09.06.2020 - 16:23 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

Solidarität beim Abwasser gefordert

Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger sah sich in Püchersreuth in Sachen Abwasser um. Klingt zunächst nicht spannend, ist aber ein kostspieliges und nicht alltägliches Projekt.

Klärwärter Thomas Mathes zeigt auf dem Plan Stephan Oetzinger den Verlauf der 3,6 Kilometer langen Freigefälledruckleitung auf, den Bürgermeister Rudolf Schopper natürlich kennt. Schließlich hat er sie auf die Wege gebracht.
von Ernst FrischholzProfil

Der Freistaat bezuschusst den Zusammenschluss der Abwasseranlagen von Püchersreuth nach Wurz mit einer Million Euro. Insgesamt kostet die Maßnahme 2,4 Millionen Euro. Bürgermeister Rudolf Schopper informierte Oetzinger zusammen mit Klärwärter Thomas Mathes in der Kläranlage Püchersreuth.

Schopper erklärte, dass es sich um eine 1979 in Betrieb genommene Tropfkörperanlage handelt. Sie ist auf 1000 Einwohnergleichwerte ausgelegt und mit 916 ausgereizt. Zudem ist die Abwasserrechtliche Erlaubnis ausgelaufen. Parallel läuft in Wurz eine Kläranlage mit Toppreinigungsleistung und aufgrund der Umstrukturierung eines großen Betriebs im Lebensmittelbereich mit Reserven, die das Abwasser von Püchersreuth und Ilsenbach leicht aufnehmen können.

In Püchersreuth ist Bedarf, in Wurz Kapazität. Für Schopper war dies die Chance, die Entsorgung zusammenzuführen, auch gegen Widerstände. Die Zwick-Ingenieure begleiteten die Maßnahme. Die Anlage in Püchersreuth wird faktisch stillgelegt bei gleichzeitigem Rückbau von Tropfkörper und weiterer Einrichtungen. Sie wird zum Pumpwerk, das neu errichtet wird. Die Abwasserentsorgung erfolgt künftig zentral in Wurz mit einer 3,6 Kilometer langen „Freigefälledruckleitung“.

Herausforderung war dabei die Unterquerung der Staatsstraße. Die nicht geförderten 1,4 Millionen Euro müssen umgelegt werden. Die Abwasserentsorgung muss als kostendeckende Einrichtung betrieben werden. Nicht unumstritten ist dabei auf Wurzer Seite die Schaffung eines einheitlichen Satzungsbereichs. Das heißt im Moment, dass Wurz über Herstellungsbeiträge mit an den Kosten beteiligt wird.

Schopper relativiert: 1500 Euro im Schnitt seien sicherlich nicht aus der Portokasse zu bezahlen, aber alle müssten sich als Solidargemeinschaft langfristig sehen. Ohne zusätzliche Anschließer würde die Anlage in Wurz auch höhere Abwasserkosten produzieren.

Oetzinger nennt dies ein Paradebeispiel, wie eine Gemeinde die Daseinsvorsorge für ihre Bürger aufgreift und gestaltet. "Wir reden von Umweltschutz und über Grenzwerte, da müssen wir das Abwasser auch mit oben anstellen." Das Geld des Freistaats sei damit gut angelegt. Die Förderung komme jedem Bürger zugute. In wenigen Wochen soll der Zusammenschluss Püchersreuth-Wurz erfolgen. Bürgermeister Schopper sieht keine Probleme im Zeitplan. "Die Firmen arbeiten gut", so das Gemeindeoberhaupt.

Klärwärter Thomas Mathes zeigt Stephan Oetzinger und Bürgermeister Rudolf Schopper (von rechts) den Schnitt des Druckleitungsrohres, mit dem das Abwasser von Püchersreuth und Ilsenbach im Freigefälle nach Wurz läuft.

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