Rieden
24.03.2021 - 14:03 Uhr

Riedener besorgt über hohe Corona-Infektionszahlen

Sind private Treffen in Rieden Superspreader-Events für die Coronavirus-Verbreitung? Steigende Infektionszahlen treiben nicht nur die Inzidenzwerte nach oben, sondern alarmieren auch die Verantwortlichen in der Gemeinde.

Sind private Treffen die Ursache? In Rieden sorgen sich die Verantwortlichen über die explodierenden Coronazahlen (von links): Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Weinfurtner, Dr. Anne Althammer, Bürgermeister Erwin Geitner, Dr. Gertraud Weigert und Pfarrer Gottfried Schubach. Bild: bö
Sind private Treffen die Ursache? In Rieden sorgen sich die Verantwortlichen über die explodierenden Coronazahlen (von links): Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Weinfurtner, Dr. Anne Althammer, Bürgermeister Erwin Geitner, Dr. Gertraud Weigert und Pfarrer Gottfried Schubach.

In den vergangenen Wochen traten in Rieden besonders viele Corona-Infektionen auf. Bürgermeister Erwin Geitner nahm dies zu Anlass, um zu einem Runden Tisch in den Sitzungssaal des Rathauses einzuladen. Teilnehmer waren die Ärzteschaft der Riedener Gemeinschaftspraxis, vertreten durch Dr. Gertraud Weigert und Dr. Anne Althammer, Pfarrer Gottfried Schubach sowie der Pfarrgemeinderatssprecher und Zweite Bürgermeister Josef Weinfurtner.

Besorgniserregend sei die äußerst hohe Zahl von Corona-Fällen in den vergangenen zwei Wochen in Rieden gewesen, stellte der Bürgermeister fest. „Nach der letzten Statistik des Gesundheitsamts hatten wir in Rieden 48 Neuinfektionen“, sagte er. Und weiter stellte er fest: "Auf eine Woche gerechnet, ergibt sich daraus ein Inzidenzwert von etwa 850. Das stimme ihn bedenklich und sorgenvoll, sagte Geitner.

„Wir müssen mehr denn je die AHA-A-Regeln einhalten“, appellierte er, Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und die Corona-Warn-App nicht zu vernachlässigen. Mittlerweile sei es "mehr als schwierig, unsere Bevölkerung mit der fortschreitenden Lock-Down-Zeit zum Durchhalten zu bewegen". Man habe es aber selbst in der Hand, in absehbarer Zeit wieder ein einigermaßen geregeltes Leben führen zu können – vorausgesetzt, die Regeln zur Eindämmung des Virus werden befolgt.

Die Ärzte der Riedener Praxisgemeinschaft zeigten sich ebenfalls sehr besorgt über die jüngste Entwicklung und die steigenden Corona-Infektionszahlen im Ort. "Vor allem die hochansteckende britische Virus-Mutation ist bei uns im Vormarsch", sagten Dr. Anne Althammer und Dr. Gertraud Weigert. Täglich nehme im Ort die Zahl der Corona-positiv getesteten Patienten zu. "Die Verfolgung der Infektionsketten zeigt, dass vor allem private Treffen zu Superspreader-Events werden", informierten die beiden Ärztinnen.

Zum Schutz der Risikopatienten, sprich der älteren Menschen und der chronisch Kranken, sei es daher "höchste moralische Pflicht", auf private Treffen zu verzichten sowie die AHA-Regeln und die Hygienekonzepte konsequent einzuhalten, fordertet Weigert.

Große Hoffnungen setzt die Riedener Ärzteschaft auf den baldigen Beginn der Impfungen in den Hausarztpraxen. Bereits in der kommenden Woche solle es in Rieden soweit sein. „Die Order des Gesundheitsministeriums haben wir zwar am Montag bekommen, aber der Impfstoff fehlt derzeit noch“, beklagten die Medizinerinnen. "Wir könnten dann sofort loslegen, denn Impfungen gehören bei uns zum Praxisalltag", betonten sie.

Allerdings seien die bisher für die Praxen angekündigten Mengen an Impfdosen nur gering, informierten die Ärztinnen. Zunächst würden per Hausbesuch die über 80-jährigen Patienten der höchsten Priorisierungsgruppe geimpft, die aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit kein Impfzentrum aufsuchen könnten.

Sorgen macht sich auch Pfarrer Gottfried Schubach bezüglich der Gottesdienstbesucher zu Ostern. Er appellierte an die Gläubigen, FFP2-Masken zu tragen, die Hände zu desinfizieren, die Abstände einzuhalten und stets für frische Luft zu sorgen. „Für die Gottesdienste haben wir in Rieden und in Vilshofen etwa 50 bis 60 Plätze zur Verfügung“, kündigte er an. Der Pfarrgemeinderat werde in der derzeitigen Ausnahme-Situation jegliche Hilfestellung geben, versprach Josef Weinfurtner. „Wir müssen diesen Kreis durchbrechen. Alle sind aufgefordert mitzuhelfen, die Abstände einzuhalten, die Kontakte zu reduzieren und die AHA-Regeln zu befolgen. "Wer sich nicht daran hält, gefährdet sich und andere", warnte Weinfurtner zusammenfassend.

Amberg18.03.2021
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