02.05.2019 - 12:16 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

Kunst, Natur und Geschichte im Einklang

Künstler der Region haben ihre Inspiration in der Landschaft rund um St. Quirin gefunden. Der Spaziergänger kann auf dem Skulpturenweg Ilsenbach teilhaben - Teil 2 des Wandertipps.

„Über den Schatten springen“ lässt Klaus Kuran den Hund aus dem Püchersreuther Wappen.
von Rainer ChristophProfil

(cr) Die Umsetzung der Entwürfe der Holzbildhauerarbeiten übernahm Willi Hengge aus Nittendorf. Beim Ausheben des Fundamentes für die Skulptur wurden Mauerreste freigelegt. Dass es Teile von Fundamenten der ehemaligen Kronburg sind, ist fraglich. Auch Rüdiger Goedecke ließ sich von der Kronburg inspirieren. In seiner Vorstellung könnten hier einmal Raubritter gehaust haben. Seine Skulptur ist aus Eichenkernholz.

Gedicht als Schatz

Astrid Kriechenbauer orientiert sich in ihrer Stele an Herrmann Hesse. Hier geht es um einen "Baumstamm zum Öffnen, der ein Gedicht als Schatz verbirgt", um "Blut und Schlachtengrollen..." Am Ende führt das Gedicht zu "sanften Lösungen". Die Stele steht gegenüber der Rotzenmühle.

Der Künstler Hans Burmeister verarbeitete mit dem Stamm aus Zirbelkiefer und Eisen die Trauer um seinen verstorbenen Vater. Das Werk steht heute am Weg unterhalb des Auerbergs. "Der Weg ist das Ziel" nennt Klaus Neugirg sein Werk aus Waldsteingranit. Er will damit den Lebensweg des Menschen darstellen. Dieser ist letztlich die Summe vieler Lebensgeschichten, kleiner und großer Ereignisse und Eindrücke. "Jedes Leben erfährt die Höhen und Tiefen, die hier als auf- und absteigende Treppenstufen dargestellt sind", erklärt Künstler Neugirg. Eine Stele zum Meditieren und Diskutieren.

Wappentier entspringt

Da der Skulpturenweg in der Gemeinde Püchersreuth liegt, darf auch das Wappentier des Ortes, ein "Hund", nicht fehlen, so die Überlegung von Klaus Kuran. In seiner 700 Kilogramm schweren Stele erinnert das Tier an das Adelsgeschlecht von Hundt. Im 17. und 18. Jahrhundert waren sie Besitzer der Hofmark Püchersreuth. Auch das "Gitter" aus dem Wappen des Waldsassener Abtes Nikolaus Eppenreuther (14. Jahrhundert) findet sich wieder. Der Historische Pfarrhof in Wurz war einst Sommersitz des Klosters. Bekannt ist er heute für seine Sommerkonzerte. Kuran nennt seine Stele, eine Eisenplatte, "Über den Schatten springen". Sie steht an der Verbindungsstraße zwischen Wurz und Püchersreuth. Seine gestalterische Idee: Die Form des Hundes, aus einer rechteckigen Eisenplatte geschnitten, ergibt zwei Hunde. Einer geht aus sich heraus und springt über seinen eigenen Schatten.

Hans Bergauer setzte "Der Schatzsucher" in der Stele aus Eisen um. Fasziniert und inspiriert hatte ihn eine alte Sage um die Kronburg. Sie berichtet von zwei Männern, die sich um Mitternacht aufgemacht hatten, um den verborgenen Schatz bei der Kronburg zu finden. Alles musste schweigend passieren. Wie die Sage ausgeht, soll an dieser Stelle verschwiegen werden.

Hinzuweisen ist auch auf eine gemauerte Säule, die mit der Jahreszahl 1631 an die Entstehung des Wallfahrtsortes erinnert. Sie steht am südlichen Fuß unter der Anhöhe der Kirche. Überhaupt existieren viele Geschichten und Sagen in und um die kleine Ortschaft Ilsenbach.

Zu den Anfängen des Skulpturenweges bot der 2014 verstorbene, ehemalige Lehrer Alfons Scharnagl mit seiner Tochter Ulrike Sagenwanderungen an, die auf großes Interesse stießen. Ein Nachfolger ist schwer zu finden. Die Tochter, ebenfalls Lehrerin, hätte gerne "das Erbe" ihres Vaters angetreten, wurde aber vor rund zehn Jahren nach Oberbayern versetzt.

Ein Wegweiser aus Holz weist den Weg zu den Skulpturen.
Ein Baumstamm zum Öffnen.
Eine gemauerte Säule mit der Jahreszahl 1631 erinnert an die Entstehung des Wallfahrtsortes.

Hier geht es zum ersten Teil:

Ilsenbach bei Püchersreuth

Aktuell und Wissenswert

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