Alles für den Glauben gegeben

Alois Lehner
von Autor HAIProfil

"Seelsorge - Sorge um die Seele!" Wenn dieses Prädikat auf einen Priester zutrifft, dann auf Bischöflich Geistlichen Rat Pfarrer i. R. Alois Lehner. Der gebürtige Ramlesreuther und priesterliche Sohn der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach-Mockersdorf ist am Dienstag, 15. Juni, nach kurzem Krankenhausaufenthalt im Klinikum Weiden im Alter von 80 Jahren verstorben.

Der frühere Mainburger Stadtpfarrer und Ehrenbürger Alois Lehner wurde auf seinem ausdrücklichen Wunsch hin an seinem Namenstag zu Grabe getragen. In der Mainburger Stadtpfarrkirche "Zu unserer Lieben Frau" nahmen Stellvertretender Generalvikar Dompropst Franz Frühmorgen, der Sulzbach-Rosenberger Dekan Walter Hellauer, der Mainburger Stadtpfarrer Josef Paulus und der Kirchenlaibacher Pfarrer Sven Grillmeier sowie weitere Mitbrüdern, darunter der Neffe des Verstorbenen Klaus-Peter Lehner, Abschied. Zuvor war die Aussegnung in Weiden auf dem Waldfriedhof und die Überführung des Sarges nach Mainburg erfolgt.

"Die Pfarreiengemeinschaft dankt dem Verstorbenen für seine Verbundenheit und Treue zur Heimat sowie seine Aushilfstätigkeiten im Ruhestand", schreibt Pfarrer Sven Grillmeier an seine Gläubigen. Sie feiern das Requiem am Mittwoch, 30. Juni, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Kirchenlaibach.

54 Jahre war Lehner Priester. Er hat durch sein segensreiches Wirken Spuren in den Herzen vieler Menschen hinterlassen. Am 24. November 1940 als viertes von fünf Kindern der Eheleute Jakob und Barbara Lehner geboren, wuchs er auf dem landwirtschaftlichen Hof auf. In Ramlesreuth besuchte er acht Jahre bei den Lehrern Hofmann und Greger die Schule. Bei den Styler Missionaren in Tirschenreuth machte er sein Abitur, bevor er sich dem Theologiestudium in Regensburg widmete. Am 29. Juni 1967 weihte ihn Bischof Rudolf Graber im Dom zu Regensburg zum Priester. Am 9. Juli 1967 feierte der damals 27-Jährige in seiner Heimatpfarrei Mockersdorf seine erste Messe.

Nach seiner Kaplanszeit in Regenstauf ließ sich Lehner ab September 1970 für die Mission in Argentinien beurlauben. Hier arbeitete er bis 1980 am Stadtrand von Buenos Aires in der Diözese Lomas de Zamora in einer Pfarrei mit etwa 20 000 Katholiken, unterstützt von Schwestern der Kongregation "Canonesas de la Cruz" (Kreuzschwestern) aus Peru. Danach übernahm Alois Lehner als Stadtpfarrer für drei Jahrzehnte die Pfarrei Mainburg, zu der im August 1991 die Pfarrei Ober- und Unterempfenbach dazu kam.

Die Stadt würdigte sein gesellschaftliches Wirken mit der Ernennung zum Ehrenbürger, die Diözese 2008 mit der Ernennung zum Bischöflich-Geistlichen Rat. Seinen Ruhestand verbrachte der Geistliche seit 2010 in der Pfarrei "Maria Waldrast". Von dort aus unterstützte er die Pfarrei St. Marien in Rothenstadt bei Weiden seit Januar 2014 als Subsidiar. Erst im November 2020 hatte der Pfarrer seinen 80. Geburtstag, drei Jahre zuvor sein 50. Jubiläum seiner Primiz mit vielen Weggefährten gefeiert. Sie würdigen Lehner als menschlich, fürsorglich, kreativ und innovativ, offen und ökumenisch, als "besonderen Freund Jesu Christi" und "Menschenfreund mit Charisma". Er habe die Caritas des Priesters gegenüber den anvertrauten Menschen in der Kaplanszeit, in Argentinien, in der Pfarrseelsorge und in seinem Ruhestand praktiziert, sagte Walter Hellauer in seiner Traueransprache.

Noch zum 80. Geburtstag erhielt Pfarrer Alois Lehner zahlreiche Glückwünsche

Etzenricht

Für Domprobst Frühmorgen war Lehner ein "treuer Mann der Kirche", ein "engagierter Priester, der alles für den Glauben gegeben und wertvolle Aufbauarbeit in der Pfarrei geleistet" habe. An Lehners seelsorgerlichen Tatendrang, erinnerte der Mainburger Bürgermeister Helmut Fichtner. Dessen pastoralen Früchte seien in der kirchlichen Jugend- oder Seniorenarbeit ebenso erwachsen wie bauliche Früchte beim Bau des Pater-Rupert-Mayer-Pfarrheims oder bei zahlreichen Kirchensanierungen. Lehner habe bei der Caritas den Sozialdienst neu belebt. Und Pfarrer Sven Grillmeier meinte: "Er war ein Seelsorger, der Spuren in den Herzen vieler Menschen hinterlassen habe, wo immer er auf dieser Welt gewirkt hat."

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