23.11.2020 - 14:30 Uhr
RegensburgOberpfalz

Corona-Pandemie: IHK fordert weitere staatliche Unterstützung

Trotz des Teil-Lockdowns sinken die Infektionszahlen nicht. Die Politik plant eine Verlängerung und die Wirtschaft erhebt schon einmal ihre Forderungen. In einigen Branchen geht es um die Existenz.

Fitnessstudios gehören zu den Unternehmen, die wegen derMaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schließen müssen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die IHK Regensburg schlägt wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie Alarm. Ganze Branchen stünden auf der Kippe. Dazu zählen Betriebe der Reisewirtschaft, der Gastronomie und Hotellerie, der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie im Eventbereich. Hier gehe "es jetzt vielfach ums Überleben, denn die betroffenen Unternehmen hatten bereits in den vergangenen Monaten ihre liquiden Mittel und Eigenkapital einbringen müssen", sagte Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Regensburg für die Oberpfalz, laut Mitteilung vom Montag. In diesem Bereich sehen sich laut Kammer rund 40 Prozent der Unternehmen existenziell bedroht.

Von rund 1000 befragten Unternehmen in Bayern verzeichnen 55 Prozent "eine sinkende oder komplett ausfallende Nachfrage", sagte Helmes. "Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdown rechnen rund 60 Prozent aller befragten Unternehmen mit teils empfindlichen Umsatzeinbußen bis Jahresende." Die bayerischen IHKs fordern deshalb, dass die staatlichen Zuschussprogramme für die Wirtschaft mit Corona-Einschränkungen ausgeweitet werden müssen. Zudem treten die IHKs dafür ein, die Möglichkeit des steuerlichen Verlustrücktrags auf drei Jahre auszudehnen, damit Corona-Defizite mit Unternehmensgewinnen der Vorjahre verrechnet werden können.

Zumindest die Ausweitung der Finanzhilfen für Unternehmen, die wegen der Corona-Beschränkungen auch im Dezember schließen müssen, hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Wochenende bereits zugesagt. "Wenn die Beschränkungen verlängert werden, ist für mich klar, dass die finanzielle Unterstützung der direkt betroffenen Branchen dann ebenfalls weiter nötig ist", sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Zudem haben sich Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schon vor zwei Wochen darauf verständigt, die Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 zu verlängern. Diese sollten ursprünglich Ende 2020 auslaufen. Dazu gehört auch eine "Neustarthilfe" für Soloselbstständige.

In den nächsten Tagen dürften zudem die ersten Gelder aus der Überbrückungshilfe II fließen. Die EU-Kommission gab am Freitag grünes Licht. "Insgesamt haben etwa 3600 bayerische Betriebe schon 100 Millionen Euro bei der im Freistaat für die Genehmigung zuständigen IHK für München und Oberbayern beantragt", sagte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) laut Mitteilung seines Ministeriums vom Sonntag. Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember.

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