Eine Pause bei der Radtour einlegen und dabei hautnah Vilstaler Geschichte erleben kann man ab sofort direkt neben dem Vilstalradweg zwischen Vilshofen und Rieden. Kurz vor der Unterführung oberhalb von Aufheim befindet sich ein historischer Grenzstein aus dem Jahr 1760, der jetzt von Mitgliedern des Heimatvereins Unteres Vilstal aus Rieden restauriert wurde. Dazu bekam der Grenzstein ein Fundament mit begehbarer Pflasterfläche sowie eine Bank mit Infotafel.
Regie führte Ortsheimatpfleger und Heimatvereinsvorsitzender Hubert Haas. Er wurde von vier Ehrenamtlichen unterstützt, dazu gab es Hilfe vom Riedener Bauhof. Der Betrieb L.B.F. Phillip Haas kam mit seinen Maschinen und Gerätschaften zum Einsatz. Der Stein hat mit Blickrichtung Rieden-Amberg das Wappen mit dem Pfälzer Löwen aufgezeichnet, Richtung Süden grüßen die bayerischen Rauten.
Grenzsteine bereits im 14. Jahrhundert
Ursprünglich gab es Grenzsteine im Umfeld des heutigen Vilstal-Radweges bereits im 14. Jahrhundert. Im Jahr 1760 stellte man bei einer Grenzbegehung fest, dass der ursprüngliche Grenzstein abgebrochen war. Ein neuer kam hinzu, den man heute in restaurierter Form bestaunen kann. Früher befand sich zudem ein weiterer Grenzstein direkt in der Nähe des Radweges an der Vils, die über viele Jahrhunderte eine wichtige Handelsstraße darstellte.
Was viele heute nicht wissen: Über Jahrhunderte hinweg trennte die Grenze die Obere Pfalz mit dem Ort Rieden, der einst zur Kurpfalz gehörte, von den südlich gelegenen Gebieten um Burglengenfeld mit dem Ort Vilshofen. Sie gehörten etwa im 14. und 15. Jahrhundert zum Herzogtum Bayern–München. Weiter schreibt Riedens Ortsheimatpfleger Hubert Haas in seinem Werk „Riedner Gschichten“, dass im Jahr 1505 die nordgauischen Besitzungen des Herzogtums Bayern im Fürstentum Pfalz-Neuburg aufgingen. Die damals „scharfe“ Grenze bei Aufheim mit Zollerhebung war bis ins Jahr 1777 nicht nur Landesgrenze, sondern auch Konfessionsgrenze. Damals bestimmten die Landesfürsten die Glaubensrichtung ihrer Untertanen.
Um den Grenzstein aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und geschichtliches Wissen zu vermitteln, wurde nun das Projekt in Angriff genommen. Das letzte Mal, als diese Linie zum Tragen kam, war bei der Umgliederung der Gemeinde Vilshofen im Jahr 1927 vom Landkreis Burglengenfeld in den Landkreis Amberg.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.