994/1995 sogar leitete.

Ehrensache ist für ihn die Mitarbeit bei den „Veterans of Foreign Wars“: Seit 40 Jahren gehört er diesem US-Veteranenverband an und ist als Angehöriger des Leitungskreises der Grafenwöhrer Sektion, die mit gut 1900 Mitgliedern die zweitgrößte unter den weltweit 7000 Unterorganisationen ist, für Mitgliederbetreuung und -werbung zuständig.

Nicht minder liege ihm aber auch die Pflege des Pressather Gefallenenehrenmals am Herzen, betonte Cannon nachdrücklich gegenüber Bürgermeister Werner Walberer, der gemeinsam mit Seniorenbeauftragtem Albert Butscher die Glückwünsche der Stadt überbrachte. Deshalb verfolge er auch aufmerksam die Pläne für die Neugestaltung der Professor-Dietl-Anlage. Wenn der begeisterte Wahl-Pressather nicht für Familie, Vereine, Haus und Garten „im Dienst“ ist, nutzt er die Zeit gern für Ausflüge auf seinem 125er-Honda-Roller.



 
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