19.08.2021 - 09:18 Uhr
RiedenOberpfalz

Seit 50 Jahren hat Heimatverein Rieden Geschichte, Kultur und Tradition des Orts im Blick

1971 als Heimat- und Fremdenverkehrsverein Unteres Vilstal ins Leben gerufen, setzte sich die Gruppierung zum Ziel, die Region Rieden für Besucher attraktiver zu gestalten. Heuer feiert der Heimatverein Rieden sein 50-jähriges Bestehen.

Die Böllerschützen beim Neujahr-Anschießen: Die Sparte des Heimatvereins Rieden unter Leitung von Hubert Haas entstand im Jahr 2010.
von Externer BeitragProfil

Der Heimatverein Rieden kann mit seinen Sparten auf mannigfaltige Aktivitäten und ein halbes Jahrhundert facettenreicher Geschichte zurückblicken. Bei der Gründungsversammlung beim Hirschenwirt am 4. Februar 1971 trugen sich 26 Mitglieder in die Vereinsliste ein. Dem ersten Vorstand gehörten Adolf Fleischmann, Hans Schmid, Max Wielewicke und Georg Hosch sowie als Beiräte die Pfarrer Liedl und Knoch an. Der Jahresbeitrag betrug sechs Mark.

Kaum etabliert, stellten sich die Sparten Wanderfreunde, Fischereiverein und die Blaskapelle Unteres Vilstal unter die Obhut des Heimatvereins. Diese Abteilungen entwickelten sich nach einigen Jahren zu eigenständigen Vereinen. 1975 entstand auf Initiative des Heimatvereins ein Trimm-Dich-Pfad in Rieden. Unter der Regie von Josef Fleischmann kamen von 1977 bis 1983 auf Initiative des Heimatvereins mehrere Theaterstücke zur Aufführung, die in der Mehrzweckhalle der Schule stattfanden und regelmäßig ausverkauft waren.

Neben dem Aufbau des Campingplatzes und des Freibades trieb der damalige Vorsitzende Adolf Fleischmann den Bau von Tennis-Anlagen voran, seine Frau Luzia kümmerte sich um die Unterbringung von Urlaubern. 1978 entstand so der Tennisclub Rieden, der bis heute eine tragende Sparte des Hauptvereins bildet.

Zentrales Anliegen des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), so die Bezeichnung ab 1980, war für viele Jahre die Ausrichtung des alljährlichen Vilstalfestes, das sich durch die Auftritte prominenter Musikgruppen weit über die Region hinaus großer Beliebtheit erfreute. Der Seniorennachmittag und das Heimat-Quiz  waren immer fester Bestandteil und Garant für gute Unterhaltung. Ab 2001 gestalteten die Riedener Kirwapaare das Bild des Vilstalfestes mit. Sie bildeten von 2001 bis 2015 eine Sparte im Heimatverein.

HVV-Mitglieder übernahmen 1997 die Renovierung der Kreuzwegstationen am Schlossberg. Ein großes Anliegen ist dem Verein seit jeher die Restaurierung und Instandhaltung der Schlossbergkapelle in Rieden. Dank der abendlichen Ausleuchtung erstrahlt leuchtete das Kirchlein wie ein Markenzeichen über dem Vilstal bei Rieden. In neuerer Zeit wurde auch der Räubertisch, ein Felsengebilde an der Straße zum Hirschwald freigelegt. Die Theatergruppe Goaslandler, gegründet 2001 durch Werner Meiler, stellte mit seinen lustigen Aufführungen von Anbeginn eine gewichtige Sparte des Heimatvereins dar.

Eine Namensänderung erfährt der Verein 2010: Das Wort Verkehrsverein wurde gestrichen, man beschränkt sich seitdem auf die Bezeichnung Heimatverein Unteres Vilstal Rieden, kurz: Heimatverein Rieden. Die Wartung der Wanderwege gab man ab, und auch das Vilstalfest fällt nicht mehr in seine Zuständigkeit. Themengebiete und Interessen des Hauptvereines hatten sich ohnehin auf andere Schwerpunkte verlagert, nämlich auf Geschichte, Kultur und Tradition – vor allem auf die des Ortes Rieden.

Eine wahre Fundgrube für die Gruppe Heimatkundlicher Arbeitskreis mit Ortsheimatpfleger Hubert Haas und Andreas Reindl war die Auswertung alter Schriftstücke aus dem Pfarrarchiv. Themenführungen durch den Ort, die die Geschichte Riedens wieder aufleben ließen, oder die Ausstellungen "Erster Weltkrieg", "Flucht und Vertreibung" oder "Geld von anno dazumal" zeugen von der neuen Ausrichtung des Vereins. Auch die Böllergruppe, entstanden 2010, lässt eine vergessene Tradition wieder aufleben. Die jüngsten Sparten des Vereins bilden die Grillsportfreunde und die Krippenfreunde Naturpark Hirschwald mit Krippenbaulehrer Friedl Groß.

