13.11.2020 - 11:53 Uhr
RegensburgOberpfalz

Schauspielerin Nikola Norgauer spricht über ihre Heimat

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Nikola Norgauer ist Schauspielerin aus Leidenschaft. Auf diversen Bühnen in Theater, Film und Fernsehen ist sie zuhause. In Regensburg ist sie daheim.

Nikola Norgauer an der Donau.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Hier verbrachte sie ihre Kindheit, hier wohnen ihre Familie und andere „Herzensmenschen“. Außerdem gibt es in dieser historischen Stadt „so viele schöne Fleckerln“.Als Nikola Norgauer zum vereinbarten Interview-Termin anruft, sitzt sie in München unter einem Baum. Im Hintergrund zwitschern Vögel. Die Regensburgerin hat sich Zeit genommen für das Gespräch, obwohl gerade die Proben für den neuen Komödienstadel laufen. Später am Abend wird sie sich noch in das Drehbuch vertiefen und an der textlichen Routine feilen, verrät sie. „Gott sei Dank fällt mir das Textlernen relativ leicht. Immer wieder lese ich das Buch, die Szenen durch und irgendwann kommt dann der Moment, wo der Text anfängt, zu laufen. Dann erst geht die eigentliche Arbeit los.“

Nikola Norgauer ist Schauspielerin mit Leib und Seele. Der Komödienstadel ist für sie kein Neuland. Schon in „Der Cowboy von Haxlfing“ war sie dabei und in „Hotel Mama“ spielte sie die weibliche Hauptrolle. Nach Erlangen und Bad Wiessee wird diesmal in Ebersberg bei München gedreht. Nikola Norgauer freut sich: Der neue Komödienstadl ist ein Nockherberg-Spezial mit lauter Singspiel-Darstellern – „ein turbulentes, lustiges Stückerl“.

Der Starkbieranstich am Nockherberg war im Frühjahr coronabedingt abgesagt worden. In den Jahren zuvor hatte Nikola Norgauer beim Singspiel des Münchner Nockherberg allerlei Polit-Prominenz parodiert. Andrea Nahles, Natascha Kohnen und Ursula von der Leyen werden sich erinnern. Heuer kam die Pandemie dazwischen. Die Absage im März sei für alle Beteiligten sehr traurig gewesen, sagt sie. „Als Corona kam, standen wir schon im Kostüm kurz vorm ersten Bühnendurchlauf. Es war ein Jammer. Ganz furchtbar.“ Eine Veranstaltung nach der anderen wurde abgesagt oder verschoben. „Es gibt ja leider allzu viele Kulturschaffende, die jetzt große Not haben“, sagt Norgauer. Sie selbst habe da großes Glück gehabt und sei unheimlich dankbar dafür. Ihre Arbeitgeber haben sie in dieser Zeit allesamt sozial abgesichert und ihre Künstler nicht im Regen stehen lassen. „Das Spielen aber fehlte sehr und natürlich auch die Nähe zu anderen Menschen, die gewohnte Unbeschwertheit. Der Kopf geht immer voraus. Nichts macht man einfach so.“

Regensburg, ein Ort zum Verweilen

Den Lockdown verbrachte Nikola Norgauer zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Schauspieler Paul Kaiser, und ihrer Familie in Regensburg. „So viel Zeit hatten wir hier schon lange nicht mehr. Wir konnten sie aber gut nutzen. Es gab viel aufzuarbeiten und vorzubereiten.“ Oft geht sie im Corona-Frühling in den Herzogspark und den Stadtpark. „Dort war die Stimmung wunderbar entspannt.“ Die Menschen seien sehr achtsam miteinander umgegangen und hätten diese Orte mit kleinen Picknicks belebt, hielten Kurse im Freien ab und machten auf schönste Art und Weise miteinander Musik.Die gebürtige Schweinfurterin ist in Regensburg aufgewachsen. „Es ist ein Geschenk, wenn man in dieser Stadt groß werden darf.“ Schon immer hatte sie Mitleid mit den Touristen, scherzt Norgauer. „Die verbringen vielleicht einen Tag in dieser Stadt, und dann müssen sie schon wieder fort, die Armen.“ Regensburg sei aber ein Ort zum Verweilen. Regensburg ist „wahnsinnig heimelig“. Die Stadt habe eine wunderbare Größe und eine schöne Mischung aus urbanem und grünem Lebensraum. Es gibt ein sehr vielfältiges Kulturleben und „so viele schöne Fleckerln“. Die herrlichen Gassen und Plätze, die Donau, die Winzerer Höhen und die

Schwammerlwälder.

