09.09.2019 - 16:33 Uhr
RegensburgOberpfalz

Mit Sushi-Messer Zungenbein und Knochen durchtrennt

Fortsetzung im Prozess um die Sushi-Messer-Attacke in Regensburg: Weiter Zeugen sagen vor dem Landgericht aus. Ein Arzt bestätigt den Anklagesatz.

Symbolbild
von Autor AHSProfil

Der Prozess gegen einen 57-jährigen Vietnamesen wegen versuchten Totschlags gleicht einem Puzzle-Spiel. Immer mehr Zeugen vor dem Landgericht Regensburg runden das Bild um die Geschehnisse im Sushi-Lokal des Angeklagten am Dreikönigstag ab. Der Angeklagte soll seinem Mitgesellschafter mit einem rasiermesserscharfen Sushi-Messer schwer am Hals verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Tötungsabsicht vor.

Der 57-Jährige widersprach. Verteidiger Michael Haizmann erklärte, dass sein Mandant dem Geschädigten die Verletzung nicht vorsätzlich zugefügt habe. Nach einem Disput wollte der Angeklagte, dass der Geschädigte das Lokal verlässt. Um dem Nachdruck zu verleihen, habe er ihm ein Messer an den Hals gehalten. Als dieser sich nach vorne in Richtung seiner Aktentasche beugte, habe der Angeklagte das Messer erschrocken zurückgezogen. Dabei muss es zu der Verletzung gekommen sein. Auch der Sohn des Angeklagten, der mit seiner Mutter Zeuge des Vorfalls war, stützte diese These, dass das Ganze wohl ein Unfall gewesen sei.

Vorbericht zum Prozessauftakt

Regensburg

Der Geschädigte selbst war am zweiten Verhandlungstag davon überzeugt, dass ihn der Angeklagte töten wollte. Im Zeugenstand erzählte er, dass es an diesem Tag zu einem Streit gekommen sei, bei dem der Angeklagte immer lauter wurde und ihn beschimpfte. Dann habe der Angeklagte angekündigt, ihn umzubringen. "Dann passierte es. Ich dachte, ich werde sterben", sagte der Geschädigte. Mit der einen Hand habe er die stark blutende Wunde zugehalten, mit der anderen seinen Sohn angerufen. Seine beiden Söhne sagten vor Gericht, dass sie beim Eintreffen eine angespannte bis aufgeheizte Stimmung ausmachten. Der Sohn des Angeklagten habe sie aufgefordert: "Geht weg, sonst greift er wieder nach dem Messer." Der 57-Jährige habe gedroht: "Wollt ihr wie euer Vater sterben?"

Der Arzt, der im Krankenhaus die Notoperation vornahm, bestätigte das Verletzungsbild, wie es im Anklagesatz festgehalten ist. Ohne sofortige ärztliche Maßnahmen hätte der Geschädigte verbluten können. Ein Pathologe vom Rechtsmedizinischen Institut in Erlangen erklärte, dass das Sushi-Messer Drüsen am Hals des Opfers verletzt. Zudem waren das Zungenbein, ein Knochen und Halsmuskeln durchtrennt.

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