Al Beitrag zum Ferienprogramm bietet der Verein mit seinem Vorsitzenden Hubert Haas und Helfern den Kindern alle Jahre wieder ein Felsenklettern mit Abseilen am Holzfelsen nahe Rieden an. Unter Initiative des Vereins wird zur Weihnachtszeit die große Fichte bei der Vilsbrücke in Rieden mit Lichterketten bestückt und wird eine große Tanne am Kirchenvorplatz aufgestellt und geschmückt. Zu einer festen Einrichtung geworden ist die Stodlweihnacht mit Fackelzug mit Krippenspiel und adventlichen Musikeinlagen einheimischer Gruppen. Auch die vereinseigene Gesangsgruppe "Die Hirten" unter Leitung von Werner Meiler trägt zum Programm bei. Der Verein ist Ausrichter des Sänger- und Musikantentreffens "Rieden singt und musiziert".

An der Spitze des Heimatvereins standen bisher vier Vorsitzende: Adolf Fleischmann (1971 bis 1995), Ingo Frohmader (1995 bis 2001), Werner Meiler (2001 bis 2007) und Hubert Haas (seit 2007). Fleischmann wurde zum Ehrenvorsitzenden und Pongratz für seine 30-jährige Tätigkeit als Schriftführer zum Ehrenmitglied ernannt. Auch Hilde Lerche, die jahrzehntelang für ihre Wahlheimat Rieden aktiv war, wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Auf der Vereins-Webseite (www.heimatverein-rieden.de) finden sich weitere Informationen über den Verein und seine Sparten.

Heimatverein Unteres Vilstal Rieden hat 305 Mitglieder

Rieden
Die Theatergruppe Goaslandler begeistert mit ihren Aufführungen ihr Publikum – hier bei ihrem Stück "Gspenstermacher". Die Sparte entstand im Jahr 2001.
Hubert Haas, der Vorsitzende des Heimatvereines Rieden, als Nachtwächter bei einer historischen Führung durch den Ort Rieden.
Krippenbaulehrer Friedl Groß in seinem Element. Die Krippenfreunde Naturpark Hirschwald sind eine noch junge Sparte im Heimatverein.
Die Sparte Tennisclub wie auch die Tennisanlagen stehen seit jeher unter der Obhut des Heimatvereins Rieden.
Die Kirwapaare sind eine Bereicherung für das Vilstalfest – hier beim Baumaustanzen. Von 2001 bis 2015 gehörten sie als Sparte dem Heimatverein an.
Musikanten spielen zünftig auf bei "Rieden singt und musiziert", einer gern besuchten Veranstaltung des Heimatvereines.
Alle Jahre wieder trifft man sich zur "Stodlweihnacht" im Rösslwirtstodl – zu adventlicher Musik einheimischer Gruppen und einem Krippenspiel mit Riedener Schulkindern.
Zwei ehemalige sowie er aktuelle Vorsitzende des Heimatvereines auf einem Foto – und Vertreter des Marktes Rieden. Von links: 1. Bürgermeister Erwin Geitner, Ehrenvorsitzender Adolf Fleischmann, 2. Vorstand Werner Meiler, 2. Bürgermeister Josef Weinfurtner, 1. Vorstand Hubert Haas.
Das Emblem des Heimatvereines in den 1990er Jahren.
"Kraxeln" und Abseilen am Holzfelsen – Spaß ist alljährlich garantiert für die Kinder beim Ferienprogramm des Heimatvereins.
Der "Heimatkundliche Arbeitskreis" mit Andreas Reindl und Hubert Haas (von links).
Adolf Fleischmann war von Anfang an dabei und 24 Jahre Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereines. Luzia, seine Frau verwaltete das Unterkunftsverzeichnis für den Fremdenverkehr im Markt Rieden und war vielseitig für den Heimatverein aktiv.
Weithin beliebt ist das traditionelle "Vilstalfest mit Kirwa", hier das Bierzelt beim Freibad im Jahre 2005.
Werner Meiler, 2. Vorstand des Heimatvereines, Organisator und Conférencier bei Veranstaltungen, Helfer und Bühnenmaler bei der Theatergruppe.
Die ehemalige Lehrerin Hilde Lerche erhält vom 1. Vorstand Hubert Haas die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft. Foto:
Aktive des Heimatvereines im Jahre 1995 – mit Erhard Richthammer (Festwirt des Vilstalfestes), Viktor Geck, Leo Pongratz, dem damaligen Bürgermeister Gotthard Färber, Heinz Müller, Richard Holler, Ingo Frohmader (damals 1. Vorsitzender des Heimatvereines) und Adolf Fleischmann (von links).
Ein Plakat aus den Anfangsjahren des Riedener Vilstalfestes.

 

 

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