31.03.2021 - 09:49 Uhr
Oberpfalz

Reizvolle Unikate mit Serviettentechnik

Servietten dienen nicht nur zum Mund abtupfen, aus ihnen können auch kleine Kunstwerke entstehen. Galina Schorich zeigt, wie sie Alltagsgegenstände in Deko-Stücke und nette Geschenke verwandelt.

Passend für die Spargelzeit hat Galina Schorich dieses Tablett gestaltet.
von Helga KammProfil

"Wenn ich besondere Servietten sehe, dann muss ich sie kaufen", gesteht Galina Schorich. Sie hat bereits eine Kiste davon mit unterschiedlichen Motiven wie Blumen, Vögeln, Landschaften, alten Häusern. Diese Servietten aber liegen nicht neben dem Teller am Esstisch, sondern sind die Grundlage für ihre Arbeit mit der Serviettentechnik.

Tausend Möglichkeiten

Für jede Gelegenheit - von der Hochzeit bis Weihnachten - sei diese Bastelarbeit geeignet, biete "tausend Möglichkeiten, mit relativ wenig Aufwand kreative Deko" herzustellen. Blumentöpfe verzieren, Ostereier bekleben, Vasen umhüllen, Kerzen verwandeln und sogar Möbeln einen neuen Look verpassen - all das sei möglich mit Serviettentechnik und führe zu erstaunlichen Ergebnissen. Galina Schorich hat vieles ausprobiert. Ihre Deko-Artikel stehen bei Familie und Freunden hoch im Kurs, sind begehrte Geschenke.

Ein kleines Mitbringsel sind ihre verzierten Holztäfelchen mit dem Hinweis "Wir sind im Garten". Für besondere Anlässe verwandelt sie gern einfache Holz-Tabletts in attraktive Unikate. Auf die Tabletts, rund oder eckig, trägt sie zunächst dunkle Acrylfarbe auf, nach dem Trocknen Krakelierlack, der das Holz "alt" macht und Risse vortäuscht. Darüber kommt ein Anstrich in heller Farbe. Denn: "Für die Servietten muss der Untergrund immer hell sein", betont Galina Schorich.

Unebenheiten glätten

Eventuelle Unebenheiten werden mit Schleifpapier oder -schwamm bearbeitet, bevor es zu einem Probelauf mit der Serviette kommt. Dazu wird nur die oberste von mehreren Lagen der Serviette vorsichtig abgelöst, eventuell mit etwas angefeuchtetem Finger.

Große und kleine Motive der Serviette werden ausgeschnitten oder gerissen und auf dem Tablett zu einem neuen Motiv zusammengefügt. Fällt die Probe zur Zufriedenheit aus, werden die einzelnen Teile mit Serviettenkleber auf dem Tablett befestigt, Lücken mit Schnipseln ausgefüllt und das Ganze noch einmal mit Kleber bestrichen.

Mehrmals lackieren

"Sehr wichtig ist das Schleifen", erklärt die Expertin die weiteren Schritte ihrer Arbeit. Damit werden Unebenheiten geglättet, die auch beim Lackieren entstehen können. Mit mehrmaligem Lackieren und Trocknen wird das Tablett "wasserdicht" gemacht, kann also in der Küche oder im Garten verwendet und nass gereinigt werden.

Strukturpaste

Selbst die Ränder des Tabletts werden von Galina Schorich verziert. Sie legt dazu Schablonen auf, füllt die Zwischenräume mit Strukturpaste, veredelt sie mit verschiedenen Farben oder setzt glänzende Tupfen mit dem Perlenmaker. Auch diese Teile des Tabletts trimmt sie mit Krakelierlack auf alt. "Man kann da aus wenig viel machen", sagt Galina Schorich, wenn sie ihre Tabletts betrachtet. Ihre Motive sind total verschieden, reichen von einer üppigen Spargelernte über leuchtende Sonnenblumen bis hin zu einer südländischen Häuserfront mit Balkonen und Blumen. Serviettentechnik ist vielseitig und keine große Kunst. Mit ihren Ergebnissen kann viel Freude bereitet werden.

Zweckmäßige Deko

Das gilt auch für die kleinen und größeren Holzbrettchen, die Galina Schorich mit Gartenmotiven und Gartenzwergen verziert. "Wir sind im Garten", schreibt sie darauf und versieht das Ganze mit einem Band zum Aufhängen. An der Haustür angebracht, ist das eine zweckmäßige und dekorative Information für Besucher.

Bastelanleitung für einen Geldbaum

Sulzbach-Rosenberg
Service:

Das braucht man für Serviettentechnik

  • Tablett oder Brettchen aus Sperrholz
  • Servietten
  • Lack zum Versiegeln
  • Krakelierlack
  • Acrylfarben hell und dunkel
  • Serviettenkleber
  • Schleifpapier
  • Schablonen
  • Perlenmaker
Hintergrund:

Zur Person

Galina Schorich stammt aus Russland, ist seit 28 Jahren in Deutschland. Nach Stationen in Garmisch und München lebt sie heute in Sulzbach-Rosenberg in der Nähe ihrer Kinder und Enkel. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihren erlernten Beruf als Friseurin aufgeben. Um ihre Finger beweglich zu erhalten riet ihr eine Therapeutin, „mit den Händen kleine Dinge zu machen“. Das war der Beginn von Galina Schorichs Handwerk. Ihr Beruf ist heute die Arbeit mit Menschen in einer sozialen Einrichtung, ihre Freizeit aber gehört ihrer Kunst. (hka)

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