01.03.2021 - 15:33 Uhr
Raigering bei AmbergOberpfalz

Ferdinand Kohl (8) aus Raigering liebt die Tierfotografie

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Die Corona-Pandemie verlangt allen sehr viel ab, vor allem den Kindern. Ferdinand Kohl (8) aus Raigering hat aber während des Lockdowns sein neues Hobby, die Tierfotografie, für sich entdeckt. Hinter einem Bild ist er besonders hinterher.

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von Caroline Keller Kontakt Profil

Die Corona-Pandemie hat den Alltag von allen Menschen komplett durcheinander gebracht, vor allem den von Kindern. Es ist ein ständiges Hin und Her von Distanzunterricht und Wechselunterricht, mit wie vielen Freunden man sich treffen darf oder nicht. Die Freizeitgestaltung muss zuhause stattfinden. Einer, der sich durch die Entschleunigung des Alltags ein neues Hobby erschlossen hat, ist Ferdinand Kohl aus Raigering. Der Achtjährige hat seine Leidenschaft für Tierfotografien entdeckt.

Angefangen hat es damit, dass er im ersten Lockdown nicht so recht wusste, wie er die freie Zeit verbringen sollte: "Ich bin mit meinem Papa zusammen in der Früh zum Bäcker gegangen und wir haben die Vögel zwitschern gehört. Ein paar Vogelstimmen habe ich erkannt. Die hat mir nämlich mein Opa schon beigebracht." Ferdinands Opa ist Förster und Jäger. Mit ihm geht Ferdinand auch öfters in den Wald oder auch schon einmal mit zur Jagd. "Dann hat mir der Opa eine Kamera geschenkt. Mit der bin ich gleich losgezogen und habe verschiedene Tiere fotografiert", erzählt der Achtjährige stolz. Innerhalb fast eines Jahres hat er schon über 5000 Bilder geschossen: "Einige der Bilder haben wir für ein Fotobuch ausgewählt, das ich dann an Weihnachten bestellt habe."

Bei Wind und Wetter

An Weihnachten ist es auch Tradition bei der Familie Kohl, einen Baum im Wald für die Tiere dort zu schmücken. Ferdinand erzählt: "Zusätzlich haben wir ein Vogelhaus aufgehängt. Seitdem fülle ich das Futter immer wieder alle zwei bis drei Tage auf." Und dann bleibt er noch ein bisschen in der Nähe stehen, um die Vögel zu beobachten und von ihnen Fotos zu knipsen. Lange muss er oft nicht auf Amsel und Spatz warten: "Jedes Mal, wenn ich in den Wald gehe mit meinem Eimer voll Vogelfutter, dann zwitschern die Vögel ganz laut. So als ob sie wüssten, dass jetzt neues Futter für sie kommt."

Wenn Ferdinand sich in den Wald aufmacht, dann hat er immer seine Kamera dabei. Manchmal nimmt er noch einen Klappstuhl, einen Rucksack, ein Fernglas und etwas zu trinken mit: "Ich bleibe dann mindesten eine dreiviertel Stunde draußen. Manchmal aber auch länger, so eineinhalb Stunden." Er geht bei beinahe jedem Wetter in den Wald, auch wenn es sehr kalt ist: "Das eine Mal war es so kalt, dass ich dann nachhause gerannt bin, weil ich so gefroren habe." Hin und wieder nimmt der Achtjährige auch einen Freund mit und zeigt ihm die verschiedenen Vögel.

Ein Vogel besonders begehrt

Wenn der junge Raigeringer nicht gerade Vögel fotografiert, dann dürfen es auch andere Tiere sein: "Ich habe auch schon Bilder von einem Rehbock und einem Feldhasen gemacht." Tiere wie Frösche, Schmetterlinge und andere Insekten gehören auch zu der Bilder-Sammlung dazu. Ferdinand hat unter ihnen natürlich auch Lieblingsbilder: "Der Eichelhäher hat da gerade eine Nuss fallen lassen. Das Bild gefällt mir sehr gut. Und das Bild vom Bluthänfling mag ich auch gerne. Der ist nämlich selten." Aber auf einen Vogel hat der Nachwuchs-Tierfotograf es besonders abgesehen: "Den Grünspecht möchte ich gerne noch fotografieren. Ich höre ihn immer nur im Wald, aber gesehen habe ich ihn leider noch nicht."

Um den aus seinem Versteck zu locken, lässt sich der Achtjährige so einiges einfallen. Zusammen mit einem Freund hat er bei einem Metzger Rindertalg besorgt und mit der Hilfe von seiner Mama ausgekocht. "Das hat ziemlich gestunken", erzählt er und muss dabei verschmitzt grinsen. Dann erklärt er, warum er den Talg braucht: "Der wird in ein Gefäß gefüllt. Da kommen noch Stecker dazu, damit die Vögel drauf sitzen können." Zum Schluss gibt’s noch unterschiedliches Futter dazu. Auf dem Speiseplan des Grünspechts stehen dann Mehlwürmer, Sonnenblumenkerne und Hirse. "Aber ich versuche, ihn auch durch Pfeifen anzulocken", sagt der Tierliebhaber. Woher er weiß, wie sich ein Grünspecht anhört, erklärt er mit leuchtenden Augen: "Ich lese gerne Sachbücher. Ich habe ein Buch über Vögel mit Vogelstimmen. Das habe ich schon so oft angeschaut und angehört, dass ich die Vogelstimmen jetzt auswendig kann."

Corona wenig spürbar

Aber hin und wieder passiert es ihm auf einem Spaziergang mit der Familie, dass er ein Bild von einem Tier schießt, das er noch gar nicht kennt. "Dann hilft mir mein Papa, und wir schauen im Internet, welches Tier das sein könnte", erklärt Ferdinand. Dadurch kennt der Achtjährige schon eine erstaunliche Menge an Vogelarten und kann diese mühelos aufzählen. Ferdinands Papa, Rainer Kohl, ist mächtig stolz auf seinen Sohn: "Für ihn ist Corona gar nicht so spürbar. Er geht viel raus an die frische Luft und langweilt sich daher auch nicht. Eigentlich ist das etwas Positives, was der Lockdown gebracht hat."

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