14.01.2020 - 09:24 Uhr
PressathOberpfalz

SPD Pressath: Auftakt zum Wahlkampf

Anerkennung zollten die SPD-Mitglieder dem scheidenden Bürgermeister Werner Walberer für Maßnahmen, die er umgesetzt und auf den Weg gebracht hat. Doch auch an neuen Projekten mangelt es nicht.

Rund 50 Zuhörer nehmen an der Wahlversammlung der Pressather SPD im Gasthof Weyh teil. Hierbei stellt Bürgermeisterkandidat Bernhard Stangl sein Wahlprogramm vor.
von Martin GraserProfil

Ortsvorsitzende Sabine Eichermüller hieß in der Wahlversammlung im Gasthof Weyh neben Bürgermeister Werner Walberer, Altbürgermeister Konrad Merkl, die Bürgermeister aus Schwarzenbach und Eschenbach, Thorsten Hallmann und Peter Lehr, Kreisrat Fritz Betzl sowie Eschenbachs SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Ott willkommen. Anschließend dankte dankte für die Unterstützung in den letzten sechs Jahren. Vehement widersprach er dem Bericht in der Presse, wonach Projekte im Stadtrat zwar angesprochen und erörtert wurden, sich aber noch in einer Art „Warteschleife“ befänden. Es sei unzutreffend, wenn man kritisiere, dass wertvolle Zeit bei der Realisierung verstrichen sei. Im Gegenteil: Vieles wurde umgesetzt. Als Beispiel nannte er die Umgestaltung der Professor-Dietl-Anlage oder die Sanierung des „Hauses der Vereine“. Walberer stellte zudem klar, dass man insgesamt 15 Parzellen für Bauwillige ausgewiesen habe. Auch die CSU-Fraktion war in die Beschlussfassung eingebunden und habe hierbei mit abgestimmt.

Anschließend stellten sich die Stadtrats-Kandidaten vor, beginnend mit Listenplatz 16, den Gerhard Merkl aus Wollau belegt, aufsteigend weiter mit Josef Meier, Franz Floth, Markus Friedrich, Heike Heindl, Richard Troppmann, Tatiana Kittner, Christian Mörtl, Ulrike Weigl, Florian Eibl, Birgit Baller, Manfred Götz, Silke Tanner, Radim Völkl, Sabine Eichermüller und schließlich Bürgermeisterkandidat Bernhard Stangl auf Listenplatz eins. Stangl betonte, man habe einen breit gefächerten Kreis an Bewerbern, in dem unterschiedlichste Berufe und Altersgruppen vertreten seien.

„Als Bürgermeister zu kandidieren, war für mich keine einfache Entscheidung. Ich habe sie insbesondere vom familiären Rückhalt abhängig gemacht“, erklärte Stangl. Natürlich habe auch die berufliche Situation und ganz besonders seine Verbundenheit zur Heimat eine große Rolle gespielt: „Mein Herz hängt seit meiner Kindheit an Pressath, sei es als Ministrant oder als Musikant in der Jugend- und Stadtkapelle. Ich möchte meine Zukunft auch weiterhin hier verbringen.“

Der Diplom-Ingenieur, der seit 25 Jahren bei einem Ingenieurbüro für technische Gebäudeausrüstung in Bayreuth beschäftigt ist, hat in der Technischen Universität München die Fachrichtung Maschinenbau studiert. In seiner damaligen Diplomarbeit ging es um Wasserstoffverbrennung und darum, wie sich Luft-Wasserstoff-Gemische entzünden können. Da passt es auch zusammen, dass das Bundesverkehrsministerium die Entwicklung der Wasserstofftechnologie voranbringen wolle. Dazu sind nun „Wasserstoffregionen“ in Deutschland ausgewählt worden – darunter auch Neustadt/WN. Konkret geht es um die regionale Wasserstoff-Produktion mit Strom aus erneuerbaren Energien und somit um die langfristige Nutzung von „grünem“ Wasserstoff in der Region.

