Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat drei Kreis- und Dutzende Ortsheimatpfleger - theoretisch für jede Gemeinde mindestens einen. Allerdings ist das Ehrenamt in einigen Kommunen vakant, wie Kreisheimatpfleger Dieter Dörner bei der jährlichen Zusammenkunft, die diesmal in Rieden stattfand, berichtete. "In zehn Gemeinden gibt es keine Ortsheimatpfleger mehr", sagte Dörner. Er hoffe, dass die Bedeutung dieser Aufgabe erkannt werde und sich Interessierte finden, die dazu beitragen wollen, ihre Heimat lebens- und liebenswert zu erhalten.
Umdenken beginnt in ganz Bayern
Eine sehr aktive Ortsheimatpflegerin ist Gabriele Bräutigam aus Weigendorf. Sie erzählte aus erster Hand, wie sich die Nutzung von Sonnenenergie und der Erhalt von Baudenkmälern vertragen. Bräutigam, die die historische Oedmühle denkmalschutzgerecht erhält, hat dazu eine klare Meinung: "Regenerative Energien sind auch zum Erhalt von Baudenkmälern da!"
Gerade finde bayernweit ein Umdenken statt. Die Verantwortlichen in Politik und Heimatpflege kämen immer mehr zu der Überzeugung, dass auch historische Bauten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten könnten. "Wir haben selber eine PV-Anlage auf der Oedmühle", berichtete Bräutigam. Bisher habe man darauf geachtet, die Module nur an nicht einsehbaren Stellen zu montieren. Doch sei hier eine neue Sichtweise im Gange.
Logische Fortentwicklung
Für Bräutigam ist die Nutzung von Solarmodulen auf den Dächern eine logische Fortentwicklung. "Baudenkmäler sind eine energieeffiziente Sache, die haben schon teilweise 700 Jahre überdauert. Das ist mit das Effektivste, was man haben kann." Die Mauern der Oedmühle sind bis zu 1,20 Meter dick. "Die isolieren sich selber", sagte sie.
Auf dem Kloster Ensdorf sei im Jahr 2008 eine der ersten PV-Anlagen im Landkreis auf einem denkmalgeschützten Gebäude errichtet worden. Mit einer Leistung von 14,8 Kilowatt-Peak erzeuge sie pro Jahr ungefähr 12.000 Kilowattstunden Strom. "Die Anlage wurde damals so montiert, dass man sie von der Straßenseite aus nicht sehen kann." Es gibt weitergehende Möglichkeiten, zeigte Bräutigam auf und blickte dazu nach Wasserburg am Inn. Dort wurden auf möglichst wenig einsehbaren Dachflächen vor allem dunkle Module installiert. Diese dunklen Module fallen deutlich weniger auf, das werde mittlerweile auch zunehmend vom Landesamt für Denkmalpflege so gesehen.
Wenig Fläche, viel Wirkung
Die PV-Anlage auf der Oedmühle hat dunkle Module. Sie wurden 2021 installiert und bringen 9,98 Kilowatt-Peak an Leistung. "Wir haben damit erreicht, dass wir zu 80 Prozent Energie-autark sind, und das in einem finsteren Tal." Fazit: "Mit relativ wenig Fläche kann man viel bewirken." Nach etwa 16 Jahren werde sich die Anlage amortisiert haben. Bräutigam lobte den Solarenergie-Förderverein in Amberg und das Zentrum für Erneuerbare Energien in Ensdorf, von denen sie umfassend beraten worden sei.
Veronika Schmalzl berichtete noch von der Lokalen Aktionsgruppe Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach. Sie bezeichnete das Hausnamen-Projekt als großen Erfolg. An 1400 Häusern und Hofstellen prange nun ein Schild mit dem jeweiligen historischen Hausnamen. Die Eigentümer bekamen die Tafel zu einem günstigen Preis. Mittlerweile koste so ein Schild 80 Euro. Schmalzl hatte noch eine gute Nachricht: Die von der Volkshochschule gestartete Ausbildung zum Heimat- und Kulturführer stoße auf großes Interesse.




















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