Rieden
08.06.2022 - 14:24 Uhr

Dem Riedener Zink'n-Marterl ist das Kreuz abhanden gekommen

Ein Thema bewegte die Mitglieder des Heimatvereins Rieden bei ihrer Jahreshauptversammlung im Tennisheim: "Was ist mit unserer Zink'n-Marter passiert?" Den Anstoß dazu gab Leo Pongratz. Ihm und einigen anderen Riedener Bürgern war im Laufe der vergangenen Wochen aufgefallen, dass bei dem Flurdenkmal das Kreuz und der Aufbau fehlen. Über den Grund dafür kann man nur spekulieren, waren sich die Mitglieder einig.

Das Marterl steht am Rand der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rieden und Taubenbach. Fährt man die Kreuther Straße hinauf und biegt an der Kreuzung kurz nach dem Ortsausgang von Rieden nach rechts in Richtung Taubenbach und Egelsheim ab, sind es noch 800 bis 900 Meter bis zur Zink'n-Marter auf der linken Straßenseite. Von der steht nur noch der Granitsockel und der untere Aufbau des Wegekreuzes. Mitglieder haben bereits das Umfeld des Marterls abgesucht, ob dort das Kreuz im Gebüsch liegt, jedoch ohne Erfolg.

Bei einem Treffen vor Ort ging der Vorsitzende des Heimatvereins und Ortsheimatpfleger Hubert Haas auf die Bedeutung dieses Wegekreuzes und seine Geschichte ein. Haas zitierte dazu aus seinem 2003 erschienenen Buch „Riedner G'schichten“ zur Historie des Marterls: "Das Zink'n-Marterl ist vermutlich ein ehemaliges Friedhofskreuz. An dieser Stelle wurde angeblich der Riedener Bürger Xaver Hofmann (v. Zink'n) während einer Rast bei einer Habsbergwallfahrt von einer Schlange gebissen. Der Schlangenbiss tötete angeblich den unglücklichen Wallfahrer." Haas fand heraus, dass der 56-jährige verheiratete Zimmerergeselle Franz Xaver Hofmann aus Rieden am 9. Juli 1874 nach dem Insektenstich an Wundbrand verstarb und Angehörige zu seinem Andenken das Marterl an der Stelle des Vorfalls errichtet hatten. Die Teilnehmer an der alljährlich im Juni stattfindenden Habsberg-Wallfahrt kommen auf ihrem Weg an dem Marterl vorbei, dessen Kreuz dann liebevoll von den Angehörigen der Pfarrei Rieden geschmückt ist.

Wann das Zink'n-Marterl wieder vollständig ist, steht noch offen. Hubert Haas und der Heimatverein Rieden sind aber bereits bei den Planungen, um einen Ersatz für das abhanden gekommene Wegekreuz zu beschaffen.

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