Stangl stellte die Frage: „Warum sollte es nicht funktionieren, einen Kandidaten aus der freien Wirtschaft zum Bürgermeister zu wählen? Ich will Pressath nicht verwalten, sondern aktiv gestalten. Dafür ist es wichtig, mit Verwaltung, den städtischen Betrieben und Bürgern zusammenzuarbeiten. Eines meiner wichtigsten Vorhaben ist die Gründung eines Kommunalunternehmens. Dadurch kann die Stadt die baulichen Probleme besser lösen und sie kann zudem auch als Bauträger auftreten. Im Stadtrat wurde diese Thematik zwar diskutiert, aber leider bisher nur auf den Neubau des Bauhofes ausgerichtet. Ein Kommunalunternehmen kostet keine Arbeitsplätze, wie oftmals fälschlicherweise argumentiert wird.“

Richtungsweisende Themen stellte der Bürgermeisterkandidat in seinem Wahlprogramm und seiner künftigen Aufgabe als Stadtoberhaupt vor. Er nannte drei für ihn wichtige Kriterien: Erstens: reden, aber auch zuhören. Ein Augenmerk richtete er nicht nur auf das Stadtgebiet, sondern auch auf die Ortsteile. So sollen regelmäßig Ortsgespräche anberaumt werden. Ein für ihn wichtiges Thema sei das Nahwärmenetz. Hier müssen die Ortsbewohner eingebunden werden. Der Jugend müsse mehr Augenmerk gewidmet werden, um die Anregungen aus der Jugendbefragung umzusetzen. Im Zuge eines „kleinen Wirtschaftsforums“ sollen die örtlichen Industriebetriebe und gewerblichen Unternehmen beteiligt werden. „Wir müssen Perspektiven für die Ansiedlung neuer Betriebe schaffen. Das bedeutet aber auch, uns bei den Firmen zu bewerben und nicht darauf vertrauen, dass vielleicht jemand zufällig Pressath findet und hier einen Betrieb errichtet“, hob er hervor.

Zweitens: Projekte bewegen. Hierfür stehe Wohnraum für junge Familien, aber auch für Senioren zu schaffen. Denkbar seien hier sogenannte Quartierslösungen, also Wohnungen, bei denen junge Familien und Senioren unter einem Dach leben, ferner die innerörtliche Straßensanierung nebst Gehwegen, der Pausenhof und das Atrium der Grund- und Mittelschule sowie der Abschluss verschiedener Konzepte, die sein Vorgänger bereits auf den Weg gebracht habe.

Drittens: gestalten. Beispielhaft nannte Stangl die Sanierung des Bahnhofareals, der Neubau des Bauhofes, die Erweiterung der Gewerbe- und Industriegebiete und insbesondere der Stadtplatz mit dem Altstadtbereich. „Die wichtigsten Aufgaben liegen auf dem Bausektor. Das macht mich so sicher, dass ich meinen bisherigen Beruf nicht aufgeben muss, sondern in vielen Bereichen einfach weiterführen werde.“

Wohlwissend, dass der Investitionsbedarf für die Projekte, die sich im Laufe der Jahre angesammelt habe, nicht innerhalb einer Amtszeit umgesetzt werden können, bedarf es eines Sanierungskonzeptes für die nächsten sechs Jahre und darüber hinaus. Die Energiewende wird kommen und eine Klimapolitik muss sozial verträglich sein. Mit diesen beiden Schlagwörtern verdeutlichte Stangl, dass die globalen Probleme nicht einfach am Ortsschild von Pressath enden und man regional handeln müsse. Doch auch der Weg dahin spaltet, sei es beim Solarpark bei Riggau oder auch die Windkraft im Hessenreuther Wald. Nochmals betonte Stangl, er wolle Pressath nicht verwalten, sondern aktiv gestalten. „Das ist meine Motivation für euch, als Bürgermeister zu kandidieren. Und diese Motivation trägt mich bis zum 15. März – und weit darüber hinaus. Daher bitte ich euch um Vertrauen und Unterstützung.“ Zugleich forderte er alle Kandidaten für den Stadtrat auf, ihre Ideen einzubringen.

Er will Pressath nicht verwalten, sondern gestalten: Bernhard Stangl als SPD-Bewerber um das Amt des Bürgermeisters.

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