23.04.2020 - 10:23 Uhr
Oberpfalz

Raus in den Garten

Gartenarbeit hat meditativen Charakter und ist ein Erlebnis für alle Sinne. Stress und Sorgen lösen sich zwischen Kräutern, Blumen und Obstbäumen schnell in Luft auf. Suchen Sie das Glück im Grünen, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Gartenarbeit sorgt wie ein natürliches Antidepressivum für gute Laune, Zufriedenheit und Gelassenheit.
von Autor EWAProfil

"Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann leg' einen Garten an", sagt schon ein altes Sprichwort. Oder wie die Schriftstellerin und Dichterin Margaret Atwood so schön schreibt: "Im Frühling solltest du am Ende des Tages nach Dreck riechen." Gerade in diesen Zeiten, in denen wir die meiste Zeit zu Hause verbringen, ist ein Garten tatsächlich Gold wert. Denn schon wenige Minuten draußen reichen aus, um unsere Laune erheblich zu verbessern. Das ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen. Wir sind besser drauf, weniger gestresst und einfach happy - Gräsern, Hecken und Büschen sei Dank.

Manchmal ist es also wirklich ganz einfach mit dem Glück: Wer Setzlinge versenkt, Hecken schneidet, Beete neu anlegt oder selbst gezogene Erdbeeren nascht, der kommt gar nicht erst zum sinnlosen Grübeln. Gartenarbeit hat meditativen Charakter und ist ein Erlebnis für alle Sinne. Stress und Sorgen lösen sich zwischen Kräutern, Blumen und Obstbäumen ganz schnell in Luft auf. Und nicht nur das: Beschäftigungen dieser Art scheinen ein Urbedürfnis bei uns zu befriedigen. Wir schaffen etwas, sehen, was die eigenen Hände bewirken, spüren uns selbst und die Natur wieder.

Deshalb ist es also ganz und gar nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen wieder das Glück im eigenen Garten schätzen und mehr Zeit im Freien verbringen. Glücksforscher haben längst herausgefunden: Das Garteln tut nicht nur Körper und Seele gut. Schon allein Blumen und Pflanzen anzuschauen wirkt beruhigend, senkt den Blutdruck - und lindert sogar Schmerzen. Und das ist immer noch nicht alles. Stress und Ängste werden an der frischen Luft abgebaut, Gartenarbeit sorgt wie ein natürliches Antidepressivum für gute Laune, Zufriedenheit und Gelassenheit.

Wenn wir im Garten werkeln, blühen auch wir selbst auf. Nicht umsonst wird die Arbeit mit Spaten und Heckenschere sogar immer öfter als Therapie eingesetzt. Eine Happiness-Studie, bei dieser Personen zwischen 18 und 70 Jahren aus sieben europäischen Ländern sowie den USA befragt wurden, zeigt: Gartenarbeit entspannt, macht glücklich und ist für über 40 Prozent der Deutschen sogar besser als Sex. Laut der Studie macht Gartenarbeit jedoch nicht nur für den Moment glücklich, sondern steigert nachhaltig die Zufriedenheit.

"Das ist ja alles schön und gut", sagen Sie nun vielleicht. "Aber ich habe keinen Garten." Das ist zwar schade, aber noch lange kein Grund, nicht doch noch im Grünen glücklich zu werden. Sie können auch auf Ihrem Balkon Tomaten, Erdbeeren oder Kräuter in Töpfen anpflanzen.

Oder Sie gehen einfach in den nächsten Gemeinschaftsgarten, den nun auch immer mehr Städte in der Oberpfalz anbieten. Natürlich können Sie auch einen Schrebergarten mieten - oder Sie fragen einfach Ihren Nachbarn, ob er Hilfe im Garten braucht.

Ganz schnell werden Sie feststellen: Glück ist gar nicht unbedingt rosarot - sondern meistens einfach grün.

Im Frühling solltest du am Ende des Tages nach Dreck riechen.

Margaret Atwood, Schriftstellerin

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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