14.05.2020 - 10:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ein Baum bringt Wohlstand

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Ein dekoratives Geschenk zum Einzug ins neue Heim oder zu einer Hochzeit ist ein selbst kreierter Geldbaum. Die Kunsthandwerkerin Galina Schorich zeigt, wie es geht.

Kunsthandwerkerin Galina Schorich zeigt, wie der Geldbaum gefertigt wird.
von Helga KammProfil

"Eine Künstlerin bin ich nicht", wehrt Galina Schorich ab. Ihre Bastel- und Handarbeiten aber sprechen vom Gegenteil. Sie ist zumindest eine Kunsthandwerkerin, die mit verschiedenen Materialien umgehen kann: mit Holz, Wolle, Metall, mit Stoffen und Papier. Sie kann nähen, malen, sticken, macht aus Altem Neues und umgekehrt. Sie beizt Möbel ab, streicht sie neu, dekoriert und macht Spielsachen für ihre Enkelkinder. Mit Fantasie, Kreativität und Geschick gelingen ihr kunstvolle Dinge, mit denen sie Familie und Freunde beschenkt. Ein ganz besonderes ihrer Werke stellen wir hier vor: den Geldbaum.

Der Geldbaum ist ein Wandschmuck, der zu verschiedenen Anlässen verschenkt werden kann, zum Geburtstag, zur Hochzeit, zum Einzug ins neue Heim. "Er symbolisiert natürlich den Wunsch, dass das Geld nie ausgehen möge", erklärt Galina Schorich. Deshalb fertigt sie ihre Geldbäume nach Möglichkeit bei zunehmendem Mond an. Denn: "So wie die Pflanzen da besser wachsen, bringt der Baum vielleicht auch mehr Wohlstand."

Freude hat sie schon mit vielen dieser Geldbäume bereitet, mit kleinen, aber auch mit sehr großen, die eine ganze Wand zieren. Die Idee dazu hat sie im Internet gefunden. Sie hat die dort gezeigten Geldbäume nach ihrem Geschmack verändert und einen eigenen Stil entwickelt. Für ein Baum-Bild in Größe 40 mal 30 Zentimeter kauft Galina Schorich eine "Leinwand", einen Holzrahmen, bespannt mit Leinen, der grundiert ist. Auf diese Leinwand wird grober Jutestoff getackert und gefärbt. Ein Gemisch aus Grundfarbe - möglich sind je nach Geschmack alle Farben von Schwarz, Blau, Braun oder auch helle Töne - und Textiltapetenkleber wird mit einem breiten Pinsel auf die Jute aufgetragen und muss dann trocknen. Der Hintergrund für den Baum ist damit fertig.

Er symbolisiert natürlich den Wunsch, dass das Geld nie ausgehen möge.

Galina Schorich

Galina Schorich

Für den Baum selber, den Stamm, die Äste und Zweige, verwendet Galina Schorich Jute-Schnur in verschiedenen Stärken. Sie schneidet sich die Längen zurecht, mischt Farbe mit Kleber und tränkt darin ihre Schnüre. Danach werden sie auf dem Bild ausgelegt, gedreht und geflochten, zu einem Stamm und Ästen geformt. Nach dem Trocknen - in etwa drei bis vier Tagen - sitzt das Ganze "baumfest" auf dem Bild.

Nun kommen die "Blätter" an die Reihe, also die Münzen. Galina Schorich verwendet Münzen in der Größe von einem bis fünf Cent, sammelt sie selber beim Einkaufen oder bekommt sie geschenkt. Auch Geldstücke aus anderen Währungen kann sie verwenden, freut sich, wenn heimkehrende Urlauber ihr Restbestände mitbringen. Weil Münzen meist nicht sauber und auch fettig sind, werden sie mit acetonhaltiger Flüssigkeit - etwa einem Nagellackentferner - gereinigt.

Sind sie sauber und trocken, kommt die Heißklebepistole zum Einsatz. Blatt für Blatt, Münze für Münze klebt die Handwerkerin rund um und über den Stamm, schafft eine üppige Krone, schwer hängende Äste und lässt ein paar Blätter auf die Wurzel am Boden fallen. Damit alles Laub in einem Farbton glänzt, wird es mit Farbe überstrichen, in Gold, Bronze oder Kupfer, je nach Geschmack. Das Kunstwerk ist fertig, einen Aufhänger braucht es nicht, dafür reicht der Rahmen der Leinwand.

Galina Schorich freut sich über das gelungene Werk und lädt zum Nachmachen ein. "Ganz einfach ist es nicht", meint sie, aber mit Lust und Liebe und einigermaßen geschickten Händen gelingt's schon", macht sie Mut.

Das brauchen Sie::

Geldbaum

Leinwand, Karton oder Holz

Jutestoff und Jute-Schnur

Acryl-Farben für Stoff und Schnur

Farben in Metalltönen für die Münzen (Gold, Bronze, Silber)

Tacker und Klammern

Pinsel, Kleber, Schere

Gefäß für Farbe-Kleber-Gemisch

einen kleinen Küchenschwamm („Sponge“) zum Auftragen der Farbe auf die Münzen

Einmal-Handschuhe

Nagellackentferner

Heißkleber, Pistole und Stifte

Zur Person:

Galina Schorich

Galina Schorich stammt aus Russland, ist seit 27 Jahren in Deutschland. Nach Stationen in Garmisch und München lebt sie heute in Sulzbach-Rosenberg in der Nähe ihrer Kinder und Enkel. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihren erlernten Beruf als Friseurin aufgeben. Um ihre Finger beweglich zu erhalten, riet ihr eine Therapeutin „mit den Händen kleine Dinge zu machen“. Das war der Beginn von Galina Schorichs Handwerk. Ihr Beruf ist heute die Arbeit mit Menschen in einer sozialen Einrichtung, ihre Freizeit aber gehört ihrer Kunst. (hka)

Basteltipp: Dekorative Schale aus einem alten Häkeldeckchen

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