(bjp) Im Pressather Rathaus stellte sich der katholische Theologe nun bei Bürgermeister Werner Walberer vor.
In der Region ist der Sozialarbeiter mit 20-jähriger Berufserfahrung kein Unbekannter: Von 2003 bis 2006 baute Klink den „Offenen Jugendtreff“ in Speichersdorf auf, der sich den Ruf einer Vorzeigeeinrichtung für die Integration junger russlanddeutscher Übersiedler erwarb. Sein weiterer Weg führte ihn unter anderem in das Jugendhilfezentrum Schnaittach, zu dem auch betreute Wohngruppen für minderjährige Schutzsuchende in Auerbach und Michelfeld gehören. Nach dreijähriger Arbeit in dieser traditionsreichen Caritas-Einrichtung wechselte Wolfgang Klink nun an die Waldnaab.
Seine neue Aufgabe im Landkreis-Sozialamt als Unterstützer und Vermittler an einer „Schnittstelle zwischen ehrenamtlichen Helfern und Behörden“ gehe er guten Mutes an, gab der frischgebackene Integrationsbeauftragte zu verstehen: „Die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer leisten hier wie überall in Bayern eine enorme verdienstvolle Arbeit, auf die sie stolz sein können, und es gehört auch zu den Aufgaben des Staates, ihnen deutlich zu machen, dass man ihre unverzichtbare Arbeit sieht und wertschätzt.“
Dies konnte Werner Walberer für die Verwaltungsgemeinschaft Pressath bestätigen. Er wies auf die engagiert und effizient arbeitenden Helferkreise hin, würdigte aber auch die professionelle Betreuungstätigkeit des „Learning Campus“-Pädagogenteams und die allgemeine Offenheit und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung: „Auch Vereine, Unternehmen und Institutionen wie etwa die Musikschule tun viel für diese Menschen. Dank so viel Engagement gibt es bei uns keine nennenswerten Integrationsprobleme.“ Wolfgang Klink ergänzte, dass auch das bayerische Innenministerium die Integration der Neuankömmlinge „nach Kräften“ unterstütze.
Integrationskoordinatoren wie ihn gebe es derzeit in 74 Landkreisen und kreisfreien Städten des Freistaats. Für sie wie auch für die Ehrenamtlichen gebe es trotz rückläufiger Zuwandererzahlen noch immer „viel zu tun“. Über praktische Alltagsfragen wie das Erlernen der deutschen Sprache, die Beschaffung von Wohnraum oder die Schul-, Ausbildungs- und Behördenbegleitung hinaus betreffe dies die grundsätzliche „gegenseitige Vermittlung von Wertvorstellungen“ im Umgang zwischen Einheimischen und Schutzsuchenden.
(bjp) Exemplarisch für die von Staat und ehrenamtlichen Helferkreisen gemeinsam angestrebte Heranführung der Schutzsuchenden an ihr neues Lebensumfeld erwähnte Wolfgang Klink bei seinem Besuch im Pressather Rathaus die „Mieterführerschein“-Kurse. In fünf Doppelstunden, so der neue Landkreis-„Integrationslotse“, lernten die Geflüchteten, wie man sich um eine Wohnung bewerbe, was von einem Mieter bei der Unterhaltung und Nutzung der Mietsache erwartet werde, wie die Mülltrennung funktioniere und Ähnliches mehr.
Dies sei vor allem für anerkannte Flüchtlinge mit Bleiberecht von Bedeutung, die grundsätzlich die staatlichen Unterkünfte verlassen müssten. Aber auch der Staat sei in der Pflicht, etwa mit Blick auf die Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Denn kleinere Orte schieden als Wohnsitze häufig aus, wenn dort keine Schulen oder Erwerbsmöglichkeiten existierten und es an öffentlichen Verkehrsmitteln zu Bildungs- oder Arbeitsstätten mangele.
Eine solche ÖPNV-Aufwertung nütze auch den Einheimischen, betonte Klink. Überhaupt dürfe keinesfalls „der Eindruck entstehen, man kümmere sich nur um die Zuwanderer“. Bürgermeister Werner Walberer verwies auf die Kleiderkammer des Pressather „Helferkreises Asyl“ im Bahnhofsgebäude, die von jeher gleichermaßen hilfebedürftigen Geflüchteten und Einheimischen offenstehe.













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