Traumberuf Schauspielerin

„Auch wenn ich als Schauspielerin sehr viel unterwegs bin, und vor allem in München viel und gern arbeite, so wird Regensburg im Herzen immer mein Zuhause bleiben.“ Sie hält kurz inne: „Ich habe das Glück, dass ich durch meinen Beruf ganz viele, unterschiedliche Städte, Bereiche und Menschen kennenlernen darf. Das ist herrlich.“ In der Kindheit habe es für sie zwei Traumberufe gegeben – Schauspielerin und Grundschullehrerin. Nach dem Abitur studiert sie dann zunächst in Regensburg Lehramt. „Das hätte mich sicher auch erfüllt.“ Doch spielt sie von klein auf im Schülertheater und später dann im Jugendclub des Regensburger Stadttheaters. „Dort hat es mich dann endgültig gepackt und ich habe beschlossen: Ich probier‘s. Ich ging Vorsprechen und ließ das Schicksal entscheiden. Und das war gut so.“ Nikola Norgauer geht nach Saarbrücken und studiert an der Hochschule für Musik und Theater des Saarlandes Schauspiel. Nach ihrem Diplomabschluss wird sie festes Ensemblemitglied am Badischen Staatstheater in Karlsruhe. Später wechselt sie ans Theater Krefeld-Mönchengladbach, dann ans Theater Ingolstadt und schließlich ans Stadttheater Regensburg.

Oberpfälzer Schauspielerin auf dem Nockherberg: Nikola Norgauer

2012 entscheidet sich Nikola Norgauer als Schauspielerin freischaffend zu arbeiten. Seitdem steht sie auch vor der Kamera und beginnt am Metropoltheater in München unter der Intendanz von Jochen Schölch zu spielen. „Das Metropol ist mein Theater-Zuhause. Ein sehr besonderer Ort, mit einem besonderen Geist, besonderen Menschen und eben einer, wie ich finde, sehr besonderen Kunst. Aus diesem Theater gehst Du immer durchdrungen und bereichert raus. Es sind oft ungeahnte Räume, die sich da in einem sowohl beim Spielen, als auch beim Zuschauen auftun. Es geht immer um große, bedeutende Themen.“ Auch die Luisenburg in Wunsiedel sei eine besonders wichtige Spielstätte für sie. Ein magischer Ort mit einer zauberhaften Felsenbühne. „Auf der zu spielen, das ist ein Traum. Die Zeit, die wir als Theaterfamilie auf der Luisenburg verbringen, ist jeden Sommer wieder herrlich. Das Leben dort so unaufgeregt, echt und authentisch.“ Norgauer erhält Rollen in zahlreichen Fernsehproduktionen. Sie spielt z. B. in „Hubert und Staller“, „Dahoam is Dahoam“, im „Tatort“, aber auch im Kinofilm „Wackersdorf“. „Ich finde es reizvoll, dass ich Bühne, Film und Fernsehen verbinden kann. Beim Theater haben wir die Möglichkeit, uns gemeinsam als Ensemble über Wochen in das Stück und die Figuren einzuarbeiten. Auch in den Vorstellungen wächst und verändert sich das nochmal. Das ist ein schöner und lebendiger Prozess. Vor der Kamera ist das Spannende - da findet dieses Miteinander eben genau in diesem einen Moment statt. Ganz unmittelbar.“ Beim Komödienstadel komme beides zusammen: „Das Stück erproben wir zunächst wie ein Theaterstück - dann gehen die Kameras mit. Und die Herausforderung besteht darin, beides zusammenzubringen.“ Trotz Corona habe sie in den zurückliegenden Monaten glücklicherweise wieder drehen können, etwa für die TV-Serien „Um Himmels Willen“, „Die Rosenheim-Cops“ und für den Kinofilm „Weißbier im Blut“. Sie hoffe, dass das so bleiben kann – „und idealerweise mit Publikum“.

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