04.02.2021 - 16:57 Uhr
RegensburgOberpfalz

Corona-Bonus: Wer sich gegen staatliches Unrecht wehren will, braucht Mut – es zahlt sich aus

Wie der Freistaat Bayern mit der Pflegerin Simone Graf umgesprungen ist, war ungerecht. Nur ihr mutiger Schritt an die Öffentlichkeit hat der Mutter geholfen. Ein Beispiel, das anderen Mut machen sollte. Ein Kommentar von Tobias Gräf.

Alten- und Krankenpfleger haben sind in der Corona-Pandemie besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Für ihren wichtigen Dienst an den Menschen erhalten sie einen staatlichen Bonus - meistens.
von Tobias Gräf Kontakt Profil
Kommentar

In den vergangenen Wochen haben Oberpfalz-Medien bereits zwei Mal über Simone Graf (Name geändert) berichtet, dies ist der dritte Artikel. Die mediale Hartnäckigkeit scheint sich für die Pflegerin und alleinerziehende Mutter gelohnt zu haben: Sie hat nicht nur vom Freistaat Bayern doch noch die 500 Euro Corona-Bonus für ihren anstrengenden Dienst im Pflegeheim bekommen. Mit Wolfgang Renner und Emil Karl haben zwei Leser unserer Zeitung aus Amberg und Weiden bemerkenswerte Zivilcourage bewiesen, indem sie der verzweifelten Frau aus eigener Tasche das Geld gespendet haben.

Dem Staat in diesem Fall Absicht zu unterstellen, wäre wohl zu weit hergeholt. Vermutlich handelt es sich um ein ärgerliches Missverständnis in chaotischen Zeiten. Doch dies ändert nichts daran, dass die Pflegerin das staatliche Gebaren als erniedrigend empfindet – zu Recht. Simone Graf ist Unrecht widerfahren. Indem die Behörden den Bonus nach neun langen Monaten doch noch gezahlt haben, haben sie ihren Fehler selbst eingestanden. Dass dies jedoch erst nach intensiver Berichterstattung hin passiert, bleibt verwerflich. Nicht jeder ist bereit, den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Den Schweigsamen steht Gerechtigkeit jedoch genauso zu. Simone Grafs Geschichte kann für andere deshalb ein Beispiel sein, das Mut macht.

Der Freistaat ist eingeknickt: Nach langem Kampf bekommt eine Oberpfälzer Pflegerin doch ihren Corona-Bonus

Amberg

 

 

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