13.09.2021 - 16:38 Uhr
Pruppach bei HirschbachOberpfalz

Ortsrand von Pruppach nach 20 Jahren wieder im Fokus von Bau-Interessenten

Einst wollte ein Investor in Pruppach (Gemeinde Hirschbach) eine schmucke Wohnanlage für Golfspieler bauen. Über ein Musterhaus kam er jedoch nicht hinaus. Nach einem langen Stillstand gibt es jetzt neue Pläne.

Das einzige realisierte Golfer-Haus am Ortsrand von Pruppach könnte nach einem langen Stillstand in naher Zukunft doch noch Nachbarn bekommen.
von Jürgen LeißnerProfil

Bewegung kam in die Angelegenheit Ortsrand Pruppach, als Bürgermeister Hermann Mertel in der April-Sitzung des Gemeinderats Hirschbach nachträglich eine Bauvoranfrage auf die Tagesordnung setzen wollte. Dritter Bürgermeister Richard Leißner stellte sich dagegen, da er darauf nicht vorbereitet sei. Eine Diskussion in der Mai-Sitzung endete mit dem Ergebnis, den Erschließungsvertrag mit dem verstorbenen Eigentümer, der jetzt durch seinen Erben vertreten wird, durch die Rechtsabteilung des Landratsamts prüfen zu lassen.

Auf der Fläche wollte der Eigentümer in den 1990er-Jahren eigentlich Häuser für Golfer errichten. Vor ihrer Tür hätten sie den Golfplatz Königstein-Namsreuth gehabt, der inzwischen nach einer Insolvenz aufgelöst worden ist. Tatsächlich gebaut wurde damals nur ein einziges Musterhaus.

Fläche gilt noch als Grünland

Nachdem der Gemeinderat schon wusste, dass der seinerzeit entworfene Bebauungsplan wegen der fehlenden Grünordnung nicht rechtskräftig geworden ist, kam nun der nächste Schock. Auch die 1999 angestrebte Änderung des Flächennutzungsplans ist nicht ans Ziel gelangt. Diese Nachricht brachte Architekt und Stadtplaner Manfred Neidl vom Büro Neidl und Neidl aus Sulzbach-Rosenberg mit in die Sitzung. Die Fläche ist damit nach wie vor als Grünland ausgewiesen.

Aus einem Interessenten, der dort bauen möchte, sind nun drei geworden. Um den Weg für ihre Projekte zu ebnen, muss das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans und zur Änderung des Flächennutzungsplans von vorne beginnen. Neidl ist von den Interessenten mit der Planung beauftragt worden. Diese müssen auch die Kosten dafür in voller Höhe übernehmen.

Von Gewächshaus bis Ziegenstall

Bei ihrem Bestreben, sich möglichst viele Optionen der Bebauung offen zu halten, komme den Interessenten die vor knapp sechs Wochen geänderte Baunutzungsverordnung für dörfliche Wohngebiete sehr entgegen, fuhr Neidl fort. Im Gespräch seien Schupfen, Gewächshäuser, Ziegenställe, Feuerstelle, Garagen und vieles mehr.

Einige Wünsche im Entwurf eines neuen Bebauungsplans, zum Beispiel ein Gartenzaun bis zwei Meter Höhe oder auch grüne Dächer, bereiteten Städtebauplaner Neidl aber Bauschmerzen. Das Ratsgremium müsse sich für die Zukunft Gedanken machen, wie aus seiner Sicht die Festsetzungen gefasst werden sollten. "In der jetzigen Sitzung geht es lediglich um die Aufstellungsbeschlüsse, dass etwas geplant werden kann", stellte Neidl klar.

Aus den Erfahrungen lernen

Gespannt verfolgten viele Bürger aus Pruppach die Sitzung. Bürgermeister Hermann Mertel hielt eine Bebauung für absolut wünschenswert: "Die Fläche ist aktuell kein Schmuckstück." Seine Stellvertreter Stefan Steger und Richard Leißner waren sich einig, dass sich die Erfahrungen wie mit dem damaligen Investor nicht wiederholen dürften: "Der Erschließungsvertrag muss passen, und dort muss dann auch endlich was passieren."

Die Kosten der Erschließung müssten von den Käufern getragen werden. Die verlegten Kanäle hätten sich bei einer Befahrung als weiterhin nutzbar erwiesen. Schließlich fasste der Gemeinderat die Aufstellungsbeschlüsse für den Bebauungs- und Grünordnungsplan und beschloss die Änderung des Flächennutzungsplans. Auch ein Name für das Baugebiet zeichnet sich schon ab. Mit "Point" oder "An der Point" stehen zwei Varianten im Raum.

Lebhafte Diskussion über brisante Bauvoranfrage

Hirschbach

"Die Fläche ist aktuell kein Schmuckstück."

Bürgermeister Hermann Mertel

Bürgermeister Hermann Mertel

 

 

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