14.12.2018 - 14:47 Uhr
RiedenOberpfalz

Mundart in Reinkultur

Mit seinem Gedicht „Digg zougschneid“ führt Dieter Radl, aufgewachsen in Sulzbach-Rosenberg, in eine Lesung seiner Gedichte ein. Zwischendrin gibt es auch starke Musik.

Mit „Heiterem und Besinnlichem zur Advent- und Weihnachtszeit“ führt Dieter Radl tief in den Oberpfälzer Dialekt ein und belegte dies heiter aber auch besinnlich mit Lesung seiner Gedichte.
von Hubert SöllnerProfil

Mit seinem Gedicht "Digg zougschneid" führte Dieter Radl ein. Eine Lesung in Oberpfälzer Mundart, die heiter aber auch nachdenklich und besinnlich in Adventszeit und Weihnachtsgeschichte hinein begleite, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Hubert Haas, eingangs versprach.

Adventliche Weisen

Dass er neben Dieter Radl, "dem Vielreisenden in Sachen Mundartdichtung und Kulturpreisträger der Stadt Sulzbach-Rosenberg" auch Heimatvereins-Ehrenvorsitzenden Adolf Fleischmann und die Musikanten Albert Kräuter sowie D' Resl und die Haas-Buam im Bärenwirtssaal begrüßen könne, freue ihn sehr, so Haas. Und so stimmte Albert Kräuter auf seiner Ziach auch gleich mit adventlichen Weisen auf einen besinnlichen Abend ein.

Auf den Christkindlmark mit "haffer Budn" entführte anschließend Dieter Radl. Dessen ausdrucksstarke Lesung erschloss den Oberpfälzer Dialekt in seiner ganzen Bildhaftigkeit, seiner Ausdruckskraft und Lautmalerei.

Ob man die Kinder in früheren Jahren in der Vorweihnachtszeit beruhigte, indem man ihnen vom Nikolaus, "der euch in den Sack steckt", von der Luze, "die mit der Sichel den Bauch aufschlitzt" und mit dem Damma, "der mit dem Hammer haut", beruhigte, wie Radl meinte? Beim "Nikolauswunder" und "D' Luze" weckte er bei den Zuhörern Erinnerungen.

Mit dem "Gamserl schwarz und braun" und "s' Rindvieh" verstanden D' Resl und die Haas-Buam die Stimmung zu lockern, spielten im Wechsel mit Albert Kräuter bei Radls Lesung auf. Dieser aber las neben anderen Mundartgedichten auch jene von "D' Väicher an Weihnachdn", als sich etwa der Fuchs zum Fest eine Gans und der Igel einen Rasierapparat wünschte. Mit dem heiter-nachdenklichen Gedicht vom "Weihnachdn bei di zwoa alldn Damen im Stift" und der "Weihnachdsfreid", bei der Radl von einem gefüllten Ganserl und Blaukraut schwärmte, endete der heiter-nachdenkliche Teil der Lesung.

Die Herbergssuche

"Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde", steht im Lukas-Evangelium. Tief stieg Dieter Radl auch nach der Pause mit "Selmas da Augustus", "Iwers Land, auf Bethlehem zou" und "D' Wirt vo Bethlehem" auf Herbergssuche und Weihnachtsgeschichte ein. Nach "D' Hirtn aaf da Houd", "Di Kneipn in Bethlehem" und der "Weihnachtsbotschaft" endete Radls adventliche Lesung mit "Des wor's".

Albert Kräuter stimmt auf seiner Ziach mit adventlichen Weisen auf einen besinnlichen Abend ein.
Mit dem „Gamserl schwarz und braun“ und „s’ Rindvieh“ verstanden es D’ Resl und die Haas-Buam, die Stimmung zu lockern.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.