11.11.2019 - 10:26 Uhr
PressathOberpfalz

Sich selbst richtig behandeln

Was ist Selbstmedikation, und welche Bedeutung hat sie in der Medizin? Mit dieser Frage beschäftigt sich Apotheker Josef Gemehling bei einem Vortrag, zu dem das Altenwerk der Pfarrei St. Georg eingeladen hatte.

Wie man sich selbst bei Erkältung, Kreislaufproblemen und Schlafstörung helfen kann, erfahren die Besucher bei einem Vortrag, den das Pressather Altenwerk organisiert hat.
von Autor ISProfil

Dass das Thema gut gewählt war, bewiesen die zahlreichen Besucher. Martina Milke freute sich, dass auch der Hausherr des Pfarrsaals, Stadtpfarrer Edmund Prechtl gekommen war. Nach dem Kaffeekränzchen mit Preiselbeer- und Rotweinkuchen führte der Referent in das Thema ein. „Als Selbstmedikation wird die Eigenbehandlung mit Arzneimitteln bezeichnet“ erläuterte er.

Diese Behandlungsmethode ist möglich mit rezeptfreien Präparaten und findet vor allem bei Alltagsbeschwerden wie etwa Erkältungen, Kopfschmerzen und kleineren Verletzungen, Durchfall und Übelkeit Anwendung.

Selbstmedikation kann aber nicht mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erfolgen, auch wenn sie für den Patienten verfügbar sind, beispielsweise dann, wenn sie bei einer früheren Erkrankung verordnet wurden. Als Stärken der Selbstmedikation nannte Gmehling vor allem die Zeitersparnis und die damit verbundene Entlastung des Gesundheitssystems. Sie decke auch einen wesentlichen Teil der Grundversorgung ab und sei eine sinnvolle Ergänzung der ärztlichen Arzneitherapie. Als Nachteil nannte er die fehlende Diagnose durch den Arzt. Außerdem könne so eine Krankheit verschleppt werden. Aber: „Der Patient wird nicht allein gelassen“, betonte er und wies auf die Beratungspflicht der Apotheker hin.

Ausführlich ging der Referent dann die Erkrankungen ein, bei denen eine Selbstmedikation möglich ist. Als Beispiele nannte Erkältung (grippaler Infekt), Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, unkomplizierter Husten, Halsschmerzen, Heiserkeit, Schmerzen und Fieber, Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Nervosität sowie Kreislaufprobleme. Genauer ging Gmehling dann auf die Möglichkeiten ein, um die genannten Krankheiten selbst zu behandeln. Er betonte jedoch, dass die Selbstmedikation keine Alternative zur ärztlichen Therapie darstelle. Vielmehr müsse der Apotheker zusammen mit dem Patienten entscheiden, wo die Grenzen einer Selbstbehandlung sind und den Patienten gegebenenfalls an den Arzt verweisen. Eine Zusammenarbeit von Apotheker und Arzt ist notwendig und sinnvoll.

Weiter ging er auf die Grundregeln der Medikamenteneinnahme ein, die mit einem großen Glas Wasser vorgenommen werden soll. Nicht geeignet seien laut Gmehling Mineralwasser, Kaffee, Tee, Milch und Fruchtsäfte. Wenn eine schnelle Wirkung erzielt werden soll, müsse die Medizin in nüchternen Zustand eingenommen werden, betonte er. Er warnte auch davor, Medikamente nicht einfach abzusetzen, wenn die Symptome abgeklungen sind. „Für viele Therapien ist ein bestimmter Blutspiegel über längere Zeit erforderlich“ unterstrich er. Ausführlich beschäftigte sich der Redner mit den Einnahmehinweisen, die großen Einfluss auf ihre Wirkung haben. "Nüchtern" bedeutet, die Einnahme sollte mindestens ein bis zwei Stunden vor einer Mahlzeit erfolgen. Vor dem Essen ist gleichbedeutend mit "etwa 30 Minuten vor der Mahlzeit" und „zum Essen“ heißt es, wenn das Arzneimittel während der Essensaufnahme erfolgen soll. Mit praktischen Tipps beendete Gmehling seinen Vortrag. So sollen Tabletten in aufrechter Haltung, mit etwas nach hinten geneigtem Kopf, eingenommen werden.

Martina Milke bedankte sich beim Referenten mit einem kulinarischen Geschenk aus der Haidenaabstadt. Der Abschluss war den Geburtstagskindern des Monats November gewidmet. Für Marianne Gottschalk, Martin Pepiuk, Betty Häupl, Gertraud Fahrnbauer, Maro Steinbrückner, Maria Schmid, Martha Magerl und Juliane Götz wurde ein musikalisches Ständchen angestimmt.

Apotheker Josef Gmehling klärt zum Thema "Selbstmedikation" auf. .

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