17.07.2020 - 15:19 Uhr
Raigering bei AmbergOberpfalz

Nach Corona-Fall in Raigeringer Grundschule: Mitschüler negativ getestet

Nach einer längeren Phase der Ruhe kommt es in der Stadt Amberg wieder zu neuen Corona-Fällen. Betroffen ist unter anderem die Grundschule in Raigering. Hier wurde ein Schüler positiv getestet. Zum Glück war er aber im Home-Schooling.

Ein Schüler, der die Grundschule in Raigering besucht, ist jetzt positiv auf Corona getestet worden. Die Test bei seinen Mitschülern fielen allerdings negativ aus.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es scheint eine halbe Ewigkeit her, dabei war es erst Anfang März, als Corona erstmals bei uns aufgetaucht ist. Eine Familie kehrte infiziert vom Skiurlaub aus Südtirol zurück. Weil die Tochter das Gregor-Mendel-Gymnasium besucht, verkündete die Schule den Lockdown. Zwei Wochen später waren alle Schulen zu. Jetzt ist wieder eine Amberger Schule von Corona betroffen. Ein Kind, das die Grundschule Raigering besucht, wurde positiv getestet. Doch zum Glück erwiesen sich die Tests der Klassenkameraden jetzt als negativ. Trotzdem müssen die Schüler samt Lehrerin in Quarantäne.

Mit diesem Fall begann die Pandemie bei uns

Amberg

Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, bestätigte auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien am Freitag das Gerücht, das sich in den vergangenen Tagen rasant verbreitet hat. Weil sich bei einer Frau ein fraglicher Corona-Befund ergeben hatte, wurde unter anderem auch ihr nunmehr betroffenes Kind auf den Erreger getestet. Das Ergebnis war laut Brey eindeutig: positiv. Zwar befand sich der Schüler zu diesem Zeitpunkt im Homescooling-Zyklus seiner Klasse der Raigeringer Grundschule. Dennoch wurden wegen der Inkubationszeiten unter anderem sofort die Klassenkameraden aus seiner Schicht getestet. "Die Befunde liegen uns mittlerweile vor, sie sind allesamt negativ", konnte Roland Brey am Freitag Entwarnung geben.

Trotz des negativen Testergebnisses bleiben die Kinder jetzt erst einmal in Quarantäne. In einer Woche wird dann der Test wiederholt, um sichergehen zu können. "Wir sind einfach noch immer inmitten der Corona-Zeit", kommentiert Marion Ott, die Rektorin der Dreifaltigkeits-Grundschule, zu der Raigering gehört, den Ausbruch. Nicht zuletzt deshalb verfolge ihre Schule einen stringenten Hygieneplan, die Eltern seien selbstverständlich eingebunden. Sie wüssten beispielsweise, dass sie harmlose anmutende Erkältungssymptome bei ihren Kindern unbedingt unter Corona-Gesichtspunkten abklären sollen. "Aber zum Glück war eine Home-Schooling-Gruppe betroffen", sagt Marion Ott. "Die waren nicht in der Schule." Aus diesem Grund konnten die Maßnahmen relativ gering gehalten werden. "Aber die Lehrerin ist aus Vorsicht ebenfalls zuhause."

Das Gregor-Mendel-Gymnasium war die erste betroffene Schule

Amberg

Wie Dr. Roland Brey erklärt, ist das umsichtige Handeln der Schule richtig und wichtig. Gerade bei Kindern trete die Corona-Infektion normalerweise in einer sehr harmlosen Variante auf: ein bisschen Schnupfen, etwas Husten oder gar überhaupt keine Symptome. "Kinder spielen bei der Pandemie nicht die große Rolle", sagt Roland Brey. Nichtsdestotrotz könnten sie aber gerade wegen der meist harmlosen Symptomatik als Überträger auftreten. Daher seien auch alle Vorsichtsmaßnahmen der Schule angebracht. Aber auch das Gesundheitsamt reagierte umsichtig: "Wir haben die Proben selbst zum Landesgesundheitsamt gefahren, damit wir die Ergebnisse möglichst schnell haben", erzählt Brey.

Corona ist noch nicht vorbei. Das weiß auch Rektorin Marion Ott und schüttelt ob der Unvernunft vieler Menschen in der aktuellen Zeit nur noch den Kopf. Gemeinsam mit ihren Kollegen bereitet sie sich schon auf den Herbst vor, wenn nach den Ferien der Unterricht wieder beginnt – nach Ankündigung des Kultusministeriums dann auch wieder mit den ganzen Klassen. "Dafür soll ein neues Hygienekonzept kommen", sagt Marion Ott. Wie es im September konkret weitergeht, weiß aber zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand. Übrigens: Die jetzt aufgetretenen Corona-Fälle verliefen letztendlich alle in einer harmlosen Form, ins Krankenhaus musste laut Dr. Roland Brey niemand.

Hintergrund:

Anstieg der Zahlen überrascht nicht

Für Dr. Roland Brey, den Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, kommt es nicht überraschend, dass in den vergangenen Tagen in Amberg wieder positive Corona-Tests gemeldet werden. Das Virus, so sagt er es, ist immer noch mitten unter uns. Doch nicht immer zeige es sich ganz offen. Seiner Einschätzung nach verlaufen zahlreiche Corona-Infektionen völlig ohne Symptome – was das Virus noch gefährlicher mache. Mit der Zunahme der Tests steige folgerichtig die Anzahl der positiven Fälle. Wobei die angewendeten Testverfahren nicht frei von Fehlern seien. „Und je mehr getestet wird, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass einmal ein Fehler passiert. Zudem seien die Tests nicht immer eindeutig. „Das kann aber schon ein paar Tage später ganz anders aussehen“, sagt er.

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